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US Visa & Immigration

Der Pass wird teurer, bevor du ihn hast: Amerika streicht die Ermäßigung für die Einbürgerung

Ein Verordnungsentwurf vom 23. Juni will die ermäßigte Gebühr für den Einbürgerungsantrag und die Gebührenbefreiung streichen. Angehörige der Streitkräfte bleiben ausgenommen.

23. Juni 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Es ist eine dieser Änderungen, die niemand bemerkt, der sie nicht selbst braucht. Am 23. Juni 2026 hat das Heimatschutzministerium vorgeschlagen, die Gebühren für den Einbürgerungsantrag anzupassen.

Konkret sollen zwei Dinge verschwinden: die Möglichkeit einer ermäßigten Gebühr für den Antrag auf Einbürgerung und die Gebührenbefreiung für diesen Antrag sowie für den Antrag auf Nachprüfung einer ablehnenden Entscheidung. Angehörige und ehemalige Angehörige der Streitkräfte bleiben nach den einschlägigen Vorschriften befreit.

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Warum das mehr ist als eine Gebührenfrage

Die Einbürgerung ist in den Vereinigten Staaten der letzte Schritt eines langen Wegs, und sie war bisher der einzige, bei dem der Staat auf die wirtschaftliche Lage des Antragstellers Rücksicht nahm.

Wer wenig verdiente, konnte eine ermäßigte Gebühr beantragen oder unter bestimmten Voraussetzungen ganz befreit werden. Das betraf Menschen, die seit Jahren im Land leben, arbeiten, Steuern zahlen und die letzte Stufe nur deshalb nicht nehmen, weil sie das Geld nicht haben.

Fällt diese Möglichkeit weg, wird der amerikanische Pass für eine bestimmte Gruppe faktisch unerreichbar. Nicht rechtlich, aber praktisch.

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Was in der Zwischenzeit gilt

Ein Verordnungsentwurf ist kein geltendes Recht. Bis eine Schlussregel erscheint, gelten die bisherigen Gebühren, einschließlich der ermäßigten Variante und der Befreiung.

Wer also die Voraussetzungen erfüllt und auf eine Ermäßigung angewiesen wäre, sollte nicht warten. Zwischen Entwurf und Schlussregel liegen in diesem Rechtsgebiet üblicherweise Monate, manchmal ein Jahr, und maßgeblich ist in aller Regel das Einreichdatum.

Das ist dieselbe Logik wie beim Staatsbürgerkundetest im vergangenen Oktober: Nicht der Termin des Gesprächs entscheidet, sondern der Tag, an dem der Antrag eingereicht wurde.

Wer diese Regel kennt, kann in einem Jahr voller Änderungen sehr viel Geld und Ärger sparen. Sie gilt in diesem Rechtsgebiet fast immer, und sie belohnt jeden, der früher einreicht, als er müsste.

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Für deutsche Auswanderer heißt das wenig

Sei ehrlich: Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt und die Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllt, hat in aller Regel nie über eine Gebührenbefreiung nachgedacht. Die Antragsgebühr ist ein vierstelliger Betrag, unangenehm, aber tragbar.

Relevant ist diese Änderung für uns aus einem anderen Grund: Sie fügt sich in eine Reihe, die dieses Jahr durchzieht. Höhere Gebühren beim H-1B, neue Gebühren für Asylverfahren, eine Gebühr für den schnellen Visumtermin, die Streichung von Ermäßigungen.

Das amerikanische Einwanderungssystem finanziert sich zunehmend über die Antragsteller und selektiert dabei zunehmend über Zahlungsfähigkeit.

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Wer überhaupt einbürgern kann

Bevor über Gebühren geredet wird, lohnt der Blick auf die Voraussetzungen, denn an ihnen scheitert es viel häufiger.

Wartezeit. In der Regel fünf Jahre als dauerhaft Aufenthaltsberechtigter, drei Jahre bei Ehe mit einem amerikanischen Staatsbürger, wenn die Ehe die ganze Zeit bestanden hat.

Physische Anwesenheit. Mindestens die Hälfte dieser Zeit tatsächlich im Land. Nicht gemeldet, anwesend.

Ununterbrochener Aufenthalt. Eine einzelne Abwesenheit von mehr als sechs Monaten stellt die Kontinuität infrage, eine von mehr als einem Jahr unterbricht sie in aller Regel. Für Unternehmer, die zwischen zwei Ländern pendeln, ist das die häufigste Falle.

Wohnsitz im Bezirk. Drei Monate vor der Antragstellung im Zuständigkeitsbereich der Behörde.

Guter Leumund. Der Begriff klingt weich, das Verfahren ist es nicht. Er umfasst Vorstrafen, nicht gezahlten Kindesunterhalt, falsche Angaben in früheren Anträgen und nicht abgegebene Steuererklärungen.

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Der Steuerteil, an dem es wirklich hängt

Wer die Staatsbürgerschaft beantragt, muss zeigen, dass er seinen steuerlichen Pflichten nachgekommen ist. Und amerikanische Steuerpflicht bedeutet Welteinkommen, unabhängig davon, wo verdient wurde.

Wer als Greencard-Inhaber jahrelang Einkünfte in Europa hatte und sie nie erklärt hat, hat kein Gebührenproblem. Der hat ein Problem, das älter ist als jede Verordnung, und es muss vor dem Antrag gelöst werden, nicht danach. Der Weg dazu steht in Streamlined Filing.

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Und der Test, über den seit Oktober alle reden

Seit dem 20. Oktober 2025 gilt für Anträge ab diesem Datum der Staatsbürgerkundetest von 2025: ein Katalog von 128 Fragen, zwanzig davon werden im Gespräch gestellt. Wer vorher eingereicht hat, bekommt den alten Test mit hundert Fragen und zehn Fragen im Gespräch.

Der Test ist lernbar und die Behörde veröffentlicht den vollständigen Katalog. Er ist nie der Grund, warum ein Verfahren scheitert. Die Aktenlage ist es.

Wenn du wissen willst, ob deine Akte diesen Weg trägt, sprich mit der Kanzlei Mount Bonnell in Austin, Texas. Der Überblick steht in US-Staatsbürger werden.

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Und was der Entwurf über die Richtung sagt

Man kann diese Gebührenanpassung isoliert lesen. Man kann sie auch in die Reihe stellen, die dieses Jahr durchzieht, und dann ergibt sie ein klares Bild.

Das amerikanische Einwanderungssystem finanziert sich zunehmend über die Antragsteller. Die Behörde ist zum überwiegenden Teil gebührenfinanziert, das war immer so. Neu ist, dass Ermäßigungen und Befreiungen entfallen und dass Gebühren gezielt so hoch angesetzt werden, dass sie steuernd wirken.

Für dich als Unternehmer aus dem deutschsprachigen Raum ist das überwiegend unproblematisch, weil du in aller Regel zu der Gruppe gehörst, die dieses System bevorzugt: qualifiziert, selbstfinanziert, mit einem Unternehmen im Rücken.

Man sollte nur nicht so tun, als sei das eine neutrale Entwicklung. Ein Einwanderungssystem, das nach Zahlungsfähigkeit sortiert, ist eine politische Entscheidung, und dieses Land hat sie in diesem Jahr getroffen.

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Die Frage, die am Ende zählt

Brauchst du den Pass, oder brauchst du Sicherheit?

Wenn du Sicherheit brauchst, weil du dein ganzes Vermögen und dein ganzes Leben hierher verlagert hast und dir keinen Statusverlust leisten kannst, dann ist die Einbürgerung die Antwort, und dann ist eine Gebühr im vierstelligen Bereich ein Detail.

Wenn du zwischen zwei Ländern lebst, Vermögen in Europa hast und eine Rückkehr nicht ausschließt, dann ist die dauerhafte Aufenthaltsberechtigung in vielen Fällen die bessere Wahl, weil sie dieselben praktischen Rechte gibt, ohne die lebenslange steuerliche Bindung.

Diese Frage sollte man einmal in Ruhe durchrechnen, mit den eigenen Zahlen, und dann entscheiden. Nicht wegen einer Verordnung, und nicht, weil im Freundeskreis alle es machen.

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Ein Wort zum Ablauf

Wer einbürgern will, sollte den Ablauf kennen, weil er länger dauert, als die meisten planen.

Nach der Einreichung kommt die Empfangsbestätigung, dann der Biometrietermin, dann irgendwann die Ladung zum Gespräch. Zwischen Einreichung und Gespräch liegen je nach Standort mehrere Monate bis über ein Jahr.

Im Gespräch werden der Antrag durchgegangen, Englisch geprüft und die Staatsbürgerkunde abgefragt. Wer besteht, bekommt einen Termin für die Vereidigung, und erst mit dem Eid ist man Staatsbürger.

Zwischen dem Gespräch und der Vereidigung können weitere Wochen liegen. Wer in dieser Zeit ins Ausland reist, sollte das genau planen, denn eine Abwesenheit im falschen Moment kann den Termin kosten.

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Was das für Unternehmer heißt

Wer eine Firma führt, hat mit diesem Verfahren ein praktisches Problem: Es verlangt Anwesenheit, und zwar nicht planbar. Ladungen kommen mit wenigen Wochen Vorlauf.

Deshalb der Rat, den wir Mandanten geben: Legt die Einbürgerung in eine Phase, in der das Unternehmen ohne euch zwei Wochen läuft. Wer das nicht kann, sollte zuerst daran arbeiten, denn ein Unternehmen, das an der Anwesenheit einer Person hängt, ist ohnehin ein Risiko.

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Und noch etwas, das oft übersehen wird

Der Antrag auf Einbürgerung ist der Moment, in dem die Behörde die gesamte Akte eines Menschen noch einmal ansieht. Alles, was du in den vergangenen zehn oder zwanzig Jahren gegenüber amerikanischen Behörden erklärt hast, wird gegengelesen.

Das ist für die allermeisten Menschen harmlos. Für einige ist es der Moment, in dem ein alter Fehler auftaucht: eine überschrittene Aufenthaltsdauer vor fünfzehn Jahren, eine Angabe in einem Visumantrag, die nicht mehr stimmte, eine Steuererklärung, die nie abgegeben wurde.

Deshalb der Rat, den man in diesem Rechtsgebiet nicht oft genug geben kann: Lass deine Akte prüfen, bevor du den Antrag stellst, nicht danach. Ein Antrag, der zurückgezogen wird, ist ein Vorgang. Ein Antrag, der wegen einer Falschangabe abgelehnt wird, ist ein Problem für den Rest deines Lebens.

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Der Vergleich, der die Entscheidung erleichtert

Stell die beiden Zustände einmal nebeneinander, mit deinen eigenen Zahlen.

Als dauerhaft Aufenthaltsberechtigter darfst du überall leben und arbeiten, gründen, kaufen, deine Kinder gehen zur Schule wie alle anderen. Du zahlst dieselben Steuern und bist weltweit erklärungspflichtig. Du darfst nicht wählen, und du kannst den Status verlieren.

Als Staatsbürger hast du alles davon plus Wahlrecht plus die Sicherheit, dass niemand dir das nehmen kann. Dafür bist du lebenslang erklärungspflichtig, auch wenn du das Land für immer verlässt, und der Ausstieg ist ein förmliches, teures Verfahren mit steuerlichen Folgen.

Für jemanden, der bleibt, ist die Rechnung eindeutig. Für jemanden, der es nicht weiß, ist sie es nicht. Und für jemanden, der ein großes europäisches Vermögen hat, ist sie es erst recht nicht.

Diese Entscheidung trifft man einmal. Sie ist es wert, sie mit spitzem Bleistift zu treffen.

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Der bessere Anlass, den dieser Entwurf bietet

Nämlich die Frage, ob du die Einbürgerung überhaupt anstrebst. Für viele europäische Unternehmer lautet die ehrliche Antwort nein, und das ist eine gute Antwort.

Die amerikanische Staatsbürgerschaft ist kein Aufenthaltstitel mit besserem Design. Sie ist eine steuerliche Bindung auf Lebenszeit. Wer sie annimmt, erklärt sein Welteinkommen gegenüber dem IRS, unabhängig davon, wo er wohnt, bis zum Tod oder bis zu einer förmlichen Aufgabe.

Was sie dafür bietet, ist Sicherheit. Eine Greencard kann man verlieren: durch lange Abwesenheit, durch Straffälligkeit, durch Fehler in Anträgen. Die Staatsbürgerschaft nicht.

Zwischen diesen beiden Polen liegt die Entscheidung, und sie fällt bei jedem anders aus. Ein Ruheständler mit Immobilien in Bayern entscheidet anders als eine Gründerin, deren gesamtes Vermögen in einer amerikanischen Gesellschaft steckt.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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