1873 gab es in Amerika 4.131 Brauereien. 1920 war es offiziell keine einzige mehr.
Wie das Lagerbier Amerika eroberte: deutsche Brauer, die Prohibition und das Bier aus Shiner, Texas
Teil des Leitfadens Die Deutschen & Amerika
Bier ist in Amerika ein deutsches Wort, auch wenn es auf Englisch ausgesprochen wird. Fast alle großen alten Brauereinamen des Landes sind deutsch: Anheuser und Busch, Pabst und Schlitz, Miller, Blatz, Yuengling, Stroh, und in Texas Spoetzl. Deutsche Einwanderer haben nicht nur die Brauereien gegründet, sie haben auch das Bier selbst verändert, vom trüben, schnell sauren Ale zum kühl gelagerten, klaren Lager. Dann kam die Prohibition, und für dreizehn Jahre war das alles verboten. Hier ist die Geschichte, mit Zahlen und mit einem Abstecher in den Süden.
1Bevor das Lager kam
Vor 1840 tranken die Amerikaner obergäriges Bier: Ales, Porter und Stouts, meist in kleinen Mengen gebraut und lokal verkauft, überwiegend von britischen Einwanderern. Ales sind nach wenigen Tagen trinkfertig und werden schnell sauer. Lagerbier dagegen gärt mit untergäriger Hefe, wird kühl gelagert und braucht Wochen bis Monate; der Name kommt vom deutschen „lagern“. Dass es erst so spät nach Amerika kam, hat einen einfachen Grund: Die Lagerhefe überlebte die lange Überfahrt nicht, bis die Reise in den 1830er Jahren kurz genug wurde.
Als erster Lagerbrauer Amerikas gilt meist John Wagner, ein Braumeister aus Bayern, der 1840 Hefe aus Deutschland nach Philadelphia brachte. Er braute in einem Kessel mit acht Gallonen, kein Geschäft, sondern ein Stück Heimat für Freunde und Nachbarn. Wagner gab Hefe an George Manger weiter, und bald brauten weitere Philadelphier Lager. Engel und Wolf konnten 3.500 Barrel im Jahr brauen, und laut der klassischen Darstellung hängten sie oft Schilder auf, wann die nächste Ladung fertig sei. 1846 folgten John Roessle in Boston und Joseph Doelger in New York, 1847 John A. Huck und John Schneider in Chicago. In St. Louis braute die Lemp-Brauerei um 1840 als erste Lager.
Ganz geklärt ist die Frage nicht. Der Historiker Mark Benbow verweist auf eine Cincinnati-Überlieferung, Karl Ludwig Fleischmann habe dort schon 1834 Lager eingeführt, hält sie aber für eine Vermischung von Erinnerungen, denn selbst in Deutschland wäre das sehr früh gewesen; das erste Pilsner Urquell wurde erst 1842 gebraut. Für Wagner und 1840 spricht das meiste.
1.1Die Hefe in der Sägespäne-Kiste
Milwaukee bekam sein Lager per Post. Ein Brauer namens Wagner schrieb 1850 seinem Bruder, einem Braumeister in Bayern, und bat um Lagerhefe. Weil er fürchtete, sie überlebe die fast 900 zusätzlichen Meilen ins Inland nicht, bot er sie Philip Best an, der die Fracht bezahlte. Die Hefe kam in einer großen Holzkiste voller Sägespäne an, war noch gut, und Best braute damit. Aus seiner Brauerei wurde die Pabst Brewing Company, gegen Ende des Jahrhunderts eine der größten des Landes.
2Die Brauer des deutschen Dreiecks
Milwaukee, Cincinnati und St. Louis bildeten das „deutsche Dreieck“ der Einwanderung, und dort wurden die großen Brauereien groß. 1862 rief John N. Katzenmayer, ein Achtundvierziger aus Baden, die Brauer in New York zusammen; daraus entstand die United States Brewers' Association. Die Versammlungen fanden zunächst auf Deutsch statt, und zwar ohne dass jemand das beschlossen hätte: Jeder Brauer im Saal verstand Deutsch, nur wenige sprachen fließend Englisch. Der Verband hieß anfangs Lager-Beer Brewers' Association und gab das „Lager“ erst 1864 in Milwaukee auf, um auch die Ale-Brauer zu gewinnen.
Die Zahlen zeigen, wie deutsch die Branche war. Laut den Volkszählungen des späten 19. Jahrhunderts stellten deutsche Einwanderer und ihre Söhne knapp elf Prozent aller Arbeitskräfte. Von den Brauern aber kamen über 80 Prozent aus den deutschen Ländern. 1880 beschäftigte die Branche mehr als 15.000 Menschen. Der Bierkonsum stieg mit: 1840 etwas über eine Gallone pro Kopf, 1860 schon 3,8 Gallonen, 1875 etwas über sechs.
2.1Busch, Pabst, Schlitz und die anderen
In den 1880er Jahren waren alle großen Versandbrauereien deutsch geprägt. Milwaukee hatte Valentine Blatz, die Brüder Uihlein mit Schlitz und Frederick Pabst. Cincinnati hatte Christian Moerlein, St. Louis Adolphus Busch und William J. Lemp, und George Ehrets Hell Gate Brewery in New York war die größte Brauerei der Vereinigten Staaten. Joseph Schlitz, Sohn eines Kellermeisters aus Mainz, führte das Unternehmen seines früheren Arbeitgebers, dessen Witwe er heiratete; 1902 war Schlitz die führende Brauerei der Welt.
Adolphus Busch, am 10. Juli 1839 in Kastel in Hessen-Darmstadt geboren, kam 1857 nach St. Louis. 1865 stieg er bei Eberhard Anheuser aus Bad Kreuznach ein, dessen Schwiegersohn er wurde, und machte aus dem Betrieb binnen eines Vierteljahrhunderts die größte Brauerei der Welt. Er nutzte Kühltechnik und die Eisenbahn, um Bier weit über St. Louis hinaus zu verkaufen, und setzte auf eine einzige Kernmarke: Budweiser. St. Louis selbst wuchs unter dem Einfluss der Deutschen von 16.469 Einwohnern 1840 auf 451.770 ein halbes Jahrhundert später.
Die älteste noch brauende Brauerei des Landes gründete David Gottlieb Yuengling, geboren als David Gottlob Jüngling am 2. März 1808 in Aldingen in Württemberg, 1829 in Pottsville, Pennsylvania. August Schell aus Durbach in Baden gründete 1860 seine Brauerei in New Ulm, Minnesota, heute die zweitälteste Familienbrauerei der USA. Und Christian Heurich aus dem Herzogtum Sachsen-Meiningen wurde der bedeutendste Brauer von Washington, D.C.; er starb 1945 mit 102 Jahren. Wer mehr über diese Unternehmer wissen will, liest unseren Beitrag über deutsche Unternehmer in Amerika.
| Jahr | Brauereien | Was dahinter steht |
|---|---|---|
| 1873 | 4.131 | Erstes Jahr der Zählung |
| 1880 | 2.266 | Konzentration auf die großen Versandbrauereien |
| 1914 | 1.392 | Vor dem Krieg |
| 1918 | 1.092 | Letztes Kriegsjahr |
| 1919 | 669 | Kriegsprohibition ab 1. Juni 1919 |
| 1920–1932 | 0 | Nationale Prohibition |
| 1933 | 331 | Bier mit 3,2 Prozent ab 7. April, Aufhebung am 5. Dezember |
| 1934 | 756 | Erstes volles Jahr nach der Prohibition |
| 1950 | 350 | Konsolidierung |
| 1978 | 89 | Tiefpunkt |
| 2024 | 9.922 | Craft-Boom |
| 2025 | 9.724 | davon 9.578 Craft-Brauereien |
Quelle: Brewers Association, Historical U.S. Brewery Count und Recent U.S. Brewery Count; Daten zur Prohibition nach Thomas Welskopp, „Prohibition“, Immigrant Entrepreneurship, German Historical Institute. Gelesen am 24. Oktober 2026.
3Biergarten gegen Saloon
Die Deutschen brachten nicht nur ein Bier mit, sondern eine Art zu trinken. Der amerikanische Saloon war ein Männerort aus dunklem Holz und Messing. Der deutsche Biergarten war für Familien gedacht, im Freien, mit Musik, Tanz und spielenden Kindern. Schlitz kaufte in Milwaukee einen Biergarten und machte daraus den Schlitz Park, mit Konzertpavillon, Tanzsaal, Kegelbahn und 250 Gaslaternen; Grover Cleveland, William McKinley und Theodore Roosevelt hielten dort Reden.
Ausgerechnet der Sonntag wurde zum Streitpunkt. Die angloprotestantische Mehrheit wollte Sonntage für Kirche und Familie, die Deutschen wollten nach dem Gottesdienst in den Biergarten. In Chicago gewann 1855 der Nativist Levi Boone die Bürgermeisterwahl, setzte zwanzig Jahre alte Sonntagsgesetze durch und erhöhte die Lizenzgebühr für Saloons von 50 auf 300 Dollar im Jahr. Als im April 1855 acht deutsche Wirte vor Gericht standen, zogen Protestierende zum Gerichtsgebäude, es fielen Schüsse, und ein deutscher Zigarrenmacher starb durch die Kugel eines Polizisten. Bei der nächsten Wahl war Boone sein Amt los.
3.1Die Bier-und-Whiskey-Liga
Selbst der Baseball wurde zur Bierfrage. Die National League verbot Alkohol und Sonntagsspiele, und als sich Cincinnati 1880 weigerte, flog das Team aus der Liga. Der Cincinnati Enquirer erklärte, man trinke in Cincinnati Bier so selbstverständlich wie anderswo Milch. 1881 gründeten vier deutschamerikanische Brauer in Cincinnati die American Association, spöttisch „Beer and Whiskey League“ genannt. Eines der kurzlebigen Teams, das später nachrückte, hieß Milwaukee Brewers. Den Namen trägt Milwaukees Baseballteam bis heute.
Wie sehr Lager zum amerikanischen Bier wurde, zeigte die Weltausstellung von 1876 in Philadelphia. Schnaps war auf dem Gelände verboten, Bier und Wein nicht. Philip J. Lauber betrieb einen deutschen Biergarten mit 1.000 Plätzen, für den Bernhard Stroh, der Gründer der Stroh Brewery in Detroit, ein böhmisches Lager braute. Über zehn Millionen Menschen besuchten die Ausstellung, und viele tranken dort zum ersten Mal ein Lager. Um 1880 gab es in 17 der 20 größten Städte mindestens eine Lagerbrauerei.
4Texas: Menger, Busch, Pearl und Shiner
Auch in Texas war Bier zuerst deutsch. Die Volkszählung von 1850 nennt neunzehn Brauer und Brenner im Staat, die Gewerbestatistik aber keine einzige Brauerei; es waren Hausbrauereien. Als erste kommerzielle Brauerei gilt William A. Mengers Western Brewery am Alamo Square in San Antonio, gegründet 1855. 1859 eröffnete Menger daneben ein Hotel. Dessen Keller mit drei Fuß dicken Steinmauern kühlte das Bier, gespeist vom Wasser des Alamo-Madre-Grabens, der durch den heutigen Hotelhof floss. 1878 war die Western Brewery die größte Brauerei in Texas.
Dann kam die nationale Konkurrenz. 1876 gab es 58 Brauereien in Texas, im Juni 1889 nur noch acht. Die Wende brachte ausgerechnet ein Mann aus St. Louis: Adolphus Busch baute mit Geschäftsleuten aus San Antonio die Lone Star Brewery, die erste große mechanisierte Brauerei in Texas, die 1884 ihr erstes Bier lieferte. Daneben entstand die San Antonio Brewing Association, die ab 1886 Pearl braute. Der Name stammt angeblich von einem deutschen Braumeister, der in den Bläschen eines frisch eingeschenkten Biers Perlen sah. Ab 1914 führte Emma Koehler, die Witwe des Präsidenten Otto Koehler, das Unternehmen.
4.1Das Bier aus Shiner
Die berühmteste kleine Brauerei des Staates liegt in Shiner, mitten in einer Bauerngemeinde aus Österreichern, Deutschen und Tschechen. Geschäftsleute gründeten dort 1909 die Shiner Brewing Association, um die neuen böhmischen Siedler zu bedienen. Das erste Fassbier verdarb. 1915 pachtete der deutsche Braumeister Kosmos Spoetzl den Betrieb und kaufte ihn binnen eines Jahres. Spoetzl hatte in Deutschland gelernt und acht Jahre in der Pyramid Brewery in Kairo gearbeitet, bevor er seiner Gesundheit wegen nach San Antonio zog. Er brachte das Rezept eines bayerischen Biers seiner Familie mit, aus reinem Malz und Hopfen.
Spoetzl fuhr über Land und bot Farmern kaltes Bier, Limonade oder Silbermünzen an, und warb mit einer Hobo-Band. Nach seinem Tod 1950 übernahm seine Tochter Cecilie, „Miss Celie“, und war damit die einzige Brauereibesitzerin der Nation. Und als 1982 in Plano die erste Mikrobrauerei von Texas öffnete, hieß sie, natürlich, Reinheitsgebot Brewing Company. Mehr zu den deutschen Siedlungen rund um diese Orte steht in unserem Beitrag über die Deutschen in Texas.
| Jahr | Stand |
|---|---|
| 1850 | 19 Brauer und Brenner in der Volkszählung, aber keine Brauerei in der Gewerbestatistik |
| 1855 | William A. Mengers Western Brewery in San Antonio, meist als erste kommerzielle Brauerei in Texas gezählt |
| 1860 | 11 Brauereien, fast alle in Gegenden mit vielen Deutschen |
| 1870 | 27 Brauereien |
| 1876 | 58 Brauereien, 16.806 Barrel |
| 1884 | Lone Star Brewery von Adolphus Busch, die erste große mechanisierte Brauerei in Texas |
| Juni 1889 | nur noch 8 Brauereien |
| 1909 | Gründung der Brauerei in Shiner, ab 1915 unter Kosmos Spoetzl |
| 1983 | 6 Brauereien, Texas auf Platz zwei der Bierproduktion |
Quelle: Texas State Historical Association, Handbook of Texas: Brewing Industry und Spoetzl Brewery. Gelesen am 24. Oktober 2026.
5Wie die Prohibition die Brauer traf
Die Abstinenzbewegung war in Amerika alt, aber erst der Erste Weltkrieg verschaffte ihr den Durchbruch. Die Anti-Saloon League machte die Brauer zu Verrätern: Die Bierindustrie war seit jeher mit den Deutschen verbunden, und der Brauerverband arbeitete in der National German-American Alliance mit, die sich in den ersten drei Kriegsjahren für die Neutralität der USA einsetzte. Es half nichts, dass die Familie Busch 1917 500.000 Dollar für die Kriegsanstrengungen spendete und Milwaukeer Brauer Kriegsanleihen über zwei Millionen Dollar zeichneten. Die Gleichung aus Alkohol, Deutschtum und fünfter Kolonne des Kaisers verfing. Was der Krieg sonst mit den Deutschamerikanern machte, erzählt unser Beitrag über die Deutschamerikaner in den Weltkriegen.
Der Kongress verabschiedete den 18. Verfassungszusatz am 18. Dezember 1917. Die Ratifizierung durch drei Viertel der Staaten ging in Rekordzeit und war am 16. Januar 1919 erreicht, als Nebraska zustimmte; ein Jahr später begann die Prohibition. Schon ab dem 1. Juni 1919 galt eine Kriegsprohibition. Das Volstead-Gesetz vom 28. Oktober 1919, über das Veto von Präsident Wilson hinweg beschlossen, legte die Grenze bei 0,5 Prozent Alkohol fest. Damit war auch leichtes Bier verboten.
Die Branche stand mitten in ihrer Konzentration. 1914 hatten fast 1.400 Brauereien mit einem Kapital von 800 Millionen Dollar 88.000 Menschen direkt beschäftigt und weitere 300.000 in abhängigen Branchen. 1918 produzierten noch 1.100. In Texas begannen die mageren Jahre schon 1918. Von den dreizehn Brauereien, die 1890 im Staat gearbeitet hatten, erreichten fünf die Prohibition, und nur zwei davon brauten danach wieder: die San Antonio Brewing Association und die Dallas Brewing Company.
6Near Beer, Malzsirup und Gangster
Wer überleben wollte, musste erfinderisch werden. 1923 stellten 662 Brauereien ein Getränk mit höchstens 0,5 Prozent Alkohol her, offiziell „cereal beverage“, denn das Wort Bier war verboten, verkauft als „near beer“. Beim stundenlangen Kochen verschwanden mit dem Alkohol auch die Aromen; der Historiker Thomas Welskopp von der Universität Bielefeld zitiert das Urteil, heraus kam „eine fast untrinkbare Art Limonade“. Die Produktion fiel von 9,2 Millionen Barrel 1920 auf 4,2 Millionen 1928; zwei Jahre vor 1920 waren es noch 60,3 Millionen Barrel echtes Bier gewesen.
Anheuser-Busch begann 1922 mit Malzsirup, baute 1923 eine Fabrik für Maiszucker und Glukose und produzierte ab 1927 Hefe. 1930 verarbeiteten die Werke so viel Malz wie vor dem Verbot fürs Bier. Ob die Kunden daraus zu Hause Kuchen backten, hat niemand protokolliert. Der Kapitalwert von Pabst fiel zwischen 1919 und 1928 von neun auf 2,5 Millionen Dollar, der Marktwert von Anheuser-Busch von 50 Millionen vor dem Verbot auf 20 Millionen im Jahr 1930. Kleinere Brauereien kauften oft Gangster; die Sieben Brewery in Chicago, gegründet 1865 von Michael Sieben aus Mainz, gehörte in den 1920ern einem Konsortium aus einst angesehenen Brauern und Gangstern um John Torrio.
Yuengling überlebte mit Near Beer und Eiscreme. Emma Koehler hielt Pearl in San Antonio mit Near Beer, Limonaden, Eis, einer Molkerei und einer Werbeschilderfirma über Wasser. Kosmos Spoetzl arbeitete mit Leuten und Lastwagen aus Texas auf Baustellen in Florida, um seine Brauerei in Shiner zu halten.
7Nach 1933: Konzentration und die Rückkehr der kleinen Brauer
Präsident Franklin D. Roosevelt unterschrieb kurz nach seinem Amtsantritt den Beer and Wine Revenue Act, der Bier mit 3,2 Prozent wieder erlaubte. Ab Mitternacht am 7. April 1933 konnten die Amerikaner wieder legal ein Bier bestellen. Der Kongress hatte den 21. Verfassungszusatz am 20. Februar 1933 beschlossen; am 5. Dezember 1933 stimmte Utah als 36. Staat zu, und die Prohibition war Geschichte, das erste und bis heute einzige Mal, dass ein Teil der amerikanischen Verfassung wieder aufgehoben wurde. In Texas endete das Verbot am 15. September 1933; eine Viertelstunde später rollten bei Pearl 100 Lastwagen und 25 Güterwaggons mit Bier vom Gelände.
Zurück kam nicht die alte Vielfalt. Die Brewers Association zählt 756 Brauereien im Jahr 1934, 350 im Jahr 1950 und nur noch 89 im Jahr 1978. Welskopp nennt die langfristige Folge der Prohibition einen Niedergang der Bierkultur, der sich erst seit den ersten Mikrobrauereien der 1980er Jahre langsam umkehrt. Die Umkehr ist gründlich ausgefallen: 2025 zählte die Brewers Association 9.724 Brauereien, davon 9.578 Craft-Brauereien, mehr als doppelt so viele wie im ersten Jahr der Zählung 1873. In Texas erlaubte ein Gesetz von 1993 Restaurants und Bars, ihr eigenes Bier zu brauen und auszuschenken.
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8Das neueste Kapitel
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- Deutsche Einwanderer brachten um 1840 das untergärige Lagerbier nach Amerika, das bald die englischen Ales verdrängte.
- Im späten 19. Jahrhundert stammten über 80 Prozent der Brauer aus den deutschen Ländern; Namen wie Anheuser-Busch, Pabst, Schlitz, Miller und Yuengling gehen auf sie zurück.
- Erster Weltkrieg und antideutsche Stimmung halfen der Prohibition, die 1920 begann und erst am 5. Dezember 1933 endete.
- Wer überlebte, machte Malzsirup, Eis, Limonade oder Near Beer; in Texas kamen Pearl und Spoetzl in Shiner durch.
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