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Asyl kostet jetzt Gebühren, und das I-94 auch

Eine Interim-Schlussregel vom 29. April schreibt die Gebühren aus dem großen Haushaltsgesetz in die Verordnungen. Darunter eine jährliche Asylgebühr und eine neue Gebühr für das Formular I-94.

5. Mai 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Es gibt im amerikanischen Verwaltungsrecht ein Instrument, das schnell wirkt und selten Schlagzeilen macht: die vorläufige Schlussregel. Sie tritt in Kraft, bevor die Öffentlichkeit dazu gehört wurde, und die Anhörung findet danach statt.

Am 29. April 2026 hat das Heimatschutzministerium eine solche Regel erlassen. Sie wird am 29. Mai wirksam, und sie schreibt eine Reihe von Gebühren aus dem großen Haushaltsgesetz des Vorjahres in die Verordnungen der Einwanderungsbehörde.

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Was die Regel kodifiziert

Vier Punkte, und sie sind sehr unterschiedlich in ihrer Wirkung.

Eine Gebühr für Asylanträge und eine jährliche Asylgebühr, einschließlich der Folgen für den Fall, dass sie nicht gezahlt wird. Das ist ein Bruch mit einer sehr alten Praxis: Asylanträge waren in den Vereinigten Staaten bislang gebührenfrei.

Eine neue Gebühr für das Formular I-94, also für den Ein- und Ausreisenachweis.

Gültigkeitsdauern für bestimmte Arten der Arbeitserlaubnis.

Und die Einbehaltung der Gebühr für den Asylantrag, auch wenn der Antrag nicht zum Erfolg führt.

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Was davon dich betrifft

Wenn du als deutscher Unternehmer mit E-2, L-1 oder Greencard in die Vereinigten Staaten gehst: im Wesentlichen der zweite Punkt, und der eher am Rand.

Das Formular I-94 ist der Nachweis darüber, wann du eingereist bist, in welchem Status und wie lange du bleiben darfst. Bei Einreisen auf dem Luftweg wird es elektronisch erzeugt, bei Einreisen an Landgrenzen musste man es früher am Schalter beantragen und dafür sechs Dollar zahlen. Dieser Betrag ist im vergangenen Jahr auf dreißig Dollar gestiegen.

Für jemanden, der gelegentlich aus Kanada oder Mexiko einreist, ist das eine Randnotiz. Für jemanden, der regelmäßig über eine Landgrenze pendelt, summiert es sich.

Wichtiger als die Gebühr ist ohnehin etwas anderes: Prüfe nach jeder Einreise deinen I-94-Datensatz online. Er ist maßgeblich für deinen erlaubten Aufenthalt, er enthält gelegentlich Fehler, und ein falsch erfasstes Ablaufdatum ist einer der häufigsten Gründe für einen unbeabsichtigten Statusverstoß.

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Der Punkt, der Arbeitgeber angeht

Die Regelung zu den Gültigkeitsdauern bestimmter Arbeitserlaubnisse steht in einer Linie mit dem, was im Oktober begonnen hat. Damals fiel die automatische Verlängerung für neu gestellte Verlängerungsanträge weg.

Zusammen ergibt das eine klare Richtung: kürzere Gültigkeiten, keine automatischen Brücken, mehr Prüfung vor jeder Verlängerung.

Für einen europäischen Betrieb mit amerikanischer Tochter heißt das ganz praktisch: Ein Fristenkalender für Arbeitserlaubnisse ist keine Kür mehr. Wer einen Mitarbeiter beschäftigt, dessen Erlaubnis abläuft, während der Verlängerungsantrag noch bei der Behörde liegt, darf ihn nicht weiterbeschäftigen. Nicht mit Einschränkungen, nicht auf Risiko. Gar nicht.

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Was die Asylgebühren bedeuten

Sie betreffen unsere Mandantschaft nicht, und trotzdem gehören ein paar Sätze dazu, weil sie erklären, wohin sich dieses System bewegt.

Eine jährliche Gebühr für ein laufendes Asylverfahren ist etwas grundlegend Neues. Asylverfahren dauern in den Vereinigten Staaten wegen der Überlastung der Gerichte regelmäßig Jahre. Eine Gebühr, die jedes Jahr erneut anfällt, wirkt in einem solchen System nicht als Kostenbeitrag, sondern als Filter.

Ob das rechtlich Bestand hat, wird geprüft werden. Internationale Abkommen zum Flüchtlingsschutz kennen den Grundsatz, dass Schutz nicht von der Zahlungsfähigkeit abhängen darf.

Für die Einordnung dieses Jahres ist der Vorgang jedenfalls bezeichnend: Fast jede Änderung, die wir seit dem Herbst gesehen haben, arbeitet über Gebühren und Verfahren statt über Gesetze.

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Warum das Instrument selbst bemerkenswert ist

Eine vorläufige Schlussregel gilt sofort. Das ordentliche Verfahren, also Entwurf, Anhörung, Auswertung, Schlussregel, dauert Monate bis Jahre. Die Abkürzung ist erlaubt, wenn ein Gesetz sie vorsieht oder wenn ein guter Grund besteht.

Für dich als Betroffenen heißt das: Du kannst dich auf eine Rechtslage nicht dauerhaft verlassen, und du kannst nicht davon ausgehen, dass eine Änderung vorher diskutiert wird. Es ist einer der wesentlichen Unterschiede zum deutschen Verwaltungsverfahren.

Die praktische Konsequenz ist immer dieselbe, und sie zieht sich durch dieses ganze Jahr: Erledige Dinge, wenn du sie erledigen kannst. Nicht, wenn du sie brauchst.

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Wie sich die Gebührenlandschaft in diesem Jahr verändert hat

Legt man die Änderungen der letzten Monate nebeneinander, ergibt sich ein Bild, das für jede Planung relevant ist.

Die ESTA-Gebühr hat sich von 21 auf 40 Dollar fast verdoppelt. Die Gebühr für das I-94 an der Landgrenze ist von 6 auf 30 Dollar gestiegen. Für das elektronische Visum-Aktualisierungssystem gibt es eine neue Gebühr. Die beschleunigte Bearbeitung bei der Einwanderungsbehörde wurde angepasst. Und für Asylverfahren gibt es erstmals überhaupt Gebühren.

Was all diese Änderungen verbindet, ist ihre Rechtsgrundlage: Sie stammen überwiegend aus einem einzigen Haushaltsgesetz, und dieses Gesetz sieht ausdrücklich vor, dass die Beträge jährlich angepasst werden.

Für dich heißt das: Die Zahlen, die du heute kennst, sind Untergrenzen. Wer für ein Verfahren über mehrere Jahre kalkuliert, sollte Steigerungen einplanen.

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Und ein Wort zu den Bearbeitungszeiten

Höhere Gebühren führen nicht automatisch zu schnelleren Verfahren, und in diesem Jahr eher zum Gegenteil, weil auf den Herbst-Stillstand ein Rückstau folgte, den die Behörden noch abarbeiten.

Was du dagegen tun kannst, ist begrenzt, aber nicht null. Reiche vollständig ein, denn jede Rückfrage kostet Monate. Reiche früh ein, denn Eingangsdaten sind in diesem System oft wertvoller als alles andere. Und prüfe, ob für dein Verfahren eine beschleunigte Bearbeitung angeboten wird, denn sie ist teuer und in bestimmten Konstellationen jeden Dollar wert.

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Was das Instrument über dieses Jahr sagt

Wenn man die zwölf Monate seit dem vergangenen Herbst überblickt, fällt auf, wie wenig davon durch Gesetze geschehen ist und wie viel durch Verordnungen, Proklamationen und Bekanntmachungen.

Der Kongress hat ein großes Haushaltsgesetz beschlossen. Alles andere, was wir Woche für Woche beschrieben haben, kam aus der Verwaltung: Gebühren, Fristen, Formulare, Datenerhebungen, Auswahlverfahren.

Das ist für Betroffene unangenehmer als Gesetzgebung, weil es schneller geht und weniger vorhersehbar ist. Es ist zugleich leichter rückgängig zu machen, denn was eine Regierung per Verordnung schafft, kann eine andere per Verordnung abschaffen.

Für die Planung heißt das: Baue nichts auf einer Verordnung, wenn es auch auf einem Gesetz stehen kann. Ein E-2 beruht auf einem Staatsvertrag. Ein L-1 auf dem Einwanderungsgesetz. Eine EB-1 ebenfalls. Das sind Fundamente, keine Konjunkturen.

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Was sich für Europäer in diesem Jahr wirklich geändert hat

Eine ehrliche Zwischenbilanz, weil wir jetzt gut sieben Monate dieser Entwicklungen beschrieben haben.

Für Touristen und Geschäftsreisende: teurer, mehr Daten, mehr Kontrolle. Vierzig Dollar statt einundzwanzig, Biometrie bei der Ausreise, fünf Jahre Social Media. Unangenehm, aber kein Hindernis.

Für Angestellte aus Europa: deutlich schwieriger. Die Gebühr für das H-1B und die nach Gehalt gewichtete Auswahl schließen Einstiegspositionen faktisch aus.

Für Unternehmer: im Kern unverändert. E-2, L-1, O-1 und die EB-1 stehen auf gesetzlicher Grundlage, kennen keine Lotterie und sind von den Änderungen dieses Jahres kaum berührt.

Und für alle, die schon da sind: mehr Formalien, weniger automatische Verlängerungen, engere Fristen.

Wer diese vier Zeilen liest, sieht, warum wir Mandanten seit Monaten dasselbe sagen: Der Weg über das eigene Unternehmen ist in diesem Jahr nicht nur der steuerlich sinnvollste, sondern auch der rechtlich stabilste geworden.

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Was du praktisch im Kalender haben solltest

29. Mai 2026: Die Regel wird wirksam.

Sechs Monate vor jedem Ablauf einer Arbeitserlaubnis: Erinnerung setzen und einreichen.

Nach jeder Einreise: I-94-Datensatz prüfen, Ablaufdatum notieren.

Und jährlich: die Gebührenübersicht der Behörde durchgehen, denn das Gesetz sieht jährliche Anpassungen vor und die Beträge des Vorjahres gelten nicht weiter.

Das sind vier Einträge in einem Kalender. Sie ersetzen keine Beratung, aber sie verhindern die drei häufigsten Fehler, die europäische Betriebe in diesem Rechtsgebiet machen.

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Der Unterschied zwischen Gebühr und Hürde

Es lohnt sich, diese beiden Dinge sauber zu trennen, weil sie in der öffentlichen Debatte durcheinandergehen.

Eine Gebühr deckt Verwaltungsaufwand. Sie ist der Höhe nach an diesen Aufwand gebunden, sie ist verwaltungsrechtlich angreifbar, wenn sie ihn deutlich übersteigt, und sie trifft alle gleich.

Eine Hürde soll Verhalten steuern. Sie ist bewusst hoch, sie soll bestimmte Antragsteller abhalten, und ihre Höhe folgt keinem Kostenmaßstab.

Die dreißig Dollar für ein I-94 sind eine Gebühr. Die hunderttausend Dollar für eine H-1B-Petition sind eine Hürde, und genau darüber wird gerade vor Gerichten gestritten. Eine jährlich wiederkehrende Gebühr für ein laufendes Asylverfahren liegt irgendwo dazwischen, und auch das wird geprüft werden.

Für dich als Antragsteller ist die Unterscheidung akademisch, denn zahlen musst du beides. Für die Frage, was Bestand haben wird, ist sie entscheidend. Gebühren überleben Regierungswechsel. Hürden selten.

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Zum Schluss ein Satz zur Verhältnismäßigkeit

Wer diese Serie seit Oktober liest, könnte den Eindruck bekommen, Amerika sei dabei, sich abzuschotten. Das wäre eine Überinterpretation.

Dieses Land hat im vergangenen Jahr weiterhin hunderttausende Menschen dauerhaft aufgenommen, weiterhin Millionen Besucher eingelassen und weiterhin mehr Unternehmensgründungen erlebt als jedes andere Land der Welt. Was sich ändert, sind Preise, Verfahren und Prioritäten.

Für jemanden, der ein Unternehmen mitbringt, Kapital mitbringt und seine Papiere in Ordnung hält, ist der Zugang so offen wie eh und je. Er ist nur teurer geworden und verlangt mehr Vorbereitung.

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Was du tun solltest

Prüfe deine I-94-Einträge für alle Einreisen der letzten zwölf Monate. Der Datensatz ist online abrufbar und maßgeblich.

Lege einen Fristenkalender für alle Arbeitserlaubnisse an, die in deinem Betrieb eine Rolle spielen, mit Erinnerungen sechs Monate vor Ablauf.

Und rechne Gebühren als laufende Kosten, nicht als einmalige. Die Richtung dieses Jahres ist eindeutig, und das Gesetz sieht ausdrücklich jährliche Anpassungen vor.

Wenn du die Statusverwaltung deiner amerikanischen Gesellschaft ordnen willst, sprich mit der Kanzlei Mount Bonnell in Austin, Texas. Den Rahmen gibt die Säule US-Visum und Greencard, den betrieblichen Teil Entsendung von Mitarbeitern.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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