🌍 Reisen, Seminare & Workshops zu Plan B, Auswanderung & Steuern. Jetzt Termine ansehen! 🚀 →
Kanzlei Mount Bonnell

Kein US-Pass, keine Greencard, trotzdem steuerpflichtig: In Amerika entscheiden Tage und Dollar.

US-Steuerpflicht als Deutscher, Österreicher oder Schweizer: wann die IRS eine Erklärung von dir erwartet, warum 183 Tage nicht gleich 183 Tage sind und was zu Hause mit deinen US-Einkünften passiert

Die USA fragen bei der Einkommensteuer nicht nach deinem Pass. Sie fragen, wie viele Tage du im Land warst und woher dein Geld stammt. Wer als Deutscher, Österreicher oder Schweizer eine Wohnung in Florida vermietet, ein paar Monate für ein Projekt in Texas arbeitet, eine Greencard bekommt oder ganz umzieht, hat deshalb früher oder später mit der IRS zu tun, der Bundessteuerbehörde. Diese Seite ordnet alle Lagen, in denen das passiert, in der Reihenfolge, in der du sie prüfen musst: Ansässigkeit, Einkünfte, Abkommen, Steuernummer, Fristen, Vorauszahlungen, versäumte Jahre und die Seite zu Hause. Jeder Abschnitt führt zu einem eigenen Leitfaden. Wie die Abgabe selbst Schritt für Schritt abläuft, beschreibt unser Beitrag So reichst du als deutscher Staatsbürger eine US-Steuererklärung ein.

9 MIN
13. Oktober 2022
USA als DIGITALER NOMADE bereisen? US-Steuerpflicht ab $2T!

1Die erste Frage: Bist du für die IRS ansässig?

Das US-Steuerrecht teilt Ausländer in zwei Gruppen. Resident Aliens werden wie Amerikaner besteuert, mit ihrem gesamten Einkommen aus aller Welt. Nonresident Aliens zahlen nur auf Einkünfte aus den USA. Welche Gruppe du bist, entscheiden zwei Tests im Gesetz, 26 U.S.C. § 7701(b), und nicht dein Visum oder deine Meldeadresse.

Der Green Card Test. Wer zu irgendeinem Zeitpunkt im Kalenderjahr eine Greencard hat, also rechtmäßig dauerhaft in den USA wohnen darf, ist Resident. Das bleibt so, bis der Status förmlich aufgegeben oder entzogen ist, auch wenn du längst wieder in Europa lebst.

Der Substantial Presence Test. Ohne Greencard bist du ansässig, wenn du im laufenden Jahr an mindestens 31 Tagen in den USA warst und die gewichtete Summe aus drei Jahren mindestens 183 Tage erreicht. Gezählt werden alle Tage des laufenden Jahres, ein Drittel der Tage des Vorjahres und ein Sechstel der Tage des Jahres davor. Jeder Tag zählt, an dem du dich auch nur kurz im Land aufhältst. Die IRS rechnet selbst vor: Wer drei Jahre lang je 120 Tage in den USA war, kommt auf 120 plus 40 plus 20, also 180, und ist nicht ansässig.

Daher kommt der Satz, dass 183 Tage nicht gleich 183 Tage sind. Die 183 Tage des Tests sind gewichtete Tage aus drei Jahren. Die 183 Tage im Artikel 15 der Doppelbesteuerungsabkommen, die für Arbeitslohn gelten, sind echte Tage in einem Jahr oder in zwölf Monaten. Und das Visum oder ESTA regelt wieder etwas anderes, nämlich wie lange ein einzelner Aufenthalt dauern darf. Wer häufig geschäftlich reist, findet die Folgen im Beitrag US-Steuerpflicht bei Aufenthalt mit B1/B2-Visum oder ESTA.

Einige Tage zählen nicht mit: Tage im Transit unter 24 Stunden zwischen zwei Orten außerhalb der USA, Tage, an denen dich eine Krankheit, die in den USA aufgetreten ist, an der Ausreise hindert, und Tage als sogenannte Exempt Individual, etwa als Studierender oder Lehrkraft mit einem Studien- oder Austauschvisum, dessen Bedingungen du einhältst. Wer solche Tage abzieht, muss Form 8843 bei der IRS einreichen. Und selbst wer den Test erfüllt, bleibt Nonresident, wenn er im Jahr weniger als 183 Tage in den USA war, sein steuerliches Zuhause im Ausland hatte und dorthin eine engere Bindung nachweist. Dafür gibt es Form 8840, rechtzeitig bis zur Frist der Form 1040-NR.

Weiterlesen →

2Zuzug und Wegzug: das Jahr mit zwei Status

Im Jahr, in dem du in die USA ziehst oder sie verlässt, bist du oft beides: für einen Teil des Jahres Nonresident, für den anderen Resident. Die IRS nennt das Dual-Status. Erfüllst du den Substantial Presence Test, beginnt deine Ansässigkeit grundsätzlich am ersten Tag, an dem du im betreffenden Jahr in den USA warst. Bis zu zehn Tage eines früheren kurzen Besuchs kannst du dabei ausklammern, wenn du für diese Tage eine engere Bindung an dein Heimatland nachweist. Am Ende gilt Ähnliches: Deine Ansässigkeit endet mit dem letzten Tag in den USA, wenn du danach eine engere Bindung an ein anderes Land hast und im Folgejahr nicht wieder ansässig wirst.

Die Dual-Status-Erklärung hat Einschränkungen, die viele überraschen. Du bekommst keinen Standardabzug, du kannst nicht gemeinsam mit deinem Ehepartner erklären, und als Verheirateter rechnest du mit dem Tarif für getrennt veranlagte Ehegatten. Zwei Wahlrechte können das ändern. Mit der First-Year Choice kannst du dich schon für einen Teil des Zuzugsjahres als Resident behandeln lassen, wenn du mindestens 31 Tage am Stück und danach an mindestens 75 Prozent der restlichen Tage in den USA warst und im Folgejahr den Test erfüllst. Und wer am Jahresende mit einem Resident oder US-Bürger verheiratet ist, kann gemeinsam mit ihm wählen, für das ganze Jahr als Resident zu gelten. Dann erklärt ihr gemeinsam, aber beide mit dem weltweiten Einkommen, und keiner von euch kann sich auf das Abkommen berufen, um Nonresident zu sein.

Auf der europäischen Seite des Umzugs warten eigene Fragen, von der Abmeldung bis zur Wegzugsteuer. Sie behandelt der Leitfaden Wegzug aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Weiterlesen →

3Was die USA bei Nonresidents besteuern

Als Nonresident teilt die IRS deine US-Einkünfte in zwei Körbe, und jeder wird anders besteuert.

Effectively Connected Income. Einkünfte, die mit einer Geschäftstätigkeit in den USA zusammenhängen, versteuerst du nach Abzug der zulässigen Ausgaben mit demselben gestaffelten Tarif wie Amerikaner. Eine solche Geschäftstätigkeit hat in der Regel schon, wer in den USA persönlich arbeitet, wer dort ein Geschäft betreibt oder an einer Personengesellschaft beteiligt ist, die in den USA tätig ist. Eine enge Ausnahme gibt es für Angestellte eines ausländischen Arbeitgebers ohne US-Geschäft: Bleibst du im Jahr insgesamt höchstens 90 Tage in den USA und verdienst für diese Arbeit höchstens 3.000 Dollar, ist der Lohn kein US-Einkommen.

Fixed or Determinable Income. Passive Einkünfte aus US-Quellen ohne Bezug zu einem US-Geschäft, also Dividenden, Zinsen, Mieten, Lizenzen, Renten, trifft eine feste Steuer von 30 Prozent auf den Bruttobetrag, soweit ein Abkommen keinen niedrigeren Satz vorsieht. Sie wird meist schon vom Zahler einbehalten. Für Mieteinnahmen aus einer US-Immobilie kannst du wählen, sie wie Geschäftseinkünfte zu behandeln. Dann zahlst du auf den Gewinn nach Abschreibung und Kosten, statt auf die Bruttomiete, musst aber jedes Jahr erklären. Was das für Ferienhaus und Mietwohnung bedeutet, zeigt der Beitrag Steuern für US-Immobilienbesitzer.

Kursgewinne aus Wertpapieren besteuern die USA bei Nonresidents in der Regel nicht, solange sie im Jahr weniger als 183 Tage im Land waren; der Verkauf einer US-Immobilie folgt eigenen Regeln. Die Self-Employment Tax, also die Sozialabgaben der Selbständigen, zahlen Nonresidents nicht, es sei denn, ein Sozialversicherungsabkommen ordnet sie dem US-System zu.

Daraus folgt die Abgabepflicht. Eine Form 1040-NR musst du abgeben, wenn du im Jahr in den USA geschäftlich tätig warst, und zwar auch dann, wenn du keinen Gewinn hattest oder deine Einkünfte steuerfrei sind. Ohne US-Geschäft musst du abgeben, wenn die Steuer auf deine US-Einkünfte nicht schon an der Quelle voll einbehalten wurde. Und du gibst ab, wenn du zu viel einbehaltene Steuer zurückhaben oder Abzüge geltend machen willst. Für Nonresidents gelten dabei eigene Grenzen: kein Standardabzug, nur die Veranlagung als Single, als getrennt veranlagter Ehegatte oder als Qualifying Surviving Spouse, und Verheiratete rechnen mit dem Tarif für getrennt Veranlagte. Abzüge und Gutschriften gibt es nur, wenn die Erklärung rechtzeitig kommt, nach der IRS spätestens 16 Monate nach der Frist.

Neben der Bundessteuer erheben Bundesstaaten und teils auch Gemeinden eigene Einkommensteuern mit eigenen Erklärungen. Ob du dort erklären musst, hängt vom Staat ab, in dem du arbeitest, wohnst oder deine Immobilie liegt. Die Bundeserklärung bei der IRS ersetzt diese Erklärungen nicht.

Welche Lage zu welcher Erklärung führt
Deine LageStatus bei der IRSFormularWas du erklärst
Greencard zu irgendeinem Zeitpunkt im JahrResident Alien (Green Card Test)Form 1040dein weltweites Einkommen
mindestens 31 Tage im Jahr und 183 gewichtete Tage in drei Jahren in den USAResident Alien (Substantial Presence Test), außer eine Ausnahme oder das Abkommen greiftForm 1040dein weltweites Einkommen
Arbeit oder Geschäft in den USA, Wohnsitz zu HauseNonresident Alien mit US-GeschäftstätigkeitForm 1040-NRUS-Einkünfte; Pflicht zur Abgabe auch ohne Einkommen
nur US-Kapitalerträge oder Mieten, Steuer an der Quelle voll einbehaltenNonresident Alien ohne US-Geschäftstätigkeitkeine Pflicht; Form 1040-NR für eine ErstattungUS-Einkünfte, wenn du erklärst
US-Einkünfte, bei denen der Steuerabzug nicht reichteNonresident AlienForm 1040-NRUS-Einkünfte
Zuzug oder Wegzug im Laufe des JahresDual-StatusForm 1040 mit Aufstellung oder Form 1040-NR mit Aufstellung, je nach Status am Jahresendeweltweit für die Zeit der Ansässigkeit, sonst US-Einkünfte

Quelle: 26 U.S.C. § 7701(b); IRS, Publication 519 (2025), Kapitel 1, 6 und 7; IRS, Instructions for Form 1040-NR (2025).

Das übernehmen wir
Deine US-Steuererklärung

Form 1040 oder 1040-NR, auf Deutsch betreut.

Zur Leistung →

4Was das Doppelbesteuerungsabkommen ändert

Deutschland, Österreich und die Schweiz haben jeweils ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA. Für Privatpersonen sind drei Wirkungen entscheidend.

Es entscheidet die doppelte Ansässigkeit. Wer nach US-Recht Resident ist und zu Hause ebenfalls als ansässig gilt, ist nach dem Abkommen nur in einem Staat ansässig. Die Abkommen prüfen dazu nacheinander, wo du eine ständige Wohnstätte hast, wo der Mittelpunkt deiner Lebensinteressen liegt, wo du dich gewöhnlich aufhältst und welche Staatsangehörigkeit du hast. Gewinnt dein Heimatland, rechnet die IRS deine Steuer wie bei einem Nonresident. Du gibst dann Form 1040-NR ab und legst Form 8833 bei, mit der du die Berufung auf das Abkommen offenlegst. Wer eine solche Offenlegung unterlässt, riskiert eine Strafe von 1.000 Dollar je Fall. Für Greencard-Inhaber, die lange in den USA ansässig waren, kann dieser Schritt die Regeln der Wegzugsbesteuerung auslösen.

Es senkt die Steuer an der Quelle. Auf Dividenden von US-Gesellschaften dürfen die USA bei Privatpersonen höchstens 15 Prozent erheben, statt 30. Zinsen darf nach allen drei Abkommen nur dein Wohnsitzstaat besteuern. Einkünfte aus einer US-Immobilie dürfen die USA dagegen immer besteuern. Wie du den ermäßigten Satz beim Zahler bekommst, erklärt die Seite W-8BEN für Privatpersonen.

Es schützt keine Amerikaner. Jedes der drei Abkommen enthält eine Saving Clause: Die USA besteuern ihre Bürger und ihre Residents weiter nach eigenem Recht. Wer neben dem deutschen, österreichischen oder Schweizer Pass einen US-Pass hat, findet seine Pflichten in der Säule US-Steuerpflicht für Amerikaner in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Regeln für Arbeitslohn bei Einsätzen in den USA, die eigene 183-Tage-Regel des Artikels 15, behandelt der Beitrag Entsendung USA: Steuern und Gehalt.

Weiterlesen →

Die drei Abkommen im Vergleich, für Privatpersonen
DeutschlandÖsterreichSchweiz
Abkommen29. August 1989, geändert durch Protokoll vom 1. Juni 200631. Mai 19962. Oktober 1996
DoppelansässigkeitArtikel 4 Absatz 2: ständige Wohnstätte, Mittelpunkt der Lebensinteressen, gewöhnlicher Aufenthalt, Staatsangehörigkeit, VerständigungArtikel 4 Absatz 2: dieselbe ReihenfolgeArtikel 4 Absatz 3: dieselbe Reihenfolge
US-Steuer auf Dividenden (Privatperson)höchstens 15 %höchstens 15 %höchstens 15 %
US-Steuer auf Zinsenkeine, Besteuerung nur im Wohnsitzstaatkeine, Besteuerung nur im Wohnsitzstaatkeine, Besteuerung nur im Wohnsitzstaat
Einkünfte aus einer US-Immobiliedie USA dürfen besteuern (Artikel 6)
Wie das Heimatland die Doppelbesteuerung vermeidetFreistellung mit Progressionsvorbehalt; bei Streubesitzdividenden Anrechnung der US-SteuerAnrechnung der US-Steuer, höchstens bis zur österreichischen Steuer auf diese EinkünfteFreistellung mit Berücksichtigung beim Steuersatz; bei Dividenden Entlastung nach Schweizer Verfahren

Quelle: Abkommen USA und Deutschland, Artikel 4, 6, 10, 11 und 23 in der Fassung des Protokolls vom 1. Juni 2006 (BGBl. 2008 II S. 611; Vertragstexte der IRS); Abkommen USA und Österreich, Artikel 4, 6, 10, 11 und 22; Abkommen USA und Schweiz, Artikel 4, 6, 10, 11 und 23.

5Ohne US-Steuernummer keine Erklärung: die ITIN

Jede US-Steuererklärung braucht eine Steuernummer. Wer eine Social Security Number hat oder bekommen kann, nutzt sie. Alle anderen brauchen eine ITIN, eine neunstellige Nummer, die die IRS nur für Steuerzwecke vergibt. Sie berechtigt nicht zur Arbeit, ändert keinen Aufenthaltsstatus und ist außerhalb des Steuersystems kein Ausweis. Wer mit einem Arbeitsvisum in den USA arbeitet, kann eine SSN bekommen und erhält deshalb keine ITIN.

Beantragt wird sie mit Form W-7. Der Antrag gehört grundsätzlich an die Erklärung, für die du die Nummer brauchst; ohne Erklärung geht es nur, wenn eine der Ausnahmen der IRS greift, etwa für Kapitalerträge mit Steuerabzug und Abkommensvorteil. Als Nachweis von Identität und ausländischem Status genügt ein gültiger Reisepass allein, im Original oder als Kopie, die die ausstellende Behörde beglaubigt hat. Einreichen kannst du per Post bei der ITIN-Stelle der IRS in Austin, persönlich in einem Taxpayer Assistance Center in den USA oder über einen der von der IRS zugelassenen Acceptance Agents, die es auch im Ausland gibt. Die IRS nennt sieben Wochen Bearbeitung, neun bis elf Wochen in der Hauptsaison vom 15. Januar bis 30. April und bei Anträgen aus dem Ausland.

Für eine Fristverlängerung und für Vorauszahlungen brauchst du noch keine ITIN; auf den Formularen steht dann „ITIN TO BE REQUESTED“. Wer die Nummer früher braucht als zur ersten Erklärung, etwa für ein Konto, findet bei uns ITIN Express: ein Spezialverfahren, das wir gemeinsam mit unseren US-Attorneys entwickelt haben und das keine vorherige Steuererklärung voraussetzt. Die Bearbeitungszeit der IRS bleibt dabei dieselbe.

Weiterlesen →

6Wenn die ITIN stillliegt: Ablauf und Verlängerung

Eine ITIN gilt nicht unbegrenzt. Nach 26 U.S.C. § 6109(i) bleibt sie nur in Kraft, solange du sie benutzt. Steht sie drei Steuerjahre nacheinander auf keiner Bundessteuererklärung, weder auf deiner eigenen noch als Angehöriger auf der eines anderen, läuft sie nach der Praxis der IRS am 31. Dezember des dritten Jahres ab. ITINs, die vor 2013 vergeben und nie erneuert wurden, sind bereits abgelaufen.

Erneuern musst du nur, wenn die Nummer wieder auf einer Steuererklärung stehen soll. Wer seine ITIN nur auf Mitteilungen braucht, die andere über Zahlungen an ihn einreichen, etwa eine Form 1099 oder 1042-S, kann sie dort auch abgelaufen weiter verwenden. Die Erneuerung läuft wieder über Form W-7, mit dem Feld „Renew an existing ITIN“, der bisherigen Nummer und denselben Nachweisen wie beim Erstantrag, in der Regel zusammen mit der Erklärung. Wer mit einer abgelaufenen ITIN erklärt, muss mit Verzögerungen rechnen, und manche Gutschriften bleiben aus, bis die Nummer erneuert ist.

Weiterlesen →

Das übernehmen wir
ITIN Express

Deine ITIN über unser Spezialverfahren, ohne Steuererklärung.

Zur Leistung →

7Fristen: 15. April, 15. Juni, 15. Oktober, 15. Dezember

Die Frist hängt an deinem Status am Ende des Jahres und an der Art deiner Einkünfte. Residents geben bis zum 15. April des Folgejahres ab. Lebst du als Resident am 15. April mit Wohnung und Hauptgeschäftssitz außerhalb der USA, hast du automatisch zwei Monate mehr, bis zum 15. Juni. Nonresidents mit US-Arbeitslohn, von dem Steuer einbehalten wird, haben ebenfalls bis zum 15. April Zeit, alle anderen Nonresidents bis zum 15. Juni.

Mit Form 4868, eingereicht bis zur regulären Frist, verschiebt sich die Abgabe um sechs Monate: auf den 15. Oktober, oder auf den 15. Dezember, wenn deine reguläre Frist der 15. Juni war. Die Verlängerung gilt nur für die Abgabe. Die Steuer ist zum ursprünglichen Termin fällig, und ab dann laufen Zinsen. Fällt ein Termin auf ein Wochenende oder einen gesetzlichen Feiertag, gilt der nächste Werktag.

Weiterlesen →

Fristen der Bundessteuererklärung für das Steuerjahr 2025 (Kalenderjahr)
WerFormularAbgabe und Zahlungmit Form 4868
Resident Alien mit Wohnsitz in den USA104015. April 202615. Oktober 2026
Resident Alien, Hauptgeschäftssitz und Wohnung am 15. April außerhalb der USA1040automatisch 15. Juni 2026 (Zinsen ab 15. April)15. Oktober 2026
Nonresident Alien mit US-Arbeitslohn, von dem Steuer einbehalten wird1040-NR15. April 202615. Oktober 2026
Nonresident Alien ohne solchen Arbeitslohn1040-NR15. Juni 202615. Dezember 2026

Quelle: IRS, Publication 519 (2025), Kapitel 7; 26 U.S.C. § 6072(c). Fällt ein Termin auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Werktag. Die Verlängerung verschiebt die Abgabe, nicht die Zahlung.

8Steuer im laufenden Jahr: die Vorauszahlungen

Die US-Einkommensteuer ist eine Steuer, die im Laufe des Jahres gezahlt wird, nicht erst mit der Erklärung. Bei Angestellten erledigt das der Lohnsteuerabzug. Wer Einkünfte ohne Steuerabzug hat, etwa Gewinne aus einer US-Tätigkeit oder Mieten, die er als Geschäftseinkünfte erklärt, zahlt vierteljährlich voraus. Nonresidents nutzen dafür Form 1040-ES (NR), Residents Form 1040-ES.

Vorauszahlen musst du in der Regel, wenn du nach Abzug von Steuerabzug und erstattbaren Gutschriften mit mindestens 1.000 Dollar Steuer rechnest und der Abzug weniger deckt als 90 Prozent der Steuer des laufenden Jahres oder 100 Prozent der Steuer des Vorjahres. Lag dein bereinigtes Einkommen im Vorjahr über 150.000 Dollar, sind es 110 Prozent. Nonresidents ohne US-Arbeitslohn mit Steuerabzug zahlen in drei Raten: die Hälfte bis zum 15. Juni, je ein Viertel bis zum 15. September und zum 15. Januar des Folgejahres. Alle anderen zahlen in vier Raten zum 15. April, 15. Juni, 15. September und 15. Januar. Wer zu wenig oder zu spät zahlt, schuldet einen Zuschlag nach dem Zinssatz, den die IRS jedes Quartal festlegt. Erinnerungen verschickt die IRS nicht.

Weiterlesen →

9Versäumte Jahre: nachreichen, bevor die IRS fragt

Viele merken erst Jahre später, dass sie hätten erklären müssen: nach dem Kauf einer Mietwohnung, nach einem längeren Projekt in den USA, nach der Greencard. Für Nonresidents ist der wichtigste Grund, nicht zu warten, die Regel zu den Abzügen. Kosten, Abschreibung und Gutschriften gibt es nur mit einer rechtzeitigen Erklärung. Kommt sie zu spät, kann die IRS auf die Bruttoeinkünfte rechnen. Die IRS kann die Frist erlassen, wenn du nachweist, dass du vernünftig und in gutem Glauben gehandelt hast, und bei der Ermittlung mitwirkst. Wer glaubt, keine US-Geschäftseinkünfte zu haben, kann vorsorglich eine Protective Return abgeben und sich so die Abzüge für den Fall sichern, dass die IRS es anders sieht.

Die Streamlined Filing Compliance Procedures sind kein allgemeiner Weg für jeden, der etwas versäumt hat. Sie stehen nur US-Steuerpflichtigen offen, also US-Bürgern, Greencard-Inhabern und Personen, die den Substantial Presence Test erfüllen, und nur, wenn das Versäumnis nicht vorsätzlich war. Die Variante für Personen mit Wohnsitz in den USA setzt voraus, dass die Erklärungen der letzten drei Jahre abgegeben wurden, wenn sie fällig waren: Sie werden berichtigt, die FBAR-Meldungen der letzten sechs Jahre nachgeholt, und es fällt eine Pauschalstrafe von 5 Prozent des höchsten Stands der Auslandsvermögen an. Erklärungen, die nie abgegeben wurden, lassen sich auf diesem Weg nicht nachholen. Für im Ausland lebende US-Bürger gibt es eine eigene Variante; sie beschreibt unsere Seite Streamlined Filing, und den ersten Schritt für Betroffene der Beitrag Erste Abgabe als Accidental American.

Weiterlesen →

10Zu Hause: was mit deinen US-Einkünften passiert

Die US-Erklärung ist nur die halbe Arbeit. Wer in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ist dort nach § 1 des Einkommensteuergesetzes mit seinem Welteinkommen steuerpflichtig, und dazu gehören die US-Einkünfte. Das Abkommen regelt, wie die doppelte Besteuerung vermieden wird, und die drei Länder gehen dabei unterschiedlich vor.

Deutschland nimmt Einkünfte, die die USA nach dem Abkommen besteuern dürfen, etwa Mieten aus einer US-Immobilie, grundsätzlich aus der deutschen Bemessungsgrundlage heraus, berücksichtigt sie aber beim Steuersatz auf das übrige Einkommen, den Progressionsvorbehalt nach § 32b EStG. Für Dividenden aus Streubesitz gilt das nicht: Hier rechnet Deutschland die US-Quellensteuer auf die deutsche Steuer an. Lassen die USA eine Einkunft nach dem Abkommen steuerfrei oder können sie sie nach eigenem Recht nicht besteuern, entfällt die Freistellung.

Österreich rechnet die in den USA gezahlte Steuer an, höchstens bis zu dem Teil der österreichischen Steuer, der auf diese Einkünfte entfällt. Steuerfreie Einkünfte darf Österreich beim Steuersatz berücksichtigen.

Die Schweiz stellt Einkünfte, die die USA besteuern dürfen, frei und berücksichtigt sie beim Steuersatz. Für US-Dividenden gewährt sie auf Antrag eine Entlastung nach ihren eigenen Verfahren.

Wo genau deine Ansässigkeit zu Hause endet und was ein Wegzug aus Deutschland steuerlich auslöst, vertieft unsere Schwesterseite wohnsitzausland.com.

Persönlich klären
Beratung zu US-Steuern

Deine US-Steuerfrage, beantwortet von Leuten, die beide Seiten kennen.

Gespräch buchen →

11Deine Reihenfolge: in sieben Schritten zur richtigen Erklärung

  1. Tage zählen. Nimm die Ein- und Ausreisedaten der letzten drei Jahre und rechne den Substantial Presence Test für jedes Jahr.
  2. Status bestimmen. Prüfe Greencard, Ausnahmen für einzelne Tage, die engere Bindung an dein Heimatland und die Regel des Abkommens zur doppelten Ansässigkeit. Notiere, welche Formulare du dafür brauchst: 8843, 8840 oder 8833.
  3. Einkünfte sortieren. Teile deine US-Einkünfte in Geschäftseinkünfte und passive Einkünfte, und prüfe, ob bei Mieten die Wahl zur Nettobesteuerung sinnvoll ist.
  4. Steuernummer klären. SSN, wenn du eine hast oder bekommen kannst, sonst ITIN mit Form W-7, zusammen mit der Erklärung.
  5. Formulare wählen. Form 1040 oder Form 1040-NR mit Schedule OI und den Anlagen, die deine Einkünfte verlangen, im Jahr des Umzugs als Dual-Status-Erklärung.
  6. Fristen und Zahlungen sichern. Reguläre Frist notieren, bei Bedarf Form 4868 einreichen, Steuer zum ursprünglichen Termin zahlen und für das laufende Jahr die Vorauszahlungen planen.
  7. Zu Hause erklären. Die US-Einkünfte gehören in deine Steuererklärung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, mit dem Nachweis der US-Steuer.

Den Ablauf der Abgabe mit allen Angaben, die die IRS verlangt, findest du im Leitfaden So reichst du als deutscher Staatsbürger eine US-Steuererklärung ein. Wenn du die Erklärung nicht selbst erstellen willst, übernehmen wir sie für dich: deine US-Steuererklärung, Form 1040 oder 1040-NR.

Zusammengefasst
  • Für die IRS zählt nicht dein Pass, sondern dein Status: Resident Alien mit Greencard oder nach dem Substantial Presence Test, sonst Nonresident Alien.
  • Residents erklären ihr weltweites Einkommen auf Form 1040, Nonresidents nur US-Einkünfte auf Form 1040-NR, mit festen 30 Prozent auf passive Einkünfte, soweit das Abkommen nichts anderes sagt.
  • Die Abkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz lösen eine doppelte Ansässigkeit auf, begrenzen die US-Steuer auf Dividenden auf 15 Prozent und verlangen für die Berufung darauf Form 8833.
  • Ohne SSN brauchst du eine ITIN, beantragt mit Form W-7; sie verfällt, wenn du sie drei Jahre nacheinander auf keiner Erklärung verwendest.
  • Nonresidents ohne US-Arbeitslohn geben bis zum 15. Juni ab, mit Verlängerung bis zum 15. Dezember; Abzüge gibt es nur bei rechtzeitiger Erklärung.

Häufige Fragen

Muss ich als Deutscher in den USA eine Steuererklärung abgeben?

Das hängt von deinem Status und deinen Einkünften ab, nicht von deiner Staatsangehörigkeit. Als Resident Alien, also mit Greencard oder nach dem Substantial Presence Test, erklärst du dein weltweites Einkommen auf Form 1040. Als Nonresident Alien musst du Form 1040-NR abgeben, wenn du in den USA arbeitest oder ein Geschäft betreibst, und auch dann, wenn die Steuer auf deine US-Einkünfte nicht schon an der Quelle voll einbehalten wurde.

Ab wie vielen Tagen bin ich in den USA steuerpflichtig?

Nach dem Substantial Presence Test bist du ansässig, wenn du im laufenden Jahr an mindestens 31 Tagen in den USA warst und die Tage dieses Jahres, ein Drittel der Tage des Vorjahres und ein Sechstel der Tage des Jahres davor zusammen mindestens 183 ergeben. Ausnahmen wie die engere Bindung an dein Heimatland und das Doppelbesteuerungsabkommen können dich trotzdem zum Nonresident machen.

Welches Formular brauche ich, 1040 oder 1040-NR?

Residents geben Form 1040 ab, Nonresidents Form 1040-NR. Im Jahr des Zuzugs oder Wegzugs bist du oft beides, dann gilt eine Dual-Status-Erklärung, deren Hauptformular sich nach deinem Status am Jahresende richtet.

Brauche ich für die US-Steuererklärung eine ITIN?

Ja, wenn du keine Social Security Number hast und auch keine bekommen kannst. Die ITIN beantragst du mit Form W-7, in der Regel zusammen mit der Erklärung, für die du sie brauchst. Für eine Fristverlängerung und für Vorauszahlungen brauchst du sie noch nicht.

Bis wann muss ich die US-Steuererklärung abgeben?

Residents bis zum 15. April des Folgejahres. Nonresidents mit US-Arbeitslohn, von dem Steuer einbehalten wird, ebenfalls bis zum 15. April, alle anderen Nonresidents bis zum 15. Juni. Mit Form 4868 verschiebt sich die Abgabe um sechs Monate, die Zahlung nicht.

Muss ich meine US-Einkünfte auch zu Hause angeben?

Ja, wenn du zu Hause unbeschränkt steuerpflichtig bist. Deutschland stellt Einkünfte, die die USA nach dem Abkommen besteuern dürfen, meist frei und berücksichtigt sie beim Steuersatz, Österreich rechnet die US-Steuer an, die Schweiz stellt frei und berücksichtigt die Einkünfte beim Satz.

So helfen wir dir

Sebastian Sauerborn
Sebastian Sauerborn
Gründer der Kanzlei Mount Bonnell, Austin, Texas
14 Minuten Lesezeit · Stand: Oktober 2026

Alle Leitfäden zu diesem Thema

Welche Länder nehmen nicht am automatischen Informationsaustausch teil? Der ultimative Guide für 2025 Welche Länder nicht am CRS teilnehmen, warum die USA ihren eigenen Weg gehen und was das für dein Konto heißt. Weiterlesen → Wie niedrig sind die Steuern in den USA wirklich? Gehaltsvergleich zwischen Deutschland, USA und der Schweiz Netto nach Steuern und Sozialabgaben in Berlin, Austin und Freienbach, für Singles und für Familien. Weiterlesen → US-Krypto-Regulierung 2026: Gesetze, Behörden und Bundesstaaten Wie SEC, CFTC, FinCEN, IRS und die Bundesstaaten Kryptowährungen regulieren und besteuern. Weiterlesen → Amerika nimmt deine Daten. Zurück gibt es kaum welche. FATCA, die Abkommen nach Modell 1 und 2 und warum die USA beim automatischen Informationsaustausch kaum etwas zurückgeben. Weiterlesen → US Tax Season 2026: Bearbeitung deiner US-Steuererklärung auf Deutsch Persönliche Steuererklärung, Exempt-LLC, Corporation und Personengesellschaft: wer in den USA einreichen muss. Weiterlesen → Wer sich qualifiziert, welche Formulare du für drei Jahre Steuern und sechs Jahre FBAR brauchst und was aus den Strafen wird. Weiterlesen → Trust-Arten, Besteuerung, Grantor und Non-Grantor Trusts und die beliebtesten Bundesstaaten für Nicht-Ansässige. Weiterlesen → Resident oder Nonresident Alien: Wie der Substantial Presence Test deine Tage in den USA zählt, wann Form 8843 und 8840 dich herausrechnen und warum daraus 1040 oder 1040-NR folgt Green Card Test, Substantial Presence Test, Tage, die nicht zählen, engere Bindung an das Heimatland und die Regel des Abkommens: wie du deinen Status bestimmst und welches Formular daraus folgt. Weiterlesen → Estimated Tax USA: Wer mit Form 1040-ES vorauszahlen muss, warum Nonresidents am 15. Juni die Hälfte schulden und was ein Quartal ohne Zahlung dich an Zuschlag kostet Wer in den USA vorauszahlen muss, nach welchen Schwellen, zu welchen Terminen, wie du zahlst und was ein Rückstand kostet, für Residents und Nonresidents. Weiterlesen → ITIN abgelaufen: Warum deine US-Steuernummer nach drei stillen Jahren erlischt, wann du sie mit Form W-7 erneuern musst und wann du sie einfach ruhen lassen kannst Wann eine ITIN abläuft, wie du ihren Stand prüfst, wann eine Erneuerung nötig ist, wie Form W-7 dafür ausgefüllt wird und was mit Ehepartner und Kindern gilt. Weiterlesen → Form W-7 für die ITIN: Welche Unterlagen die IRS aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangt, wer sie prüfen darf und warum der Reisepass das einzige Dokument ist, das allein genügt Wer eine ITIN braucht, was Form W-7 abfragt, welche Unterlagen die IRS anerkennt, welche Ausnahmen ohne Steuererklärung gelten und wie Acceptance Agents und Certifying Acceptance Agents helfen. Weiterlesen → Frist der US-Steuererklärung: Für wen der 15. April gilt, für wen der 15. Juni, und warum die Fristverlängerung nur das Formular verschiebt, nie die Zahlung 15. April, 15. Juni, 15. Oktober, 15. Dezember: welche Frist für dich gilt, was Form 4868 verlängert und was nicht, was jeder Monat Verspätung kostet und wie die Fristen zu Hause dazu passen. Weiterlesen → US-Steuererklärung nachreichen: Welcher Weg zu dir passt, wenn Jahre fehlen, warum Streamlined nicht nur für Amerikaner gilt und weshalb Nonresidents nach 16 Monaten ihre Abzüge verlieren Verspätete 1040 oder 1040-NR, die 16-Monats-Grenze für Nonresidents, Streamlined Foreign Offshore und Domestic Offshore, FBAR und Meldeformulare nachholen, und was zu Hause folgt. Weiterlesen → Das Umzugsjahr in der US-Steuererklärung: zwei Status in einem Jahr, ein Stichtag, der selten dein Flugtag ist, und Wahlrechte, die du nur einmal bekommst Dual-Status, Stichtag der Ansässigkeit bei Zuzug und Wegzug, die zehn Tage, die nicht zählen, First-Year Choice, gemeinsame Veranlagung, Sailing Permit und was Deutschland, Österreich und die Schweiz im selben Jahr tun. Weiterlesen → Doppelbesteuerungsabkommen in der US-Steuererklärung: wann du dich auf das DBA berufen darfst, wann Form 8833 Pflicht ist und warum das Abkommen dir als Ansässigem seltener hilft, als du denkst Wie das Abkommen in die US-Erklärung kommt, wann Form 8833 Pflicht ist, was der Tie-Breaker auslöst und wie die Abkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz Renten, Social Security, Dividenden und Gewinne verteilen. Weiterlesen →

Mehr zum Thema US-Steuern für Privatpersonen

Alle Beiträge →