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US-Steuerrecht

Ein Prozent, jedes Mal: Seit Neujahr kostet Amerika Geld, wenn du Bargeld nach Hause schickst

Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine Verbrauchsteuer von einem Prozent auf bestimmte Überweisungen ins Ausland. Sie trifft nur Bargeld und bargeldähnliche Zahlungsmittel, und genau darin liegt die Nachricht.

13. Januar 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Es ist eine kleine Zahl, und sie steht an einer Stelle, an der bisher keine Zahl stand. Ein Prozent. Auf Geld, das aus den Vereinigten Staaten hinausgeht. Seit dem 1. Januar 2026.

Für die allermeisten unserer Mandanten ist diese Steuer irrelevant, und ich sage gleich am Anfang, warum. Aber die Richtung, die sie markiert, ist es nicht.

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Was genau besteuert wird

Die Steuerbehörde beschreibt es selbst so: Ab dem 1. Januar 2026 gilt eine Steuer von einem Prozent auf Überweisungen, die aus den Vereinigten Staaten an Empfänger im Ausland gehen, wenn der Absender dem Dienstleister Bargeld, eine Zahlungsanweisung, einen bestätigten Scheck oder ein ähnliches körperliches Zahlungsmittel übergibt.

Steuerschuldner ist der Absender. Die Dienstleister sind verpflichtet, die Steuer einzuziehen, halbmonatliche Vorauszahlungen zu leisten und vierteljährliche Erklärungen abzugeben. Zieht ein Dienstleister die Steuer nicht ein, schuldet er sie selbst.

Das ist der entscheidende Konstruktionspunkt. Diese Steuer hängt nicht am Empfänger, nicht am Zielland und nicht am Betrag. Sie hängt daran, in welcher Form du das Geld übergibst.

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Was nicht besteuert wird

Und hier kommt die Entwarnung für fast alle Leser dieses Textes. Nicht erfasst sind Überweisungen von Bank zu Bank, die von einem Giro- oder Sparkonto ausgehen, weil der Absender dabei kein körperliches Zahlungsmittel übergibt. Ebenso wenig erfasst sind Transfers, die per Debit- oder Kreditkarte finanziert werden.

Wer also seine Miete aus dem amerikanischen Konto nach Deutschland überweist, seine Familie unterstützt, eine Rechnung in Europa begleicht oder Gewinne aus seiner amerikanischen Gesellschaft entnimmt und überträgt, zahlt diese Steuer nicht.

Getroffen wird ein sehr spezifischer Vorgang: Jemand geht mit Scheinen in einen Laden und lässt sie ins Ausland schicken. Das ist der Vorgang, den der Gesetzgeber im Blick hatte, und er kommt in unserer Mandantschaft praktisch nicht vor.

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Warum du trotzdem hinsehen solltest

Weil es eine neue Kategorie ist. Die Vereinigten Staaten besteuern seit jeher Einkommen. Sie besteuern seit jeher Verbrauch, auf Ebene der Bundesstaaten. Was es bisher nicht gab, ist eine Bundesabgabe auf den Kapitalabfluss als solchen, unabhängig davon, ob ihm ein Einkommen zugrunde liegt.

Das Geld, das da hinausgeht, ist bereits versteuertes Geld. Es wird ein zweites Mal belastet, allein weil es das Land verlässt.

Weil Ausnahmen enger werden können. Eine Regel, die heute nur Bargeld erfasst, ist morgen leicht auf andere Wege zu erweitern. Das ist keine Prophezeiung, sondern eine Beobachtung darüber, wie Steuertatbestände sich historisch entwickeln.

Und weil dein Zahlungsverkehr ohnehin sichtbarer wird. Diese Steuer erzeugt Meldungen, Erklärungen und Datensätze über grenzüberschreitende Zahlungen. Das ist an sich schon eine Veränderung.

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Was europäische Unternehmer daraus machen sollten

Nichts Hektisches. Aber drei Dinge sind einen Blick wert.

Prüfe, wie Geld aus deiner amerikanischen Gesellschaft zu dir kommt. Wer eine LLC oder eine Corporation hat, entnimmt Gewinne über definierte Wege, und diese Wege haben steuerliche Folgen, die weit über ein Prozent hinausgehen. Ob Gehalt, Ausschüttung, Entnahme oder Darlehen die richtige Form ist, entscheidet über den Steuersatz, nicht über eine Verbrauchsabgabe. Wir haben das in Steuergünstig Geld aus der US-Gesellschaft entnehmen und, je nach Rechtsform, in Entnahme aus der US-LLC und Entnahme aus der US-Corporation beschrieben.

Halte den Zahlungsweg sauber. Wer Geld über Dritte, über Bargeld oder über informelle Wege bewegt, hat in den Vereinigten Staaten nicht nur ein steuerliches, sondern schnell ein aufsichtsrechtliches Problem. Die Meldeschwellen für Bargeldbewegungen sind niedrig und die Konsequenzen unangenehm.

Und denke an die Meldepflichten in beide Richtungen. Wer als amerikanisch Steuerpflichtiger Konten in Europa hat, meldet sie. Wer als Deutscher Konten in Amerika hat, unterliegt dem automatischen Informationsaustausch in der Gegenrichtung nur eingeschränkt, weil die Vereinigten Staaten dem allgemeinen Meldestandard nicht beigetreten sind, sondern ein eigenes System betreiben. Was das bedeutet, steht in FATCA und CRS.

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Wer tatsächlich zahlt, und warum das politisch gewollt ist

Um die Steuer einzuordnen, muss man wissen, wen sie trifft. In den Vereinigten Staaten leben Millionen Menschen, die regelmäßig Geld an Familien in Mittelamerika, Südasien und Afrika schicken. Ein erheblicher Teil davon läuft über Dienstleister, bei denen man mit Bargeld bezahlt, weil die Absender kein Bankkonto haben oder keines nutzen wollen.

Genau diese Gruppe ist gemeint. Die Steuer ist keine allgemeine Kapitalverkehrsabgabe, sie ist eine gezielte Belastung eines bestimmten Zahlungswegs, der von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe genutzt wird.

Man kann das für sachgerecht halten oder für unfair, und in Amerika wird beides vertreten. Für die Einordnung reicht es zu wissen: Der Gesetzgeber hat sich bewusst für ein Merkmal entschieden, das nicht am Betrag hängt und nicht am Zielland, sondern an der Zahlungsform.

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Was das für deine amerikanische Gesellschaft bedeutet

Praktisch nichts, solange du über Konten arbeitest. Trotzdem lohnt ein Blick auf drei Dinge, die im selben Zusammenhang stehen und häufiger Probleme machen als diese Steuer.

Die Bargeldschwellen. Wer in den Vereinigten Staaten Bargeld über bestimmte Beträge annimmt oder einzahlt, löst Meldepflichten aus. Für Betriebe mit Publikumsverkehr ist das Alltag, für europäische Gründer eine Überraschung. Wer diese Meldungen versäumt, hat kein Steuerproblem, sondern ein Strafrechtsproblem.

Die Herkunft der Mittel. Amerikanische Banken fragen bei der Kontoeröffnung und bei größeren Eingängen nach der Herkunft des Geldes, und sie fragen ernsthaft. Wer 300.000 Euro aus Deutschland überweist, sollte den Nachweis der Herkunft parat haben, bevor die Frage kommt. Was Banken sehen wollen, steht in Kontoeröffnung und Banking.

Die Dokumentation der Wege. Jede Bewegung zwischen dir und deiner Gesellschaft braucht einen Rechtsgrund: Einlage, Darlehen, Gehalt, Ausschüttung. Wer Geld hin und her schiebt, ohne das zu benennen, erzeugt bei der nächsten Prüfung eine Diskussion, die er nicht gewinnen kann.

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Der Zusammenhang mit dem Rest des Gesetzespakets

Diese Steuer stammt aus demselben Gesetz, das in diesem Jahr eine ganze Reihe von Änderungen bringt, die europäische Unternehmer stärker treffen werden: neue Abzüge für Trinkgelder und Überstunden, eine deutlich angehobene Grenze für den Abzug von Landes- und Kommunalsteuern, neue Sparkonten für Kinder, geänderte Meldegrenzen für Zahlungsdienstleister.

Man sollte das Paket deshalb nicht an dieser einen Zahl messen. Für die meisten unserer Mandanten ist die Bilanz der Änderungen dieses Jahres nicht negativ. Sie ist nur unübersichtlich, und Unübersichtlichkeit ist im amerikanischen Steuerrecht der Normalzustand.

Was hilft, ist ein einfaches Prinzip: Führe deine amerikanischen Finanzen so, dass jede Bewegung erklärbar ist, ohne dass du dich erinnern musst. Alles andere ergibt sich.

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Und ein Wort zu den Dienstleistern

Wer regelmäßig Geld zwischen Europa und Amerika bewegt, sollte einmal nachrechnen, was ihn das eigentlich kostet. Nicht die neue Steuer, sondern die Wechselkursspanne der Bank.

Zwischen einer klassischen Hausbank und einem spezialisierten Anbieter liegen bei größeren Beträgen regelmäßig ein bis zwei Prozent. Das ist ein Vielfaches dessen, worüber wir hier reden, und es fällt bei jeder einzelnen Überweisung an, Jahr für Jahr, ohne dass es je auf einer Rechnung erscheint.

Wer also über ein Prozent Steuer nachdenkt, sollte zuerst über zwei Prozent Bankmarge nachdenken. Diese Reihenfolge spart mehr Geld als jede Steuergestaltung. Wie man Konten und Zahlungswege über Ländergrenzen hinweg sinnvoll aufstellt, zeigt unsere Schwesterseite FreedomBanking Plus.

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Was im Steuerjahr 2026 sonst noch auf dich zukommt

Damit du nicht bei dieser einen Zahl hängen bleibst, hier die Punkte aus demselben Gesetzespaket, die für europäische Unternehmer mit amerikanischer Gesellschaft praktisch wichtiger sind.

Die Grenze für den Abzug von Landes- und Kommunalsteuern. Sie war jahrelang bei 10.000 Dollar gedeckelt und wurde deutlich angehoben. Das ist vor allem in Bundesstaaten mit hoher Einkommen- oder Grundsteuer relevant, also in New York, Kalifornien und New Jersey, weniger in Texas oder Florida.

Neue Abzüge für Trinkgelder und Überstunden. Für Betriebe im Gastgewerbe und im Handwerk ändert das die Lohnabrechnung und die Erwartungen der Mitarbeiter. Wer solche Betriebe führt, sollte mit seiner Lohnbuchhaltung früh darüber sprechen.

Geänderte Meldegrenzen für Zahlungsdienstleister. Wer über Plattformen verkauft, bekommt Meldungen an die Steuerbehörde ab anderen Schwellen als bisher. Das betrifft jeden europäischen Händler mit amerikanischem Absatzkanal.

Alle drei Punkte wirken sich stärker auf die Steuerlast aus als die Verbrauchsteuer, über die dieser Text geht. Sie stehen nur in keiner Schlagzeile, weil sie technisch sind.

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Wie du das Jahr richtig anfängst

Der Januar ist in den Vereinigten Staaten der Monat, in dem sich entscheidet, wie unangenehm der April wird. Drei Dinge gehören jetzt erledigt.

Erstens die Belege des Vorjahres sortieren. Nicht im März. Wer im Januar sortiert, hat im Februar eine Steuererklärung und im April Ruhe.

Zweitens die Meldungen an Dienstleister und Mitarbeiter vorbereiten. Sie sind Ende Januar fällig, und die Fristen sind hart.

Drittens die eigene Struktur prüfen. Der Jahreswechsel ist der einzige Zeitpunkt, an dem sich bestimmte steuerliche Wahlrechte sauber ausüben lassen. Wer im Juni merkt, dass die Rechtsform nicht passt, kann das Jahr nicht mehr reparieren.

Was das im Einzelnen bedeutet, steht in Grundlagen zum amerikanischen Steuerrecht und, für Gesellschaften, in Steuerliche Betreuung von US-Unternehmen.

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Der Blick auf das große Bild

Diese Steuer ist Teil eines Gesetzespakets, das im Juli 2025 verabschiedet wurde und das eine ganze Reihe von Änderungen enthält, die uns in diesem Jahr noch beschäftigen werden. Sie ist innerhalb dieses Pakets eine der kleinsten Positionen und zugleich eine der symbolträchtigsten.

Denn sie beantwortet eine Frage, die in fast jeder Auswanderungsberatung irgendwann gestellt wird: Kommt mein Geld wieder heraus? Die Antwort lautet weiterhin ja. Sie lautet nur nicht mehr uneingeschränkt kostenlos.

Wenn du deine Entnahmewege sauber aufsetzen willst, bevor sie zur Gewohnheit werden, sprich mit der Kanzlei Mount Bonnell in Austin, Texas. Den Rahmen dazu gibt die Säule US-Steuern.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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