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US-Steuerrecht

Seit gestern nimmt der IRS an, und es ist die erste Steuersaison, in der Trinkgeld und Überstunden anders zählen

Am 26. Januar 2026 hat die Steuerbehörde die Annahme der Erklärungen für das Steuerjahr 2025 eröffnet. Es ist die erste Saison unter dem neuen Gesetzespaket, und sie betrifft auch Deutsche, die nie in Amerika gelebt haben.

27. Januar 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Am 26. Januar 2026 hat die amerikanische Steuerbehörde ihre Tore geöffnet und begonnen, Einkommensteuererklärungen für das Steuerjahr 2025 anzunehmen. Sie rechnet mit rund 164 Millionen Erklärungen bis zur Frist am 15. April.

Wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sitzt und denkst, das gehe dich nichts an, dann stimmt das in etwa der Hälfte der Fälle. In der anderen Hälfte irrst du dich, und diese Hälfte ist größer, als die meisten glauben.

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Wer in den Vereinigten Staaten erklären muss

Die amerikanische Steuerpflicht knüpft an drei Dinge an, und jedes einzelne genügt.

Staatsangehörigkeit. Wer einen amerikanischen Pass hat, erklärt sein Welteinkommen, unabhängig davon, wo er wohnt. Das gilt auch für Menschen, die in den Vereinigten Staaten geboren wurden und mit zwei Jahren weggezogen sind. Diese Gruppe ist im deutschsprachigen Raum größer, als man denkt, und sie erfährt es meistens durch ihre Bank.

Aufenthaltsstatus. Wer eine Greencard hat, ist steuerlich ansässig, auch wenn er das Jahr in Europa verbracht hat.

Anwesenheit. Wer die Schwelle des Anwesenheitstests überschreitet, ist ansässig, auch ohne Status. Die Rechnung addiert die Tage des laufenden Jahres, ein Drittel der Tage des Vorjahres und ein Sechstel der Tage davor.

Und unabhängig davon: Wer Einkünfte aus amerikanischer Quelle hat, erklärt diese, auch als Nichtansässiger. Das trifft jeden, der drüben vermietet, dort ein Gewerbe betreibt oder eine Gesellschaft hält, die selbst erklärungspflichtig ist.

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Was in dieser Saison neu ist

Es ist die erste Abrechnung unter dem Gesetzespaket vom Sommer 2025, und mehrere Neuerungen wirken sich zum ersten Mal aus.

Trinkgelder und Überstunden. Beide werden im Rahmen bestimmter Grenzen abzugsfähig gestellt. Für europäische Unternehmer ist das vor allem dann relevant, wenn sie Betriebe mit Servicepersonal oder mit Stundenlöhnen führen. Es ändert die Lohnabrechnung und die Erwartungen der Mitarbeiter.

Der Abzug für Landes- und Kommunalsteuern. Er war jahrelang bei 10.000 Dollar gedeckelt und wurde deutlich angehoben. Wer in einem Bundesstaat mit hoher Einkommensteuer oder hoher Grundsteuer lebt, spürt das unmittelbar.

Und eine Reihe technischer Änderungen bei Meldegrenzen, Abzügen und Freibeträgen, die einzeln unspektakulär sind und in der Summe die Rechnung verändern.

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Der Fehler, den Deutsche am häufigsten machen

Er lautet: Ich zahle doch schon in Deutschland, also bin ich in Amerika raus.

Das verwechselt zwei Dinge. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten verhindert in vielen Fällen, dass dasselbe Einkommen zweimal besteuert wird. Es verhindert nicht die Erklärungspflicht.

Der Unterschied ist gewaltig. Wer erklärt und nichts zahlt, hat alles richtig gemacht. Wer nicht erklärt, weil er ohnehin nichts zahlen müsste, hat eine Pflichtverletzung begangen, und die Sanktionen für unterlassene Erklärungen sind in diesem System weitgehend unabhängig davon, ob Steuer angefallen wäre.

Besonders unangenehm wird das bei den Meldungen über ausländische Konten und Beteiligungen. Dort bemisst sich die Strafe nicht am entgangenen Steuerbetrag, sondern am Kontostand oder als fester Betrag je Formular.

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Wenn du seit Jahren nichts erklärt hast

Diese Situation ist häufiger, als die Betroffenen glauben, und sie ist lösbar. Die Steuerbehörde hat für Menschen, deren Versäumnis nicht vorsätzlich war, ein vereinfachtes Verfahren geschaffen. Man reicht eine bestimmte Zahl zurückliegender Jahre nach, erklärt die Umstände und kommt in aller Regel ohne die drastischen Sanktionen davon.

Zwei Dinge sind dabei entscheidend. Erstens: Das Verfahren steht nur offen, solange die Behörde nicht selbst auf dich zugekommen ist. Wer wartet, bis der Brief kommt, hat die günstige Tür geschlossen. Zweitens: Die Frage, ob ein Versäumnis vorsätzlich war, entscheidet über alles, und sie wird anhand deiner eigenen Darstellung beurteilt.

Das ist keine Sache, die man mit einer Steuersoftware erledigt. Wir haben den Ablauf in Alles über Streamlined Filing beschrieben.

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Was du diese Woche vorbereitest

Sammle die Belege des Jahres 2025 vollständig, bevor du anfängst. Amerikanische Erklärungen bauen auf Meldebögen auf, die dir zugeschickt werden, und die kommen bis Ende Januar und teilweise später.

Prüfe, ob du eine Steuernummer für alle Beteiligten hast. Ehepartner und Kinder ohne amerikanische Sozialversicherungsnummer brauchen eine eigene Nummer, und deren Beantragung dauert. Der Weg dazu steht in EIN und Steuernummern.

Und kläre früh, welche Erklärung deine Gesellschaft abgeben muss und wann. Personengesellschaften und bestimmte Kapitalgesellschaften sind im März dran, nicht im April. Wer das verwechselt, ist einen Monat zu spät, bevor er angefangen hat.

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Die Fristen dieser Saison im Überblick

26. Januar 2026: Die Behörde nimmt Erklärungen für 2025 an.

16. März 2026: Erklärungen für Personengesellschaften und für Kapitalgesellschaften mit besonderer Besteuerungsform. Wer hier eine Verlängerung braucht, muss sie bis zu diesem Tag beantragen, nicht im April.

15. April 2026: Einkommensteuer für natürliche Personen, Erklärung regulärer Kapitalgesellschaften, Meldung ausländischer Konten und die Anlage über Geschäfte zwischen einer amerikanischen Gesellschaft und ihrem ausländischen Gesellschafter.

Wer im Ausland lebt, bekommt für die Einkommensteuer in der Regel eine automatische Verlängerung um zwei Monate. Das ist eine Verlängerung der Abgabefrist, nicht der Zahlungsfrist. Zinsen laufen ab April.

Diese Unterscheidung zwischen Abgeben und Zahlen ist der zweithäufigste Irrtum nach der Erklärungspflicht. Eine Verlängerung verschafft dir Zeit für Papier, nicht für Geld.

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Was eine amerikanische Steuererklärung von einer deutschen unterscheidet

Drei Dinge fallen Europäern beim ersten Mal auf.

Du rechnest selbst. In Deutschland reichst du Angaben ein und das Finanzamt erlässt einen Bescheid. In den Vereinigten Staaten berechnest du deine Steuer selbst, erklärst das Ergebnis und zahlst es gleich mit. Ein Bescheid kommt nur, wenn etwas nicht stimmt.

Es gibt keinen Bescheid, auf den man wartet. Damit gibt es auch keinen Zeitpunkt, an dem ein Jahr endgültig erledigt ist, außer dem Ablauf der Prüfungsfristen. Wer Unterlagen wegwirft, sollte diese Fristen kennen.

Und die Bundesstaaten kommen dazu. Neben der Bundeserklärung steht in vielen Fällen eine eigene Erklärung im Bundesstaat, mit eigenen Regeln und eigenen Fristen. In Texas und Florida gibt es keine Einkommensteuer für natürliche Personen, in Kalifornien und New York sehr wohl. Wer während des Jahres umzieht, erklärt unter Umständen in zwei Bundesstaaten.

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Ein Wort zur Software und zum Berater

Amerikanische Steuersoftware ist gut und billig, solange dein Fall amerikanisch einfach ist. Sobald ausländisches Einkommen, ausländische Konten, ausländische Gesellschaften oder ein Doppelbesteuerungsabkommen im Spiel sind, führt sie dich zuverlässig in die Irre, weil sie für diese Konstellationen nicht gebaut ist.

Die Faustregel, die sich in unserer Praxis bewährt hat: Wer nur amerikanische Einkünfte hat, kann das selbst machen. Wer eine Verbindung nach Europa hat, sollte es nicht. Die Ersparnis von ein paar hundert Dollar steht gegen Sanktionen, die bei ausländischen Meldungen fünfstellig beginnen.

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Der Sonderfall, der in Deutschland fast unbekannt ist

Es gibt eine Gruppe, für die diese Steuersaison jedes Jahr besonders unangenehm ist: Menschen, die amerikanische Staatsbürger sind, ohne es zu wollen und teilweise ohne es zu wissen.

Wer in den Vereinigten Staaten geboren wurde, ist nach dem vierzehnten Zusatzartikel der Verfassung Staatsbürger, unabhängig davon, was die Eltern dort taten und wie lange das Kind blieb. Ein deutsches Kind, das während eines Forschungsaufenthalts der Eltern in Boston zur Welt kam und mit acht Monaten nach München zog, hat einen amerikanischen Pass, ob es ihn beantragt hat oder nicht.

Und mit ihm die lebenslange Pflicht, sein Welteinkommen zu erklären. Auffliegen tut das in aller Regel nicht durch die Steuerbehörde, sondern durch die Bank, weil deutsche Banken im Rahmen des amerikanischen Meldesystems nach Anzeichen für amerikanische Steuerpflicht fragen und den Geburtsort dabei prüfen.

Die Betroffenen erfahren also mit vierzig, dass sie seit zwanzig Jahren erklärungspflichtig sind. Das ist ein Schock, es ist lösbar, und es ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen bei uns anrufen. Das vereinfachte Nachmeldeverfahren ist genau für solche Fälle gedacht.

Wer danach entscheidet, die Staatsbürgerschaft aufzugeben, sollte wissen, dass auch dieser Weg steuerliche Folgen hat und formal abgewickelt werden muss. Wir kommen im Lauf dieses Jahres darauf zurück, weil sich an den Gebühren dafür gerade etwas bewegt.

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Wie du dieses Jahr besser durchkommst als letztes

Ein einfacher Rat, der sich in der Praxis bewährt: Behandle die Steuererklärung nicht als Jahresereignis, sondern als Buchhaltungsergebnis. Wer im Januar sortiert, was er das ganze Jahr über abgelegt hat, braucht drei Stunden. Wer im April rekonstruiert, was er das ganze Jahr über liegen ließ, braucht drei Wochenenden und findet trotzdem nicht alles.

Und ein zweiter: Rechne dein amerikanisches Jahr im Herbst hoch, nicht im Frühjahr. Wer im Oktober weiß, wo er landen wird, kann noch handeln. Wer es im Februar erfährt, kann nur noch zahlen.

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Warum diese Saison auch eine gute Nachricht enthält

Bei aller Bürokratie: Das amerikanische Steuersystem ist für Unternehmer freundlicher, als sein Ruf es vermuten lässt. Betriebsausgaben werden großzügiger anerkannt als in Deutschland. Verluste lassen sich weitreichender verrechnen. Und die Möglichkeit, die steuerliche Behandlung einer Gesellschaft durch Wahlrecht zu bestimmen, gibt es in dieser Form in Europa nicht.

Der Preis dafür ist Eigenverantwortung. Es gibt keine Behörde, die dir sagt, was du hättest absetzen können. Es gibt nur deine Erklärung und ihre Prüfung.

Wer das ernst nimmt und sich rechtzeitig kümmert, fährt in diesem System gut. Wer es aussitzt, zahlt am Ende doppelt: die Steuer und die Sanktion.

Denn am Ende ist die amerikanische Steuererklärung genau das, was dieses Land insgesamt ist: mehr Freiheit, mehr Verantwortung und keine Instanz, die für dich mitdenkt.

Wenn du deine erste amerikanische Steuersaison vor dir hast oder eine alte Lücke schließen willst, sprich mit der Kanzlei Mount Bonnell in Austin, Texas. Den Überblick über die Betreuung gibt Steuerliche Betreuung natürlicher Personen und die Säule US-Steuern.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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