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US Visa & Immigration

Eine Million Dollar, geschenkt und nicht angelegt: Die Gold Card ist das teuerste Ticket, das Amerika je verkauft hat

Die Einwanderungsbehörde überarbeitet das Formular I-140G für das Gold-Card-Programm. Aus der Bekanntmachung lässt sich ablesen, mit wie vielen Antragstellern die Regierung tatsächlich rechnet.

10. März 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Es gibt eine Form der Einwanderung, über die in Deutschland viel gesprochen und wenig gewusst wird: der Kauf eines Aufenthaltsrechts. Portugal hatte sie, Malta hat sie, Zypern hatte sie und hat sie wieder abgeschafft. Und seit dem vergangenen Herbst haben die Vereinigten Staaten eine eigene Variante.

Sie heißt Gold Card, sie beruht auf einer Anordnung des Präsidenten vom September 2025, und sie hat ein eigenes Formular. Am 10. März 2026 hat die Einwanderungsbehörde die Datenerhebung dazu überarbeitet und dabei etwas veröffentlicht, das interessanter ist als jede Pressemitteilung: ihre eigene Erwartung.

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Was in der Bekanntmachung steht

Das Formular heißt I-140G. Die Behörde beschreibt seinen Zweck so: Es wird von einer Einzelperson oder von einer Kapitalgesellschaft benutzt, um ein beschäftigungsbasiertes Einwanderungsvisum im Rahmen des durch die Anordnung 14351 geschaffenen Gold-Card-Programms zu beantragen.

Und dann kommen die Zahlen, die der eigentliche Nachrichtenwert sind. Die Behörde schätzt die jährliche Zahl der Antragsteller auf 1.520 Einzelpersonen und 72 Kapitalgesellschaften. Der Zeitaufwand je Antwort wird mit fünf Stunden veranschlagt.

Etwa 1.600 Anträge im Jahr. Zum Vergleich: Über die Green-Card-Lotterie werden jedes Jahr bis zu 55.000 Visa vergeben, über die beschäftigungsbasierten Kategorien insgesamt ein Vielfaches davon.

Die Gold Card ist also, gemessen an der Erwartung der eigenen Behörde, kein Massenprogramm. Sie ist eine Nische für sehr wenige Menschen mit sehr viel Geld.

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Wie das Programm funktioniert

Der Grundgedanke ist einfach und für ein Land, das Einwanderung traditionell über Familie, Arbeit und Verdienst regelt, ungewöhnlich: Wer einen hohen Betrag an den Staat gibt, bekommt einen beschleunigten Weg zur dauerhaften Aufenthaltsberechtigung.

Anders als beim älteren Investorenvisum handelt es sich dabei nicht um eine Investition, die man zurückbekommen kann, wenn das Unternehmen läuft. Der Betrag ist eine Zuwendung. Er ist weg.

Das Programm nutzt bestehende Einwanderungskategorien und behandelt die Zahlung als unterstützendes Element. Es schafft also keine neue Visumkategorie im Gesetz, sondern legt eine neue Praxis über vorhandene.

Genau daran setzt die juristische Kritik an, und wer über eine solche Antragstellung nachdenkt, sollte das wissen: Ein Programm, das auf einer Anordnung der Exekutive beruht und nicht auf einem Gesetz des Kongresses, kann von einer nachfolgenden Regierung geändert oder eingestellt werden.

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Warum das für unsere Mandanten fast nie die richtige Antwort ist

Ich will hier keine moralische Debatte führen. Ich will rechnen.

Nehmen wir eine deutsche Unternehmerfamilie mit sieben- bis achtstelligem Vermögen, die dauerhaft in die Vereinigten Staaten will. Für sie gibt es mindestens drei Wege, die alle billiger sind.

Das E-2 Investorenvisum. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind Vertragsstaaten. Eine substanzielle Investition in ein aktives Unternehmen, das man leitet, genügt. Die Größenordnung liegt je nach Branche im niedrigen sechsstelligen Bereich, und das Geld ist nicht weg, sondern steckt im eigenen Betrieb. Es ist kein Weg zur Greencard, aber es ist unbefristet verlängerbar.

Das L-1 mit anschließender EB-1C. Wer ein europäisches Unternehmen führt und eine amerikanische Tochter aufbaut, kann als Führungskraft entsandt werden und daraus in vielen Fällen die dauerhafte Aufenthaltsberechtigung ableiten. Kosten: Anwalt und Struktur, keine Zuwendung.

Die EB-1A für außergewöhnliche Fähigkeiten. Kein Geld, sondern eine Akte. Wer in seinem Feld nachweisbar an der Spitze steht, kommt darüber ohne Arbeitgeber und ohne Investition.

Alle drei stehen auf gesetzlicher Grundlage und sind seit Jahrzehnten etabliert. Die Details stehen in E-2 Investorenvisum, L-1-Visum und EB-1A Greencard.

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Für wen die Gold Card trotzdem Sinn ergeben kann

Es gibt Konstellationen, in denen die üblichen Wege nicht funktionieren, und für die ist ein Programm wie dieses gemacht.

Wer aus einem Land kommt, das kein Vertragsstaat für das Investorenvisum ist, hat diesen Weg nicht. Wer kein Unternehmen führen will, sondern von Vermögen lebt, passt in keine beschäftigungsbasierte Kategorie. Wer aus einem Land mit langer Warteschlange in den regulären Kategorien kommt, wartet unter Umständen Jahrzehnte.

Für diese Menschen ist die Gold Card unter Umständen der einzige planbare Weg, und dann ist die Frage nicht, ob sie teuer ist, sondern ob es eine Alternative gibt.

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer gibt es fast immer eine.

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Was du prüfen solltest, bevor du so etwas erwägst

Die steuerliche Seite. Eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung macht dich steuerlich ansässig, mit Welteinkommen. Wer ein großes europäisches Vermögen hat, sollte das Jahr vor der Einreise für die Struktur nutzen. Danach sind viele Gestaltungen versperrt. Wie sich größere Vermögen international rechtssicher ordnen lassen, behandelt unsere Schwesterseite Asset Protection Plus.

Die Erbschaftsteuer. Sie ist der am häufigsten übersehene Punkt bei vermögenden Einwanderern. Die amerikanische Nachlassbesteuerung trifft Ansässige mit ihrem Weltvermögen, und für nichtamerikanische Ehegatten gelten Sonderregeln, die man kennen muss. Der Einstieg steht in US-Erbschaftsteuer für Nicht-US-Bürger.

Und die Beständigkeit des Programms. Wer eine siebenstellige Zuwendung leistet, sollte wissen, worauf sein Status beruht und was passiert, wenn die Grundlage entfällt.

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Wie andere Länder das machen, und was das über Amerika sagt

Der Markt für erkaufte Aufenthaltsrechte ist alt, und Europa hat ihn erfunden. Portugal, Griechenland, Spanien und Malta haben über Jahre Programme betrieben, die an Immobilienkäufe, Fondsanlagen oder Zuwendungen geknüpft waren. Die Europäische Kommission hat massiv dagegen gearbeitet, mehrere Programme sind eingestellt oder verschärft worden.

Die amerikanische Variante unterscheidet sich in einem Punkt grundlegend, und der ist für die Bewertung entscheidend: In Europa kauft man in aller Regel ein Aufenthaltsrecht, das keine Steuerpflicht auf das Welteinkommen auslöst, solange man nicht tatsächlich dort lebt. In den Vereinigten Staaten kauft man einen Status, der genau das tut, ab dem ersten Tag.

Eine amerikanische Greencard ist deshalb ein steuerlich sehr viel schwereres Papier als eine portugiesische Aufenthaltskarte. Wer sie erwirbt und dann doch überwiegend in Europa lebt, hat das Schlechteste aus beiden Welten: die amerikanische Erklärungspflicht ohne den amerikanischen Lebensmittelpunkt.

Das ist der Grund, warum wir bei vermögenden Mandanten fast immer zuerst über die Steuerfolgen sprechen und erst danach über den Weg. Die Reihenfolge umzudrehen kostet regelmäßig sechsstellige Beträge.

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Die Alternative, über die zu selten geredet wird

Es gibt für viele vermögende Europäer eine Lösung, die weder eine Million kostet noch eine Greencard verlangt: dauerhaft nicht ansässig bleiben und trotzdem in den Vereinigten Staaten unternehmerisch tätig sein.

Man gründet eine amerikanische Gesellschaft, führt dort Geschäfte, hält Immobilien, investiert, reist geschäftlich ein und bleibt steuerlich in Europa oder in einem dritten Land ansässig. Das ist völlig legal, seit jeher üblich und für viele Familien die wirtschaftlich weit bessere Lösung. Genau dieses Modell, die US-LLC ohne US-Betriebsstätte, ist das Spezialgebiet unserer Schwesterkanzlei Nullsteuer LLC.

Es funktioniert nur, wenn man die Anwesenheitstage im Griff hat und die Struktur sauber aufsetzt. Genau dafür gibt es Regeln, und genau deshalb ist die neue biometrische Ausreisekontrolle für diese Gruppe die wichtigere Nachricht dieses Jahres als jede Gold Card.

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Was die Gold Card über die Richtung der amerikanischen Einwanderungspolitik sagt

Legt man die Entwicklungen dieses Jahres nebeneinander, ergibt sich ein Bild, das man nüchtern beschreiben kann.

Der Weg über Arbeit wird teurer und selektiver, siehe die Gebühr und die nach Gehalt gewichtete Auswahl beim H-1B. Der Weg über das Los wird formalisierter, siehe die Passpflicht bei der Lotterie. Der Weg über die Familie wird enger, siehe die Beendigung mehrerer Zusammenführungsprogramme. Und ein neuer Weg über Geld wird geöffnet.

Das ist keine Verschwörung, sondern eine Präferenz, und sie wird offen vertreten: Einwanderung soll für die Vereinigten Staaten wirtschaftlich vorteilhaft sein, gemessen an Qualifikation und Kapital.

Für europäische Unternehmer ist diese Richtung, so unbequem sie in Einzelfällen ist, überwiegend günstig. Wer Kapital, Qualifikation und ein funktionierendes Unternehmen mitbringt, gehört zu der Gruppe, die dieses System bevorzugt.

Man sollte nur nicht den Fehler machen, daraus Sicherheit abzuleiten. Präferenzen ändern sich, und was auf einer Anordnung beruht, hält so lange wie die Anordnung.

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Ein praktischer Hinweis für alle, die Angebote bekommen

Rund um jedes solche Programm entsteht innerhalb weniger Monate eine Beratungsindustrie, und ein Teil davon arbeitet mit Methoden, die man kennen sollte.

Warnzeichen eins: garantierte Ergebnisse. Niemand kann eine Einwanderungsentscheidung garantieren, und wer es tut, verkauft dir Zuversicht statt Arbeit.

Warnzeichen zwei: Erfolgshonorare auf den Ausgang eines behördlichen Verfahrens. In seriösen Kanzleien ist das unüblich, weil es die Anreize verschiebt.

Warnzeichen drei: Vermittler, die zugleich das Produkt verkaufen, in das investiert werden soll. Wer dir den Weg empfiehlt und an dem Ziel verdient, berät dich nicht.

Und ein Ratschlag, der bei Beträgen dieser Größenordnung selbstverständlich sein sollte und es erstaunlich oft nicht ist: Lass die Struktur von jemandem prüfen, der nicht an ihr verdient. Eine zweite Meinung kostet ein Promille der Summe, um die es geht.

Denn eine Million Dollar sind eine Million Dollar, ganz gleich, wie golden die Karte aussieht, auf der sie am Ende steht. Wer sie ausgibt, sollte vorher wissen, dass es keinen billigeren Weg für ihn gab. In den allermeisten Fällen, die uns aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichen, gab es einen, und er war um mehr als eine Größenordnung günstiger.

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Was die Zahl 1.520 wirklich erzählt

Ich komme zum Anfang zurück, weil diese Zahl mehr sagt als jede Debatte. Eine Behörde, die mit rund 1.600 Anträgen im Jahr rechnet, plant kein Instrument der Einwanderungspolitik. Sie plant ein Produkt für eine sehr kleine Gruppe.

Und sie schätzt den Zeitaufwand je Antrag auf fünf Stunden. Fünf Stunden für einen Vorgang, an dem eine Million Dollar hängt. Das ist die vielleicht amerikanischste Zahl in diesem ganzen Dokument.

Wenn du wissen willst, welcher Weg für deine Situation tatsächlich der günstigste und der sicherste ist, sprich mit der Kanzlei Mount Bonnell in Austin, Texas. Der Überblick über alle Wege steht in der Säule US-Visum und Greencard.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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