So funktioniert der Reverse Hybrid
Auf der US-Seite steht eine Limited Partnership (LP). Sie betreibt das US-Geschäft. Komplementärin (General Partner) ist eine eigens gegründete LLC, damit niemand persönlich unbeschränkt für die LP haftet. Kommanditistin (Limited Partner) mit dem Gewinnanteil ist deine deutsche GmbH & Co. KG.
Den Namen hat die Struktur von der unterschiedlichen Einordnung der KG. Nach US-Recht kann eine GmbH & Co. KG wählen, ob sie als Personengesellschaft oder als Kapitalgesellschaft besteuert wird; die deutsche Aktiengesellschaft hat diese Wahl nicht, die KG schon (Treas. Reg. § 301.7701-2(b)(8), § 301.7701-3(a)). Die Wahl trifft die KG mit Form 8832 gegenüber der IRS. In Deutschland bleibt die KG eine Personengesellschaft, deren Gewinnanteile ihre Gesellschafter versteuern (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG).
Besteuerung in den USA
Die LP selbst zahlt keine US-Bundeseinkommensteuer; besteuert werden ihre Gesellschafter (IRC § 701). Weil die KG in den USA als Kapitalgesellschaft gilt, versteuert sie ihren Gewinnanteil mit dem Körperschaftsteuersatz von 21 % und reicht dafür jedes Jahr Form 1120-F ein.
Die LP behält auf den Gewinnanteil ihrer ausländischen Gesellschafter US-Steuer ein und führt sie ab, bei einer Kapitalgesellschaft als Gesellschafterin zum Satz von 21 % (IRC § 1446). Die KG rechnet diese Steuer auf ihre eigene US-Steuer an (IRC § 1446(d)).
Dazu kommt die Branch Profits Tax: 30 % auf den Teil des Gewinns, der nicht in der US-Betriebsstätte verbleibt (IRC § 884). Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den USA begrenzt sie auf 5 % und lässt sie unter weiteren Voraussetzungen ganz entfallen (Artikel 10 Absatz 10 in der Fassung des Protokolls von 2006). Ob die KG diese Vorteile in Anspruch nehmen kann, hängt auch davon ab, wie Artikel 1 Absatz 7 des Abkommens Einkünfte über Gesellschaften zuordnet, die in einem der beiden Staaten steuerlich transparent sind. Das prüfen wir vor der Umsetzung.
Dazu kommen je nach Bundesstaat Steuern und Abgaben des Bundesstaats: dort, wo die LP tätig ist, und die jährlichen Abgaben des Gründungsstaats.
Besteuerung in Deutschland
Gewinne, die die USA nach dem Abkommen besteuern dürfen, nimmt Deutschland grundsätzlich von der deutschen Steuer aus, berücksichtigt sie aber beim Steuersatz (Artikel 23 Absatz 3 des Abkommens, Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG).
Diese Freistellung gilt nicht ohne Weiteres. § 50d Absatz 9 EStG versagt sie, wenn der andere Staat das Abkommen so anwendet, dass die Einkünfte dort steuerfrei bleiben oder nur begrenzt besteuert werden. Für Aufwendungen im Zusammenhang mit Besteuerungsinkongruenzen gilt außerdem § 4k EStG. Beides prüfen wir vor der Umsetzung gemeinsam mit deinem deutschen Steuerberater.
Was wir für dich erledigen
Wir erstellen und reichen die Unterlagen für zwei US-Gesellschaften ein: die Limited Partnership und die LLC als ihre Komplementärin, in Delaware, Wyoming, Florida oder Texas. Auf Wunsch gründen wir in einem anderen Bundesstaat, etwa dort, wo dein Geschäft sitzt.
- Gründung der US Limited Partnership und der Komplementär-LLC
- Steuernummern (EIN) und steuerliche Registrierung der US-Gesellschaften
- Wahl der Besteuerung der GmbH & Co. KG als Kapitalgesellschaft (Form 8832) und ihre steuerliche Registrierung bei der IRS
- Abstimmung mit deinem Notar zur Gründung der KG und mit deinem Steuerberater zur deutschen Seite
- Nachfassen bei den Behörden, bis die Struktur steht
Die GmbH & Co. KG selbst gründet dein Notar in Deutschland; wir stimmen die Unterlagen mit ihm ab. Hast du keinen Notar, nennen wir dir einen. Eine bestehende GmbH & Co. KG kannst du ebenso verwenden.
Was es kostet
Der Preis ist ein Mindesthonorar. Es reicht im Normalfall für die vollständige Umsetzung. Übersteigt der tatsächliche Aufwand das Mindesthonorar, rechnen wir den darüber hinausgehenden Aufwand nach Abschluss der Arbeiten ab. Zeichnet sich das ab, sagen wir es dir rechtzeitig. Staatsgebühren zahlst du zum Selbstkostenpreis dazu, die Kosten des deutschen Notars und des Handelsregisters ebenfalls.
Ab dem zweiten Jahr
Das Jahrespaket der Limited Partnership und ihrer Komplementär-LLC im gewählten Bundesstaat auf der Route „Teil einer Unternehmensgruppe“, in Texas zum Beispiel $3.550 pro Jahr, dazu die Staatsgebühren zum Selbstkostenpreis. Die jährlichen US-Steuererklärungen buchst du dazu: die der Limited Partnership (Form 1065) als Steuererklärung LLC und LP, die der GmbH & Co. KG als ausländische Kapitalgesellschaft (Form 1120-F) als Steuererklärung Corporation.
Wichtige Hinweise
- Der Reverse Hybrid ist keine Nullsteuerlösung. Die KG zahlt in den USA Körperschaftsteuer auf ihren Gewinnanteil.
- Die Struktur setzt echte gewerbliche Tätigkeit in den USA voraus: ein Geschäft mit Betriebsstätte vor Ort und Kunden in den USA.
- Sie ist für Unternehmer mit Wohnsitz in Deutschland ausgelegt. Für Österreich, die Schweiz und andere Länder prüfen wir die Voraussetzungen vorab gesondert.
- Wir empfehlen, dass du die GmbH & Co. KG direkt hältst, ohne Kapitalgesellschaft zwischen dir und der KG.
Nächste Schritte
Häufige Fragen zum Reverse Hybrid
Was kostet der Reverse Hybrid?
Das Mindesthonorar beträgt $8.100. Der Preis ist ein Mindesthonorar. Es reicht im Normalfall für die vollständige Umsetzung. Übersteigt der tatsächliche Aufwand das Mindesthonorar, rechnen wir den darüber hinausgehenden Aufwand nach Abschluss der Arbeiten ab. Zeichnet sich das ab, sagen wir es dir rechtzeitig. Staatsgebühren zahlst du zum Selbstkostenpreis dazu, die Kosten des deutschen Notars und des Handelsregisters ebenfalls.
Was kostet die Struktur ab dem zweiten Jahr?
Das Jahrespaket der Limited Partnership und ihrer Komplementär-LLC im gewählten Bundesstaat auf der Route „Teil einer Unternehmensgruppe“, in Texas zum Beispiel $3.550 pro Jahr, dazu die Staatsgebühren zum Selbstkostenpreis. Die jährlichen US-Steuererklärungen buchst du dazu: die der Limited Partnership (Form 1065) als Steuererklärung LLC und LP, die der GmbH & Co. KG als ausländische Kapitalgesellschaft (Form 1120-F) als Steuererklärung Corporation.
Wie hoch ist die Steuer in den USA?
Die KG versteuert ihren Gewinnanteil als ausländische Kapitalgesellschaft mit 21 % Bundessteuer (IRC §§ 882, 11(b)). Dazu kommt die Branch Profits Tax von 30 % (IRC § 884), die das Abkommen mit Deutschland auf 5 % begrenzt, wenn die Voraussetzungen vorliegen, sowie je nach Bundesstaat Steuern des Bundesstaats.
Muss ich die US-Gewinne in Deutschland noch einmal versteuern?
Grundsätzlich stellt Deutschland Gewinne aus der US-Betriebsstätte nach Artikel 23 des Abkommens frei und berücksichtigt sie nur beim Steuersatz (§ 32b EStG). Ob die Freistellung in deinem Fall greift, hängt auch von § 50d Absatz 9 EStG ab. Das prüfen wir vor der Umsetzung.
Was ist der Unterschied zu einer einfachen US Limited Partnership?
Der Reverse Hybrid enthält neben der Gründung der LP und ihrer Komplementär-LLC die Einbindung deiner deutschen GmbH & Co. KG: die Wahl ihrer Besteuerung als Kapitalgesellschaft in den USA, ihre steuerliche Registrierung bei der IRS und die Abstimmung mit Notar und Steuerberater in Deutschland. Die einfache LP findest du unter US Limited Partnership.