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US Visa & Immigration

Ein Jahr länger: Der Präsident verlängert die H-1B-Sperre, während ein Gericht die 100.000 Dollar blockiert

Proklamation 11069 vom 18. September 2026 verlängert die Einreisebeschränkung bis September 2027. Die Zahlung darf USCIS wegen eines Urteils vorerst nicht verlangen, und die Gebührenverordnung ist in Arbeit.

29. September 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Mia hat ihren Master in Austin gemacht, Datenwissenschaft, mit Auszeichnung. Sie hat zwei Sommer lang in einem Start-up an der South Congress Avenue gearbeitet, sie kennt die Taco-Stände, die besten Plätze am Barton Springs Pool und den Geruch von Regen auf heißem Asphalt im Juni. Im Mai ist sie nach Leipzig zurückgeflogen.

Ihr künftiger Arbeitgeber will sie im kommenden Frühjahr über das H-1B-Verfahren zurückholen. Und dann hat am 18. September ein Mann in Washington eine Unterschrift gesetzt, die Mias Rückkehr um mindestens ein weiteres Jahr an eine Zahl knüpft: 100.000 Dollar.

Der Präsident hat die Einreisebeschränkung für H-1B-Fachkräfte um zwölf Monate verlängert. Was das bedeutet, ist komplizierter, als die Schlagzeilen vermuten lassen, denn gleichzeitig darf die Behörde das Geld wegen eines Gerichtsurteils derzeit nicht verlangen. Ein Blick auf die Lage am Ende dieses Septembers.

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Zwei Unterschriften am 18. September

Es sind zwei Dokumente, beide vom selben Tag.

Die Proklamation 11069 mit dem Titel "Restriction on Entry of Certain Nonimmigrant Workers" verlängert die Proklamation vom September 2025 um zwölf Monate. Die Einreise von Fachkräften mit H-1B-Visum bleibt beschränkt, sofern für sie nicht eine Zahlung von 100.000 Dollar geleistet wurde. Die neue Proklamation gilt seit dem 21. September 2026 und läuft, wenn sie nicht erneut verlängert wird, am 21. September 2027 aus.

Die Beschränkung betrifft weiterhin Menschen, die sich außerhalb der Vereinigten Staaten befinden und für die Aufnahme ihrer Tätigkeit einreisen müssen. Ausnahmen kann der Heimatschutzminister für einzelne Personen, Unternehmen oder ganze Branchen zulassen, wenn er sie für im nationalen Interesse hält.

Die Executive Order 14431 mit dem Titel "Enhancing Program Integrity and Interagency Coordination in the Administration of the H-1B Nonimmigrant Visa Program" verpflichtet die Ministerien für Arbeit, Heimatschutz und das Außenministerium, bei jedem H-1B-Antrag zu berücksichtigen, ob der Arbeitgeber im vergangenen Jahr Entlassungen vorgenommen hat oder solche plant, die vergleichbare amerikanische Arbeitnehmer treffen. Das Arbeitsministerium soll binnen 30 Tagen beginnen, frühere Anträge auf Verstöße zu prüfen.

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Die Zahlen der Regierung

Der Text ist ungewöhnlich offen. Seit dem Inkrafttreten im September 2025 sei die Zahlung von 100.000 Dollar für mehr als 700 Petitionen geleistet worden. Die größten IT-Personaldienstleister hätten ihre Registrierungen von 24.946 auf 2.055 verringert, ein Rückgang um 92 Prozent. Der Anteil der Registrierten mit einem amerikanischen Masterabschluss sei von 45,1 Prozent im Jahr 2026 auf 66,1 Prozent im Jahr 2027 gestiegen.

Die Regierung liest diese Zahlen als Erfolg. Man kann sie auch anders lesen: Das Verfahren ist für alle, die nicht in Spitzenpositionen mit hohen Gehältern wollen, praktisch verschlossen worden. Für Mia ist das keine Statistik.

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Und das Gericht?

Hier wird es widersprüchlich, und genau das muss man verstehen. Am 8. Juni 2026 hat ein Bundesgericht in Massachusetts in der Sache State of California gegen Mullin die Verwaltungsanweisungen aufgehoben, mit denen die Behörde die Zahlung umgesetzt hatte. Wir haben darüber in Ein Richter nennt die 100.000 Dollar eine Steuer berichtet.

Die Regierung hat beim Berufungsgericht für den ersten Bezirk beantragt, dieses Urteil bis zur Entscheidung über die Berufung auszusetzen. Am 24. Juli 2026 hat das Berufungsgericht diesen Antrag abgelehnt. Die Einwanderungsbehörde USCIS schreibt dazu auf ihrer Website, sie halte das Urteil für falsch, werde sich aber daran halten, solange sie über die nächsten Schritte nachdenke. Und weiter: Sollte die Anordnung später aufgehoben werden, plane die Behörde weiterhin, die Zahlung einzufordern.

Das heißt: Die Proklamation ist verlängert, ihre Umsetzung ist durch ein Gerichtsurteil blockiert, und die Regierung wartet darauf, dass sich das ändert. Mia hat ein Recht, das auf dem Papier steht, und eine Behörde, die angekündigt hat, es ihr wieder zu nehmen, sobald sie darf.

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Der dritte Weg: die Verordnung

Und dann ist da noch der Weg, den wir Ende August in Was ein Gericht gestrichen hat, schreibt die Behörde jetzt neu beschrieben haben. Am 25. August hat das Heimatschutzministerium einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der für jede kontingentpflichtige H-1B-Petition eine Gebühr von 103.265 Dollar vorsieht, diesmal auf dem ordentlichen Weg einer Verordnung, die vor Gericht schwerer anzugreifen ist als eine Proklamation.

Die Frist für Stellungnahmen zu diesem Entwurf ist am 24. September abgelaufen. Jetzt wertet die Behörde die Eingaben aus. Eine Schlussregel kann folgen, ein Datum dafür gibt es nicht.

Damit laufen drei Spuren nebeneinander: eine verlängerte Proklamation, ein Gerichtsurteil, das ihre Umsetzung blockiert, und eine Verordnung im Werden, die dasselbe Ziel auf einem anderen Weg erreichen will. Wer im kommenden Frühjahr eine H-1B-Registrierung plant, muss mit allen dreien rechnen.

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Mia, durchgerechnet

Mias Arbeitgeber bietet ihr ein Jahresgehalt von 120.000 Dollar. Zu den gewöhnlichen Kosten eines H-1B-Verfahrens, Anwaltshonorar, Behördengebühren, kämen nach der Proklamation 100.000 Dollar hinzu, sobald die Behörde sie wieder verlangen darf. Nach dem Verordnungsentwurf wären es 103.265 Dollar.

Das sind im ersten Jahr mehr als 80 Prozent ihres Gehalts als zusätzliche Abgabe, getragen vom Arbeitgeber. Für ein Start-up mit zwanzig Mitarbeitern ist das keine Personalentscheidung mehr, sondern eine Finanzierungsfrage.

Und selbst ohne die Zahlung muss Mia durch die Lotterie. Seit dem Frühjahr wird dabei nach Lohnstufen gewichtet. Mit einem amerikanischen Master und einem Angebot in den oberen Lohnstufen hat sie gute Chancen. Sicher ist nichts.

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Die Wege, die keine Proklamation berührt

Für Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Wege nach Amerika, die von diesem Streit vollständig unberührt bleiben. Sie beruhen auf Gesetzen und Staatsverträgen, nicht auf Proklamationen.

Das E-2-Investorenvisum. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben mit den Vereinigten Staaten Handels- und Schifffahrtsverträge, die ihren Bürgern das E-2 öffnen. Keine Lotterie, keine Quote, keine Sonderzahlung. Voraussetzung ist eine substanzielle Investition in ein aktives Unternehmen, das du selbst leitest. Für Mia hieße das: kein Arbeitgeber, sondern ihre eigene Firma.

Das L-1-Visum. Wer mindestens ein Jahr in den letzten drei Jahren bei einem Unternehmen außerhalb der USA in leitender Funktion oder mit Spezialwissen gearbeitet hat, kann zur amerikanischen Tochter, Mutter oder Schwester entsandt werden. Mias Leipziger Freundin, die bei einem Softwarehaus arbeitet, das gerade eine Tochter in Texas aufbaut, hat genau diesen Weg vor sich.

Das O-1-Visum für Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, nachgewiesen durch Auszeichnungen, Veröffentlichungen, Presse oder herausragende Gehälter. Mias Abschlussarbeit wurde auf einer Konferenz ausgezeichnet. Das ist ein Anfang, noch kein Fall.

Und für Unternehmen der Umzug selbst. Wer mit einer bestehenden Gesellschaft nach Amerika geht, schafft damit die Grundlage für Entsendungen. Wie das funktioniert, beschreiben wir unter GmbH in die USA verlegen.

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Warum die Verlängerung trotzdem zählt

Man könnte sagen: Solange das Gericht die Zahlung blockiert, ist die Verlängerung bedeutungslos. Das wäre ein Fehler.

Erstens kann sich die Rechtslage schnell ändern. Ein Berufungsurteil zugunsten der Regierung, eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, eine Schlussregel zur Gebühr, und die Zahlung wäre wieder fällig. Wer dann gerade einreisen will, steht vor einer verschlossenen Tür.

Zweitens zeigt die Verlängerung, wohin die Reise geht. Die Proklamation verlangt, dass die Ministerien nach der nächsten Lotterie binnen 30 Tagen empfehlen, ob die Beschränkung erneut verlängert werden soll. Das ist kein Übergangsinstrument mehr, das ist Programm.

Und drittens wirkt die neue Executive Order unabhängig von der Zahlung. Ein Arbeitgeber, der im vergangenen Jahr Stellen abgebaut hat, wird künftig erklären müssen, warum er jetzt eine Fachkraft aus dem Ausland braucht. Für Konzerne mit Umstrukturierungen ist das eine neue Hürde, unabhängig von jedem Gericht.

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Was Arbeitgeber jetzt planen sollten

Für amerikanische Unternehmen, die Fachkräfte aus Europa einstellen wollen, ist die Lage nach dem 18. September unübersichtlicher denn je. Drei Fragen sollten sie sich in diesem Herbst stellen.

Befindet sich die Person schon in den USA? Die Proklamation beschränkt die Einreise und bezieht die Beschränkung der Entscheidungen über Petitionen ausdrücklich auf Fachkräfte, die sich derzeit außerhalb der Vereinigten Staaten befinden. Wer bereits mit einem anderen Status im Land ist, etwa nach einem Studium, steht damit an einer anderen Stelle als jemand, der aus dem Ausland einreisen muss. Wie die Behörden das im Einzelfall umsetzen, hängt von ihren weiteren Anweisungen ab.

Gibt es in den letzten zwölf Monaten Entlassungen? Nach der neuen Executive Order wird das künftig bei jedem Antrag berücksichtigt. Ein Unternehmen, das im Frühjahr Stellen abgebaut hat, sollte vor einem neuen Antrag genau dokumentieren, warum die neue Stelle mit den abgebauten nicht vergleichbar ist.

Und gibt es eine Alternative, die nicht von der Lotterie abhängt? Für Unternehmen mit einer Muttergesellschaft oder Tochter in Europa ist das L-1 oft der direktere Weg. Er setzt voraus, dass die Person vorher ein Jahr im europäischen Unternehmen gearbeitet hat. Wer heute plant, schafft damit die Voraussetzung für das übernächste Jahr.

Die nächste Registrierungsrunde findet nach dem bisherigen Rhythmus im Frühjahr 2027 statt. Wer daran teilnehmen will, sollte jetzt mit der Vorbereitung beginnen, und zwar in der Annahme, dass die Zahlung bis dahin wieder verlangt werden könnte.

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Ein Anruf am Sonntagabend

Sie hat an einem Sonntagabend mit ihrem künftigen Chef in Austin telefoniert, sieben Stunden Zeitverschiebung, er mit Kaffee, sie mit einem Glas Wein. Er will sie immer noch. Aber er hat offen gesagt, dass er nicht weiß, ob er 100.000 Dollar aufbringen kann, wenn es darauf ankommt.

Mia hat darauf eine Frage gestellt, die sie vorher nie gestellt hatte: Was wäre, wenn sie als Partnerin einsteigt, mit eigenem Kapital, über eine eigene Gesellschaft? Dann wäre sie nicht mehr Bewerberin in einer Lotterie, sondern Investorin mit einem Vertragsrecht.

Das ist kein Weg für jeden. Er verlangt Kapital, einen Geschäftsplan und eine echte unternehmerische Rolle. Aber er ist planbar, und er hängt an keiner Proklamation.

Welcher Weg für dich, deine Familie oder dein Team der richtige ist, klären wir schriftlich im Visa-Fahrplan: welche Kategorie in Frage kommt, welche Nachweise du brauchst, in welcher Reihenfolge die Schritte laufen und welche Fristen dabei gelten. Erstellt mit unserem Immigration Attorney. Ob ein Antrag genehmigt wird, entscheidet immer die Behörde, aber wer seinen Weg kennt, steht nicht mehr in einer Lotterie. Alle Visakategorien im Überblick findest du in der Säule US-Visum und Greencard, alle unsere Leistungen unter Leistungen.

Den Anfang dieser Geschichte, das Gerichtsurteil vom Dezember, das die Gebühr zunächst bestätigt hatte, haben wir in 100.000 Dollar für einen Arbeitsplatz in Amerika erzählt. Ein Jahr später ist die Geschichte nicht zu Ende. Aber für Menschen wie Mia gibt es inzwischen ein anderes Kapitel, das sie selbst schreiben können.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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