Texas kennt keine Einkommensteuer und trotzdem eine Frist: Am 15. Mai zählt jede LLC im Staat
Am 15. Mai ist der Franchise Tax Report fällig, und jede in Texas registrierte Gesellschaft gibt ihren jährlichen Informationsbericht ab. Die Freigrenze liegt bei 2.650.000 Dollar. Wer darunter liegt, zahlt nichts und muss trotzdem melden.
Wenn du in Texas eine Gesellschaft hast, ist vorletzte Woche eine Frist abgelaufen, von der viele europäische Gesellschafter noch nie gehört haben. Sie gehört zur Franchise Tax, sie ist am 15. Mai fällig, und sie betrifft jede in Texas registrierte oder dort tätige Gesellschaft.
Das Wort Steuer ist dabei irreführend. Die meisten zahlen nichts. Melden müssen sie trotzdem.
Wie die texanische Gesellschaftsabgabe funktioniert
Texas erhebt keine Einkommensteuer, weder von natürlichen Personen noch auf Löhne. Was es erhebt, ist eine Abgabe auf den Bruttoumsatz von Gesellschaften, mit erheblichen Abzügen und einer hohen Freigrenze.
Diese Freigrenze liegt für die Berichtsjahre 2026 und 2027 bei 2.650.000 Dollar. Wer darunter liegt, zahlt keine Abgabe.
Zum Vergleich: Für 2024 und 2025 lag sie bei 2.470.000 Dollar. Sie wird regelmäßig angehoben, was in der Praxis dazu führt, dass die allermeisten kleinen und mittleren Betriebe in Texas nie eine Franchise Tax zahlen.
Und trotzdem muss man einreichen
Hier liegt die Falle. Wer unter der Freigrenze bleibt, zahlt nichts, muss aber einen Bericht abgeben: entweder den Public Information Report oder, je nach Rechtsform, einen Ownership Report.
Dieser Bericht ist keine Steuererklärung. Er nennt die Verantwortlichen der Gesellschaft, also Geschäftsführer, Direktoren oder Gesellschafter, und er hält die Registerdaten aktuell.
Wer ihn nicht einreicht, verliert das Recht, in Texas geschäftlich tätig zu sein. Die Gesellschaft besteht weiter, aber sie kann ihre Rechte vor Gericht nicht mehr durchsetzen und bekommt keine Bescheinigung über den guten Stand, die Banken und Vertragspartner regelmäßig sehen wollen.
Was viele über die texanische Abgabe falsch verstehen
Sie heißt Franchise Tax, und das Wort führt in die Irre. Es hat nichts mit Franchising zu tun. Es ist ein alter Begriff für eine Abgabe, die dafür erhoben wird, dass man in diesem Bundesstaat als Gesellschaft überhaupt auftreten darf.
Bemessungsgrundlage ist nicht der Gewinn, sondern der Bruttoumsatz nach Abzügen. Das ist für europäische Ohren ungewohnt, weil es bedeutet, dass auch ein Betrieb mit Verlust in die Abgabe rutschen kann, wenn sein Umsatz hoch genug ist.
Bei einer Freigrenze von 2.650.000 Dollar ist das für die meisten unserer Mandanten theoretisch. Für wachsende Handelsbetriebe mit hohem Umsatz und dünner Marge ist es sehr real, und dann lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Berechnungsmethoden, die das texanische Recht anbietet.
Wer davon betroffen ist
Jede in Texas gegründete LLC, Corporation oder Limited Partnership. Und jede außerhalb gegründete Gesellschaft, die in Texas geschäftlich tätig ist, ob sie sich dort registrieren musste oder nicht: Für die Franchise Tax reichen schon 500.000 Dollar Einnahmen aus Geschäften in Texas im Wirtschaftsjahr, auch ohne Büro oder Personal dort.
Genau dieser zweite Teil überrascht Delaware-Gründer regelmäßig. Wer seine Gesellschaft in Delaware registriert hat, weil das in einem Video stand, und dann ein Lager in Dallas mietet, ist in Texas geschäftlich tätig. Er muss sich dort registrieren, zahlt dort Gebühren, braucht dort einen Registered Agent und reicht dort diesen Bericht ein.
Aus einer Gesellschaft werden so zwei Registrierungen mit doppeltem Aufwand. Das ist der Preis einer Sitzstaatsentscheidung, die aus dem falschen Grund getroffen wurde.
Wann Texas dich überhaupt registrieren lässt
Die Frage, ab wann eine Gesellschaft in Texas geschäftlich tätig ist, entscheidet über alles Weitere, und sie ist unangenehm unscharf.
Klar auf der einen Seite: Wer ein Büro, ein Lager, eine Werkstatt oder Personal in Texas hat, ist tätig. Wer dort Waren lagert und von dort ausliefert, ebenfalls.
Klar auf der anderen Seite: Wer aus Deutschland an texanische Kunden liefert, ohne jede Präsenz, ist in aller Regel nicht tätig.
Dazwischen liegt eine Grauzone, in die viele europäische Onlinehändler geraten, ohne es zu merken: Ware in einem Erfüllungslager eines Marktplatzbetreibers in Texas begründet nach den meisten Auslegungen eine Anknüpfung. Wer über eine große Plattform verkauft und deren Lagernetz nutzt, hat unter Umständen in zehn Bundesstaaten gleichzeitig eine Anknüpfung, ohne je einen Vertrag darüber unterschrieben zu haben.
Das ist die praktisch wichtigste Frage für Händler, und sie ist wichtiger als die Wahl des Sitzstaats. Der Einstieg dazu steht in Nexus-Gesetze und Sales Tax.
Der texanische Fristenkalender für Gesellschaften
1. Januar: Stichtag für die Grundsteuer und die Freibeträge.
Vor dem 1. Mai: Homestead Exemption für selbstgenutzte Wohnimmobilien, und Widerspruchsfrist gegen die Bewertung.
15. Mai: Franchise Tax Report und Public Information Report.
Monatlich oder vierteljährlich: Umsatzsteuermeldungen, je nach Umsatzhöhe.
31. Januar des Folgejahres: Zahlung der Grundsteuer.
Fünf Termine. Wer sie im Kalender hat, hat Texas im Griff. Wer sie nicht hat, zahlt Zuschläge für Versäumnisse, die zwanzig Minuten Arbeit gewesen wären.
Warum so viele europäische Betriebe hierher kommen
Es ist nicht nur die Steuer. Es ist die Geschwindigkeit.
Eine Gesellschaft ist in Texas an einem Tag registriert. Eine Gewerbeimmobilie ist in Wochen bezogen, nicht in Quartalen. Eine Baugenehmigung dauert Monate, nicht Jahre. Und der Arbeitsmarkt ist tief genug, dass man Facharbeiter tatsächlich findet.
Dazu kommt eine Verwaltung, die Unternehmer nicht als Verdachtsfall behandelt. Das ist schwer zu beziffern und der Punkt, den Zuzügler am häufigsten nennen, wenn man sie nach einem Jahr fragt.
Der Preis dafür sind Grundsteuern, Sommer mit vierzig Grad und eine Infrastruktur, die dem Wachstum hinterherläuft. Wer das weiß und trotzdem kommt, kommt aus den richtigen Gründen. Mehr dazu in Texas als US-Standort und in Ist Austin die beste Stadt in den USA.
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Was passiert, wenn der Bericht fehlt
Zuerst kommt eine Mahnung, und zwar an die im Register hinterlegte Adresse. Wer die nicht pflegt, bekommt sie nicht.
Dann verliert die Gesellschaft ihr Recht, in Texas geschäftlich tätig zu sein. Praktisch heißt das: keine Bescheinigung über den guten Stand, Probleme bei Banken und Vertragspartnern, und die Unfähigkeit, eigene Ansprüche vor texanischen Gerichten durchzusetzen.
Und bei längerem Versäumnis droht die Streichung aus dem Register, mit allen Folgen für die Haftungsbeschränkung. Genau die war der Grund, warum man die Gesellschaft gegründet hat.
Die Reparatur ist möglich und kostet Nachzahlungen plus Gebühren. Vermeidbar wäre sie mit einem Kalendereintrag gewesen.
Der Sommer, den man einplanen sollte
Ein praktischer Hinweis für alle, die einen Umzug nach Texas erwägen und noch nie hier waren: Komm im August zur Probe, nicht im April.
Zwischen Juni und September liegen Wochen mit über vierzig Grad, und zwar nicht als Ausnahme, sondern als Wetterlage. Das Leben verlagert sich nach drinnen, in klimatisierte Räume, und die Stromrechnung im Hochsommer ist der Posten, der Zugezogene am meisten überrascht.
Wer im April kommt, verliebt sich in Bluebonnets, milde Abende und offene Fenster. Wer im August kommt, weiß, worauf er sich einlässt. Beide Erfahrungen gehören zu diesem Bundesstaat, und nur eine davon ist eine Entscheidungsgrundlage.
Und ein zweiter Hinweis: Nimm dir bei dieser Reise einen Nachmittag für einen Termin bei einer Bank und einen bei einem Immobilienmakler, auch wenn du noch nichts vorhast. Beide Gespräche erzählen dir mehr über den Alltag hier als jede Broschüre.
Die Frage, die man vor jedem Sitzstaat stellen sollte
Sie lautet nicht, welcher Bundesstaat die niedrigsten Steuern hat. Sie lautet: Wo entsteht meine Wertschöpfung tatsächlich?
Denn die amerikanische Systematik knüpft an Tätigkeit an, nicht an Registrierung. Wer in Texas arbeitet, wird in Texas erfasst, gleich in welchem Bundesstaat seine Gesellschaft eingetragen ist. Die Registrierung anderswo erspart einem nichts, sie verdoppelt nur den Aufwand.
Deshalb ist die richtige Reihenfolge immer: erst entscheiden, wo man tätig sein wird, dann dort gründen. Und nur dann von dieser Regel abweichen, wenn es einen konkreten Grund gibt, etwa Investoren, die Delaware verlangen.
Wer sich diese Frage vor der Gründung stellt, spart über die Jahre vierstellige Beträge und viel Verwaltungsärger. Die Entscheidungshilfe steht in Welcher Bundesstaat, welche Rechtsform.
Was Texas von einem verlangt und was nicht
Dieser Bundesstaat ist unternehmerfreundlich, und das ist keine Marketingfloskel, sondern eine nachprüfbare Eigenschaft. Er verlangt wenig, und was er verlangt, verlangt er pünktlich.
Er verlangt keinen Nachweis über Stammkapital. Er verlangt keinen Notar. Er verlangt keine Offenlegung von Jahresabschlüssen. Er verlangt keine Genehmigung für die meisten Gewerbe.
Er verlangt einen Bericht am 15. Mai, eine Umsatzsteuermeldung, wenn du steuerbare Umsätze hast, und die Grundsteuer, wenn du Eigentum hast. Und er verlangt, dass du dich selbst darum kümmerst.
Für Unternehmer aus Deutschland ist das eine Umstellung und in aller Regel eine angenehme. Man tauscht ein System, das viel vorschreibt und viel erinnert, gegen eines, das wenig vorschreibt und gar nicht erinnert.
Ein Hinweis für Gründungen mitten im Jahr
Wer seine texanische Gesellschaft in diesem Jahr gegründet hat, hat den 15. Mai unter Umständen noch nicht betroffen. Die erste Berichtspflicht entsteht erst im Jahr nach der Gründung.
Das führt regelmäßig zu einem Missverständnis: Gründer glauben, es sei nichts zu tun, und übersehen dann den ersten echten Termin, weil sie ihn nie erlebt haben.
Trag ihn dir deshalb jetzt ein, für das kommende Jahr, mit Erinnerung im April. Es ist die einzige texanische Frist, die eine Gesellschaft ohne Grundbesitz und ohne steuerbare Umsätze überhaupt hat.
Was Texas dafür bietet
Die Gegenrechnung fällt trotzdem klar aus. Keine Einkommensteuer des Bundesstaats, eine Abgabe, die unterhalb von 2,65 Millionen Dollar Umsatz nicht anfällt, schnelle Registrierung, ein tiefer Arbeitsmarkt und Genehmigungsverfahren, die in Wochen laufen statt in Monaten.
Dafür Grundsteuern, die spürbar sind, und eine Umsatzsteuerpflicht, die man ernst nehmen muss. Wer physische Waren verkauft oder bestimmte Dienstleistungen erbringt, muss sich registrieren, erheben, melden und abführen, in eigenen Rhythmen.
Was das im Einzelnen heißt, steht in Firma in Texas gründen und in Die Sales Tax in den USA.
Nachtrag: Wie es weitergeht, steht in Texas will die doppelte Steuer auf Plattformgebühren abschaffen, und wer online verkauft, sollte die nächsten Wochen genau verfolgen.
Beratung & Umsetzung
Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.