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Kanzlei Mount Bonnell

Die IRS gibt dir gern mehr Zeit für das Formular. Ihr Geld will sie trotzdem im April.

Frist der US-Steuererklärung: Für wen der 15. April gilt, für wen der 15. Juni, und warum die Fristverlängerung nur das Formular verschiebt, nie die Zahlung

Teil des Leitfadens US-Steuerpflicht als Deutscher, Österreicher oder Schweizer: wann die IRS eine Erklärung von dir erwartet, warum 183 Tage nicht gleich 183 Tage sind und was zu Hause mit deinen US-Einkünften passiert

Die Frist der US-Steuererklärung ist kein einzelnes Datum, sondern ein kleiner Kalender: Er hängt davon ab, ob du für die IRS ansässig bist, ob du US-Arbeitslohn mit Steuerabzug hattest und wo du am Stichtag lebst. Dazu kommt die Fristverlängerung mit Form 4868, die viele für einen Zahlungsaufschub halten. Sie ist keiner. Diese Seite ordnet alle Termine, rechnet vor, was eine verpasste Frist kostet, und zeigt, wie die US-Frist mit deiner Steuererklärung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zusammenspielt.

Wer in den USA eine Steuererklärung abgeben muss, kennt meist ein Datum: den 15. April. Das ist richtig, aber unvollständig. Das Gesetz knüpft die Frist an deinen Status bei der IRS, an die Art deiner Einkünfte und an den Ort, an dem du am Stichtag lebst. Ob du überhaupt ansässig bist und welches Formular dich betrifft, klärt die Seite 1040 oder 1040-NR; den Überblick über die ganze Erklärung gibt die Säule Steuererklärung in den USA als Deutscher, Österreicher, Schweizer. Hier geht es um den Kalender: wann du abgeben musst, wann du zahlen musst, was die Verlängerung wirklich bewirkt und was jeder Monat Verspätung kostet.

1Die Grundregel: der 15. April, für Formular und Geld

Nach § 6072(a) des Internal Revenue Code ist die Einkommensteuererklärung für ein Kalenderjahr bis zum 15. April des folgenden Jahres einzureichen. Für das Steuerjahr 2026 ist das der 15. April 2027, ein Donnerstag. Fällt der 15. April auf einen Samstag, einen Sonntag oder einen gesetzlichen Feiertag im District of Columbia, gilt nach § 7503 der nächste Werktag. Die Erklärung gilt nach Angaben der IRS als fristgerecht, wenn der Umschlag richtig adressiert ist, den Poststempel des Fälligkeitstags trägt und an diesem Tag aufgegeben wurde.

Wichtig ist der zweite Teil der Regel, den viele übersehen: Am selben Tag ist auch die Steuer fällig. Abgabe und Zahlung sind in den USA zwei getrennte Pflichten mit demselben Datum. Wer im April nur das Formular verschiebt, verschiebt damit nicht die Zahlung. Darauf baut alles Weitere auf.

Für Wirtschaftsjahre, die nicht dem Kalenderjahr entsprechen, gilt der 15. Tag des vierten Monats nach dem Jahresende. Für Privatpersonen ist das selten; fast alle erklären nach dem Kalenderjahr.

2Wer später abgeben darf: der 15. Juni und seine zwei Gründe

Den 15. Juni gibt es aus zwei ganz verschiedenen Gründen, und sie wirken unterschiedlich.

2.1Nonresidents ohne US-Arbeitslohn

Bist du für die IRS nicht ansässig (Nonresident Alien) und hattest im Jahr keinen Arbeitslohn, von dem US-Einkommensteuer einbehalten wurde, ist deine Form 1040-NR nach § 6072(c) erst am 15. Tag des sechsten Monats fällig, also am 15. Juni. Das betrifft typischerweise die Vermieterin einer Ferienwohnung in Florida, den Kommanditisten einer US-Personengesellschaft oder den Freiberufler mit US-Einkünften. Diese Frist ist eine echte Fälligkeit: Auch die Zahlung ist dann erst im Juni fällig. Hattest du dagegen US-Arbeitslohn mit Steuerabzug, gilt für deine 1040-NR der 15. April.

2.2Ansässige, die außerhalb der USA leben

Bist du US-Bürger oder ansässig, etwa als Greencard-Inhaber, lebst aber außerhalb der USA und hast dort deinen Hauptarbeitsort, bekommst du nach § 1.6081-5(a)(5) der Regulations automatisch zwei Monate mehr für Abgabe und Zahlung. Das gilt auch, wenn du am 15. April gerade in den USA bist. Der Unterschied zum ersten Fall: Die IRS berechnet Zinsen ab dem 15. April, denn der eigentliche Fälligkeitstag bleibt der April. Wer diese automatische Verlängerung nutzt, legt der Erklärung eine Aufstellung bei, aus der hervorgeht, dass er die Voraussetzungen erfüllt. Was für Amerikaner in Deutschland, Österreich und der Schweiz sonst gilt, steht auf der Seite Fristen für Amerikaner im Ausland.

Die Tabelle fasst alle Lagen für das Steuerjahr 2026 zusammen, einschließlich des Jahres, in dem du zu- oder wegziehst. Für ein solches Dual-Status-Jahr entscheidet dein Status am 31. Dezember, welches Formular du abgibst und welche Frist gilt; die Einzelheiten stehen auf der Seite Zuzugsjahr und Wegzugsjahr.

Fristenkalender der Bundessteuererklärung für das Steuerjahr 2026 (Kalenderjahr)
Deine LageFormularAbgabe und ZahlungAbgabe mit Form 4868
ansässig (Resident Alien), Wohnsitz in den USA104015. April 202715. Oktober 2027
ansässig, Wohnung und Hauptarbeitsort außerhalb der USA1040automatisch 15. Juni 2027, Zinsen ab 15. April 202715. Oktober 2027; auf begründeten Brief bis 15. Dezember 2027
nicht ansässig, mit US-Arbeitslohn, von dem Steuer einbehalten wird1040-NR15. April 202715. Oktober 2027
nicht ansässig, ohne solchen Arbeitslohn1040-NR15. Juni 202715. Dezember 2027
Dual-Status, am Jahresende ansässig1040 mit Aufstellung15. April 202715. Oktober 2027
Dual-Status, am Jahresende nicht ansässig, ohne US-Arbeitslohn1040-NR mit Aufstellung15. Juni 202715. Dezember 2027

Quelle: 26 U.S.C. § 6072(a) und (c); 26 CFR § 1.6072-1(c); 26 CFR § 1.6081-4 und § 1.6081-5(a)(5); 26 U.S.C. § 7503; IRS, Publication 519 (2025), Kapitel 6 und 7; IRS, Publication 54 (2025); IRS, Form 4868 (2025). Alle genannten Tage des Jahres 2027 sind Werktage. Fällt ein Termin auf ein Wochenende oder einen Feiertag im District of Columbia, gilt der nächste Werktag.

3Form 4868: Was die Verlängerung kann und was nicht

Die Fristverlängerung ist in den USA ein Formular, kein Gesuch. Wer Form 4868 bis zum ursprünglichen Fälligkeitstag einreicht, bekommt nach § 1.6081-4 der Regulations automatisch sechs Monate mehr für die Abgabe. Eine Begründung verlangt die IRS nicht; sie meldet sich nur, wenn sie den Antrag ablehnt. Es gibt drei Wege:

  • Zahlung mit Vermerk. Du zahlst elektronisch die geschätzte Steuer ganz oder teilweise und kennzeichnest die Zahlung als Zahlung für eine Verlängerung. Dann brauchst du kein eigenes Formular; die IRS behandelt die Zahlung als Antrag.
  • Elektronisch. Form 4868 über eine Steuersoftware oder einen Berater, der elektronisch einreicht. Du erhältst eine elektronische Bestätigung.
  • Auf Papier. Form 4868 per Post, auf Wunsch mit einer Zahlung.

Drei Dinge musst du dabei richtig machen. Erstens musst du deine Steuer für das Jahr ordentlich schätzen und den Betrag in Zeile 4 eintragen; eine Verlängerung mit einer offensichtlich falschen Schätzung trägt nicht. Zweitens musst du rechtzeitig einreichen, also bis zum April-Termin oder, bei der 1040-NR ohne US-Arbeitslohn, bis zum 15. Juni. Drittens musst du wissen, dass die Verlängerung die Zahlung nicht verschiebt.

Die Verlängerung führt so weit:

  • Fällig im April: Abgabe bis 15. Oktober.
  • 1040-NR ohne US-Arbeitslohn, fällig im Juni: Abgabe bis 15. Dezember. Dafür kreuzt du Zeile 9 der Form 4868 an.
  • Ansässig mit Wohnsitz außerhalb der USA: Die automatischen zwei Monate und die sechs Monate laufen gleichzeitig, das Ende ist also der 15. Oktober. Du kreuzt Zeile 8 an und reichst bis zum 15. Juni ein. Danach kannst du mit einem begründeten Brief an die IRS, eingereicht bis zum 15. Oktober, zwei weitere Monate bis zum 15. Dezember beantragen. Diese Verlängerung liegt im Ermessen der IRS.

Mehr als sechs Monate gibt es nach § 6081(a) nur für Steuerpflichtige im Ausland. Die IRS kann eine Verlängerung außerdem jederzeit beenden, mit einer Ankündigung von mindestens zehn Tagen.

3.1Die 90-Prozent-Regel

Der Zuschlag für verspätete Zahlung fällt für die Zeit der Verlängerung nicht an, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Bis zum ursprünglichen Fälligkeitstag sind mindestens 90 % der Steuer des Jahres gezahlt, durch Lohnsteuerabzug, Vorauszahlungen oder die Zahlung mit Form 4868, und der Rest kommt mit der Erklärung. Die Zinsen laufen trotzdem. Wer im April also weiß, dass er nachzahlen muss, zahlt den geschätzten Betrag gleich mit der Verlängerung.

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4Was eine verpasste Frist kostet

Die IRS rechnet mit zwei Zuschlägen und Zinsen. Der Zuschlag für verspätete Abgabe beträgt nach § 6651(a)(1) 5 % der Steuer, die am Fälligkeitstag noch offen war, für jeden angefangenen Monat, höchstens 25 %. Gemeint ist die Frist einschließlich einer Verlängerung: Wer verlängert hat und bis zum 15. Oktober abgibt, ist nicht zu spät. Ist die Erklärung mehr als 60 Tage zu spät, setzt die IRS einen Mindestzuschlag fest. Für Erklärungen, die nach dem 31. Dezember 2025 fällig sind, beträgt er 525 Dollar oder 100 % der offenen Steuer, je nachdem, welcher Betrag kleiner ist; die IRS passt den Dollarbetrag an die Inflation an.

Der Zuschlag für verspätete Zahlung beträgt 0,5 % der offenen Steuer je angefangenem Monat, ebenfalls höchstens 25 %. Treffen beide in einem Monat zusammen, sinkt der Abgabezuschlag um den Zahlungszuschlag, sodass aus 5 % insgesamt 4,5 % und 0,5 % werden. Nach fünf Monaten ist der Abgabezuschlag ausgeschöpft, der Zahlungszuschlag läuft weiter. Die Zinsen setzt die IRS jedes Quartal neu fest: kurzfristiger Bundeszins plus drei Prozentpunkte, für das vierte Quartal 2026 sind das 7 % im Jahr.

Ein Beispiel: Du gibst deine 1040 für 2025 ohne Verlängerung erst am 10. August 2026 ab und zahlst an diesem Tag 2.000 Dollar nach, die am 15. April 2026 fällig waren. Vom 16. April bis zum 10. August sind vier angefangene Monate vergangen. Rechnerisch ergibt der Abgabezuschlag vier mal 4,5 %, also 18 % oder 360 Dollar; der Zahlungszuschlag vier mal 0,5 %, also 2 % oder 40 Dollar. Weil die Erklärung mehr als 60 Tage zu spät ist, prüft die IRS den Mindestzuschlag: 525 Dollar oder die offene Steuer von 2.000 Dollar, der kleinere Betrag. Die 360 Dollar liegen darunter, also setzt die IRS 525 Dollar für die verspätete Abgabe an, dazu die 40 Dollar und die Zinsen. Eine einfache Verlängerung im April hätte den Abgabezuschlag ganz vermieden.

4.1Wann der Zuschlag entfällt

Beide Zuschläge entfallen, wenn du einen wichtigen Grund nachweist (Reasonable Cause). Für Erklärungen ab dem Steuerjahr 2025 wendet die IRS außerdem automatisch eine Kulanzregel an, die Automatic Exemption from Penalty: Wer die gleiche Erklärung in den drei Vorjahren pünktlich abgegeben und gezahlt hat, bekommt für verspätete Abgabe oder Zahlung keinen Zuschlag festgesetzt. Die Zinsen bleiben. Und wer eine Erstattung bekommt, zahlt keinen Zuschlag, weil er sich an der offenen Steuer bemisst. Die Erstattung musst du aber innerhalb von drei Jahren nach dem Fälligkeitstag beantragen, sonst verfällt sie.

4.2Die Frist hinter der Frist für Nonresidents

Für Nonresidents gibt es eine zweite, oft teurere Grenze. Abzüge und Steuergutschriften stehen dir nach § 874(a) nur zu, wenn du eine richtige Erklärung rechtzeitig abgibst. Rechtzeitig heißt hier: innerhalb von 16 Monaten nach dem Fälligkeitstag. Hast du schon für das Vorjahr nichts abgegeben, endet diese Frist früher, sobald die IRS dir schreibt, dass die Erklärung fehlt. Für eine vermietete US-Immobilie, die du netto versteuerst, kann das heißen: Die Miete wird ohne Abzug von Zinsen, Abschreibung und Kosten besteuert. Wie du solche Jahre nachholst, beschreibt die Seite US-Steuererklärung nachreichen.

Was eine verpasste Frist kostet: Zuschläge und Zinsen auf Bundesebene
PostenHöheBemessung und Grenze
Zuschlag für verspätete Abgabe (Failure to File)5 % je angefangenem Monatauf die Steuer, die bis zum Fälligkeitstag nicht gezahlt war; höchstens 25 %
Mindestzuschlag bei mehr als 60 Tagen Verspätung525 Dollar oder 100 % der offenen Steuer, der kleinere Betragfür Erklärungen, die nach dem 31. Dezember 2025 fällig sind (für Erklärungen mit Fälligkeit im Jahr 2025 waren es 510 Dollar); der Betrag wird an die Inflation angepasst
Zuschlag für verspätete Zahlung (Failure to Pay)0,5 % je angefangenem Monathöchstens 25 %; 0,25 % während einer genehmigten Ratenzahlung bei pünktlicher Abgabe; 1 % nach Ankündigung der Pfändung
Zusammentreffen beider ZuschlägeAbgabezuschlag sinkt um den Zahlungszuschlagim selben Monat 4,5 % plus 0,5 %
Zinsen auf die offene Steuerkurzfristiger Bundeszins plus 3 Prozentpunktevierteljährlich festgesetzt; viertes Quartal 2026: 7 % im Jahr; laufen ab dem ursprünglichen Fälligkeitstag, auch bei Verlängerung

Quelle: 26 U.S.C. § 6651(a); 26 U.S.C. § 6621(a)(2); IRS, Failure to File Penalty; IRS, Failure to Pay Penalty; IRS, Quarterly interest rates (2026); IRS, Form 4868 (2025).

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5Fristen, die neben der Erklärung laufen

Neben der Einkommensteuererklärung gibt es Meldungen mit eigenen Terminen. Sie werden leicht vergessen, weil sie keine Steuer auslösen.

  • FBAR. Die Meldung ausländischer Finanzkonten an das Finanzministerium (FinCEN Form 114) ist am 15. April fällig, mit automatischer Verlängerung bis zum 15. Oktober, ohne Antrag. Sie geht elektronisch über das BSA E-Filing System und nicht mit der Steuererklärung. Pflichtig ist eine US-Person, wenn ihre Konten außerhalb der USA zusammen zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr mehr als 10.000 Dollar wert waren.
  • Form 8843 und Form 8840. Wer Tage im Substantial Presence Test nicht zählt oder sich auf die engere Verbindung zum Heimatland beruft, legt diese Formulare der 1040-NR bei. Musst du keine Erklärung abgeben, schickst du sie bis zum Fälligkeitstag der 1040-NR, einschließlich Verlängerung, an das IRS-Zentrum in Austin. Wer Form 8840 nicht rechtzeitig einreicht, kann sich auf die engere Verbindung nicht berufen.
  • Erklärungen zu Beginn und Ende der Ansässigkeit. Wer beim Zuzug bis zu zehn Tage nicht zählt oder beim Wegzug einen früheren Stichtag als den 31. Dezember will, reicht eine Erklärung mit der Steuererklärung ein oder, ohne Erklärungspflicht, bis zum Fälligkeitstag der 1040-NR.
  • First-Year Choice. Wer sich im Zuzugsjahr freiwillig als ansässig behandeln lassen will, kann die 1040 erst abgeben, wenn er den Substantial Presence Test im Folgejahr erfüllt. Bis dahin hilft nur die Verlängerung, und die Steuer zahlst du mit ihr so, als wärst du das ganze Jahr nicht ansässig gewesen.
  • Vorauszahlungen. Die Vorauszahlungen für das laufende Jahr haben eigene Termine; für Nonresidents ohne US-Arbeitslohn ist die erste am 15. Juni fällig. Mehr dazu auf der Seite Steuervorauszahlungen mit Form 1040-ES.

Eine Besonderheit am Rande: Eine Dual-Status-Erklärung für das Steuerjahr 2025 kann nach Angaben der IRS nicht elektronisch eingereicht werden. Sie geht per Post, und der Postweg aus Europa braucht seine Zeit. Plane die Frist danach.

6Die Frist zu Hause und warum die Reihenfolge zählt

Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ebenfalls erklärt, hat zwei Kalender. Die US-Frist liegt fast immer vorn.

In Deutschland ist die Einkommensteuererklärung nach § 149 Abs. 2 AO sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres fällig, also Ende Juli. Erstellt sie ein Steuerberater, gilt nach § 149 Abs. 3 AO der letzte Tag im Februar des zweiten Folgejahres. Für das Steuerjahr 2025 gilt diese Regel ohne Übergangsfrist; für 2024 war die Beraterfrist noch auf den 30. April 2026 verlängert. In Österreich ist die Erklärung nach § 134 BAO bis zum 30. April des Folgejahres einzureichen, über FinanzOnline bis zum 30. Juni; auf begründeten Antrag verlängert das Finanzamt. In der Schweiz veranlagen die Kantone die direkte Bundessteuer; die zuständige Steuerbehörde fordert zur Einreichung auf und setzt die Frist.

Für die Reihenfolge gibt es einen sachlichen Grund. In Deutschland und der Schweiz bleiben US-Einkünfte, die die USA nach dem Abkommen besteuern dürfen, meist steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Dafür braucht das Finanzamt die Zahlen aus der US-Erklärung. In Österreich wird die US-Steuer angerechnet, auch dafür braucht es den US-Betrag. Lebst du dagegen in den USA und hast Einkünfte aus der Heimat, ist es umgekehrt: Dann rechnest du in der US-Erklärung die Steuer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz an, und die steht im April oft noch nicht fest. Das Gesetz hilft hier: Einen Antrag auf Erstattung, der auf einer Anrechnung ausländischer Steuer beruht, kannst du nach § 6511(d)(3)(A) bis zu zehn Jahre nach dem Fälligkeitstag des Jahres stellen, in dem die Steuer gezahlt wurde. Du gibst also fristgerecht mit dem besten verfügbaren Betrag ab und berichtigst mit Form 1040-X, wenn der Bescheid von zu Hause kommt. Wie das Abkommen die beiden Seiten verbindet, erklärt die Seite Treaty-Position und DBA-Vorteile.

Die Frist zu Hause im Vergleich
DeutschlandÖsterreichSchweiz
Regelsieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres (§ 149 Abs. 2 AO)30. April des Folgejahres, über FinanzOnline 30. Juni (§ 134 Abs. 1 BAO)die zuständige kantonale Steuerbehörde fordert zur Einreichung auf und setzt die Frist (Art. 2 und Art. 124 DBG)
mit Beraterbis zum letzten Tag im Februar des zweiten Folgejahres (§ 149 Abs. 3 AO)längere Fristen über die Quotenregelung (§ 134a BAO)nach kantonaler Praxis
Verlängerungauf Antragauf begründeten Antrag, auch über FinanzOnline (§ 134 Abs. 2 BAO)nach kantonaler Praxis
Steuerjahr 2025Ende Juli 2026, mit Berater Ende Februar 2027 (keine Übergangsfrist mehr; für 2024 galt mit Berater der 30. April 2026)30. April 2026, über FinanzOnline 30. Juni 2026nach kantonaler Aufforderung

Quelle: § 149 AO und Art. 97 § 36 Abs. 3 EGAO (gesetze-im-internet.de); Bundesministerium für Finanzen Österreich, Fristen und Fälligkeiten (bmf.gv.at); Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Art. 2 und Art. 124 (fedlex.admin.ch).

7Sonderfälle: Katastrophen, Feiertage, Post aus Europa

Bei einer vom Präsidenten erklärten Katastrophe kann die IRS Fristen für Betroffene verschieben, nach eigenen Angaben um bis zu ein Jahr, je nach dem Termin, den sie festlegt (§ 7508A). Das gilt auch für den Antrag auf Verlängerung; für FBAR-Meldungen veröffentlicht FinCEN eigene Mitteilungen. Wer in einem betroffenen Gebiet lebt oder seine Unterlagen dort hat, prüft die Mitteilung der IRS für sein Gebiet.

Der Feiertag, der den Termin verschieben kann, ist ein Feiertag im District of Columbia, nicht in deinem Bundesstaat oder zu Hause. Ein deutscher Feiertag verschiebt keine US-Frist. Und die Regel zum Poststempel gilt für die US-Post; wer aus Europa schickt, sollte nicht auf den letzten Tag setzen, sondern elektronisch einreichen, wo das möglich ist.

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8Deine Fristplanung in fünf Schritten

  1. Status klären. Ansässig, nicht ansässig oder Dual-Status? Davon hängen Formular und Termin ab.
  2. Termin bestimmen. 15. April, 15. Juni oder die automatischen zwei Monate, wenn du als Ansässiger außerhalb der USA lebst.
  3. Bis zum Termin schätzen und zahlen. Mindestens 90 % der Jahressteuer, auch wenn du verlängerst.
  4. Verlängern, wenn Unterlagen fehlen. Form 4868 oder Zahlung mit Vermerk, bis zum ursprünglichen Termin.
  5. Nebenmeldungen mitdenken. FBAR, Form 8843, Form 8840, Erklärungen zur Ansässigkeit, und danach die Erklärung zu Hause.

Wer diese fünf Schritte einhält, zahlt höchstens Zinsen für die Zeit, in der Geld fehlte, und keinen Zuschlag für ein Formular, das zu spät kam.

Zusammengefasst
  • Die Bundessteuererklärung ist am 15. April des Folgejahres fällig, für Nonresidents ohne US-Arbeitslohn mit Steuerabzug am 15. Juni; fällt der Tag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Werktag.
  • Form 4868 verlängert die Abgabe um sechs Monate, ohne Begründung, aber nie die Zahlung: Zinsen laufen ab dem ursprünglichen Termin.
  • Wer zu spät abgibt, zahlt 5 % der offenen Steuer je angefangenem Monat, höchstens 25 %; ab 60 Tagen gilt ein Mindestzuschlag. Wer zu spät zahlt, zahlt 0,5 % je Monat.
  • Für FBAR, Form 8843, Form 8840 und die Erklärungen zum Beginn oder Ende der Ansässigkeit gelten eigene Termine.
  • Die US-Frist liegt vor den Fristen in Deutschland, Österreich und der Schweiz; eine Anrechnung ausländischer Steuer kannst du bis zu zehn Jahre später nachholen.

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Sebastian Sauerborn
Sebastian Sauerborn
Gründer der Kanzlei Mount Bonnell, Austin, Texas
11 Minuten Lesezeit · Stand: Oktober 2026

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