Mehr Waffen als Einwohner. Und keine Behörde, die sie zählt.
Waffen in den USA in Zahlen: rund 120 auf 100 Einwohner, 28 Millionen Prüfungen in einem Jahr und was die amtlichen Statistiken sonst zeigen, jeweils mit Jahr und Quelle
Teil des Leitfadens Freiheit in den USA: was sie im Recht und im Alltag bedeutet, vom ersten Verfassungszusatz bis zur Feuerwehr in deinem Ort
Diese Seite sammelt nur Zahlen, und zwar aus amtlichen oder wissenschaftlichen Quellen, jede mit ihrem Jahr: wie viele Waffen es in den USA geschätzt gibt, wie viele Prüfungen das FBI beim Kauf durchführt, was die Gesundheitsstatistik der CDC zu Todesfällen zeigt, wie sich Waffengewalt langfristig entwickelt hat und wie viele Texaner eine Lizenz zum Tragen haben. Bewertungen überlässt sie dir.
Diese Seite sammelt nur Zahlen, und zwar aus amtlichen oder wissenschaftlichen Quellen, jede mit ihrem Jahr: wie viele Waffen es in den USA geschätzt gibt, wie viele Prüfungen das FBI beim Kauf durchführt, was die Gesundheitsstatistik der CDC zu Todesfällen zeigt, wie sich Waffengewalt langfristig entwickelt hat und wie viele Texaner eine Lizenz zum Tragen haben. Bewertungen überlässt sie dir. Was du als Ausländer selbst darfst, steht nicht hier, sondern auf den Schwesterseiten: der Rahmen des Bundes in Waffenbesitz in den USA als Ausländer, die Regeln für Visuminhaber in Waffen mit Visum, der Kauf mit Daueraufenthalt in Waffe kaufen mit Green Card und die texanische Lizenz in Waffenschein Texas. Für alle gilt: Ob du eine Waffe kaufen oder besitzen darfst, hängt von deinem Status und deinem Staat ab und gehört vor jedem Kauf geprüft.
Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt, reagiert auf diese Zahlen oft mit Staunen, manchmal mit Unbehagen, manchmal mit Neugier. Alle drei Reaktionen sind verständlich. Die Zahlen selbst sind nüchterner als die Debatte über sie, und genau so stehen sie hier.
1Was gezählt wird, und was nicht
Die wichtigste Zahl ist die, die es nicht gibt. Ein amtliches Register, das alle Waffen und ihre Besitzer erfasst, existiert in den USA nicht, und es darf nach Bundesrecht auch keines entstehen. 18 U.S.C. § 926(a) verbietet jeder Vorschrift, ein System zur Registrierung von Waffen, Waffenbesitzern oder Waffengeschäften einzurichten oder die Aufzeichnungen der Händler bei einer Behörde des Bundes oder eines Staates zu sammeln. Die Händler bewahren ihre Formulare selbst auf.
Was es gibt, sind drei Arten von Zahlen. Erstens Schätzungen des Bestands, die Forscher aus verschiedenen Datenquellen ableiten. Zweitens Verwaltungszahlen, die bei einem Vorgang entstehen: Prüfungen beim Kauf, ausgestellte Lizenzen. Drittens die Gesundheits- und Kriminalstatistik, die Todesfälle und Gewalttaten zählt. Jede dieser Zahlen beantwortet eine andere Frage, und keine ersetzt die andere. Eine Zahl für den Anteil der Haushalte mit Waffe oder für die Zahl der Schießstände führt keine der Bundesbehörden, deren Daten diese Seite verwendet; beides lassen wir deshalb weg.
2Wie viele Waffen: rund 120 auf 100 Einwohner
Die meistzitierte Schätzung des Bestands stammt vom Small Arms Survey, einem Forschungsprojekt am Graduate Institute in Genf. Für Ende 2017 schätzte er weltweit rund 857 Millionen Schusswaffen in ziviler Hand, davon etwa 393,3 Millionen in den USA. Das entspricht etwa 120,5 Waffen je 100 Einwohner, dem höchsten Wert aller Länder in der Studie. Zum Vergleich: Für Deutschland nennt die Studie 15,8 Millionen Waffen und 19,6 je 100 Einwohner, für Österreich 30,0 und für die Schweiz 27,6 je 100 Einwohner.
Zwei Dinge gehören zu dieser Zahl dazu. Sie ist eine Schätzung, keine Zählung, und sie umfasst ausdrücklich legale und illegale Waffen in privater Hand. Und sie verteilt sich nicht gleichmäßig: Mehr Waffen als Einwohner heißt nicht, dass jeder Amerikaner eine besitzt. Die Studie nennt auch, wie der Bestand wächst: Nach den Daten der Waffenbehörde ATF haben Zivilisten in den USA zwischen 2006 und 2017 mindestens 122 Millionen neue oder importierte Waffen erworben.
| Land | Waffen insgesamt | Waffen je 100 Einwohner |
|---|---|---|
| USA | 393.300.000 | 120,5 |
| Deutschland | 15.800.000 | 19,6 |
| Österreich | nicht unter den 25 größten Beständen | 30,0 |
| Schweiz | nicht unter den 25 größten Beständen | 27,6 |
Quelle: Small Arms Survey, Briefing Paper „Estimating Global Civilian-Held Firearms Numbers“, Juni 2018, Tabellen 1 und 2; Schätzung, legale und illegale Waffen. Gelesen am 24. Oktober 2026.
3Prüfungen beim Kauf: das NICS des FBI
Wer bei einem Händler mit Bundeslizenz kauft, wird über das National Instant Criminal Background Check System geprüft, das NICS. Es läuft seit dem 30. November 1998, und am 18. Dezember 2024 verarbeitete es nach dem Jahresbericht des FBI seine 500-millionste Prüfung. Im Jahr 2024 liefen insgesamt 28.097.205 Prüfungen mit Waffenbezug über das System, davon 9.757.644 bei der NICS-Stelle des FBI und 18.339.561 bei Behörden der Staaten.
Von den Prüfungen, die das FBI selbst bearbeitet hat, wurden 94,7 Prozent freigegeben und 1,1 Prozent abgelehnt, also 110.505. Offen, verzögert oder storniert blieben 4,2 Prozent. In 91,87 Prozent der Fälle kam die Entscheidung sofort. Gesondert weist das FBI die verstärkten Prüfungen für Käufer unter 21 aus: 161.634 im Jahr 2024, davon 95 Prozent freigegeben und 1.497 abgelehnt.
Eine Prüfung ist kein Verkauf. Staaten, die als Point of Contact für das NICS arbeiten, nutzen das System auch für Genehmigungen, etwa für staatliche Erlaubnisse zum Erwerb einer Handfeuerwaffe. Die Zahl der Prüfungen ist deshalb ein Maß für Vorgänge, nicht für verkaufte Waffen.
Der Bericht des FBI enthält auch Zahlen dazu, wie das System selbst arbeitet. 2024 war das NICS zu 99,87 Prozent der Zeit verfügbar. 9.005.796 der Prüfungen, die das FBI bearbeitet hat, also 92,3 Prozent, liefen über das Online-Verfahren NICS E-Check, bei dem der Händler die Anfrage ohne Telefonat einreicht. Bei den Käufern unter 21 sucht das FBI seit dem Bipartisan Safer Communities Act zusätzlich nach Jugendstrafakten und psychiatrischen Unterlagen bei den Behörden der Staaten. Von den 1.497 Ablehnungen dieser Gruppe wären nach dem Bericht 453 ohne diese zusätzliche Nachfrage wahrscheinlich nicht erfolgt, weil die ausschlaggebenden Informationen dem NICS vorher nicht vorlagen. Das Bundesrecht erlaubt dafür nach § 922(t) eine Prüfung von bis zu zehn Geschäftstagen statt der üblichen drei.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Prüfungen über das NICS insgesamt | 28.097.205 |
| davon durch die NICS-Stelle des FBI | 9.757.644 |
| davon durch Behörden der Staaten | 18.339.561 |
| Freigegeben (Prüfungen des FBI) | 9.238.735 (94,7 Prozent) |
| Abgelehnt (Prüfungen des FBI) | 110.505 (1,1 Prozent) |
| Offen, verzögert oder storniert | 408.404 (4,2 Prozent) |
| Quote sofortiger Entscheidungen | 91,87 Prozent |
Quelle: FBI, NICS 2024 Operational Report. Gelesen am 24. Oktober 2026.
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4Warum Prüfungen abgelehnt werden
Der häufigste Grund für eine Ablehnung durch das FBI ist seit Jahren derselbe, und 2024 war es wieder so: eine Verurteilung wegen einer Straftat, die mit mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht ist, nach 18 U.S.C. § 922(g)(1). Das waren 49.665 der 110.505 Ablehnungen. Es folgen eine laufende Anklage, der Konsum kontrollierter Substanzen und der Status als flüchtige Person.
Für Einwanderer interessant ist die Kategorie zum Aufenthaltsstatus nach § 922(g)(5). Sie umfasst Ausländer ohne rechtmäßigen Aufenthalt und Visuminhaber ohne Ausnahme und kam 2024 auf 4.511 Ablehnungen. Bei Nicht-Staatsbürgern fragt die NICS-Stelle nach dem Bericht des FBI bei der Einwanderungsbehörde ICE nach, ob die Person sich rechtmäßig in den USA aufhält. Was dahintersteht, erklärt Waffen mit Visum.
Wer prüft, hängt vom Staat ab. Nach dem Jahresbericht prüfte das FBI 2024 selbst für die Händler in 31 Staaten, im District of Columbia und in den Territorien, darunter Texas. 15 Staaten, darunter Kalifornien, Florida und New York, übernahmen alle Prüfungen selbst, drei weitere nur die für Handfeuerwaffen, und Nebraska prüft staatliche Erlaubnisse für Handfeuerwaffen.
| Grund | Ablehnungen |
|---|---|
| Verurteilung wegen einer Straftat, die mit mehr als einem Jahr bedroht ist, § 922(g)(1) | 49.665 |
| Anklage erhoben, § 922(n) | 11.379 |
| Konsum kontrollierter Substanzen, § 922(g)(3) | 10.179 |
| Flüchtig, § 922(g)(2) | 9.154 |
| Verbot nach Recht eines Staates | 8.554 |
| Verurteilung wegen häuslicher Gewalt, § 922(g)(9) | 7.245 |
| Psychiatrische Feststellung oder Einweisung, § 922(g)(4) | 6.599 |
| Aufenthaltsstatus, § 922(g)(5) | 4.511 |
| Schutzanordnung, § 922(g)(8) | 3.171 |
| Unehrenhafte Entlassung, § 922(g)(6) | 34 |
| Aufgabe der Staatsbürgerschaft, § 922(g)(7) | 0 |
Quelle: FBI, NICS 2024 Operational Report, NICS Section Denials by Category (Auswahl; die Liste enthält zusätzlich 14 Fälle der Federally Denied Persons File). Gelesen am 24. Oktober 2026.
5Todesfälle: was die CDC zählt
Die Todesursachenstatistik der USA führt das National Center for Health Statistics der Gesundheitsbehörde CDC. Für das Jahr 2024 zählt sie 44.447 Todesfälle durch Schusswaffen, das sind 13,1 je 100.000 Einwohner. Davon waren 27.593 Suizide, 8,1 je 100.000, und 15.364 Tötungen, 4,5 je 100.000. Die übrigen knapp 1.500 Fälle verteilen sich auf andere Kategorien der Statistik, etwa Unfälle und Fälle ungeklärter Absicht; diese Differenz haben wir aus den drei Zahlen der CDC errechnet.
Zwei Verhältnisse ergeben sich aus denselben Zahlen. Rund 62 Prozent der Todesfälle durch Schusswaffen waren 2024 Suizide. Und von allen 20.162 Tötungen des Jahres wurden rund 76 Prozent mit einer Schusswaffe begangen. Beides sind Rechnungen aus den Angaben der CDC, keine eigenen Kennzahlen der Behörde.
| Kategorie | Todesfälle | je 100.000 Einwohner |
|---|---|---|
| Alle Todesfälle durch Schusswaffen | 44.447 | 13,1 |
| davon Suizide | 27.593 | 8,1 |
| davon Tötungen | 15.364 | 4,5 |
| Zum Vergleich: alle Suizide | 48.824 | 14,4 |
| Zum Vergleich: alle Tötungen | 20.162 | 5,9 |
Quelle: CDC, National Center for Health Statistics, FastStats „All Injuries“, „Suicide and Self-Harm Injury“ und „Assault or Homicide“, nach National Vital Statistics System, Mortality Data 2024, über CDC WONDER. Gelesen am 24. Oktober 2026.
6Die lange Linie: was das Bureau of Justice Statistics zeigt
Wie sich Waffengewalt über Jahrzehnte entwickelt hat, beschreibt das Bureau of Justice Statistics des Justizministeriums in seinem Bericht über die Jahre 1993 bis 2018. Danach sank die Rate der Tötungen mit Schusswaffen in diesem Zeitraum um 41 Prozent, von 8,4 auf 5,0 je 100.000 Personen ab 12 Jahren, mit einem Tiefstand von 4,0 im Jahr 2014. Die Rate nicht tödlicher Gewalttaten mit Schusswaffen sank um 76 Prozent, von 7,3 auf 1,7 je 1.000 Personen ab 12 Jahren.
Im Durchschnitt dieser Jahre wurden nach dem Bericht 71 Prozent aller Tötungen mit einer Schusswaffe begangen, und bei der Mehrheit der Gewalttaten mit Schusswaffen war es eine Handfeuerwaffe. Der Bericht endet mit dem Jahr 2018; für die Jahre danach sind die Zahlen der CDC weiter oben die jüngere Quelle, mit einer eigenen Methode. Die beiden Reihen lassen sich deshalb nicht einfach aneinanderhängen.
Auch die Bezugsgrößen unterscheiden sich. Das Bureau of Justice Statistics rechnet Tötungen je 100.000 Personen ab 12 Jahren und nicht tödliche Gewalt je 1.000 Personen ab 12 Jahren, und seine Daten zur nicht tödlichen Gewalt stammen aus der Opferbefragung National Crime Victimization Survey. Die CDC rechnet je 100.000 Einwohner aller Altersgruppen. Für die Jahre 2014 bis 2018 nennt der Bericht eine Rate nicht tödlicher Gewalt mit Schusswaffen zwischen 1,1 und 1,8 je 1.000 Personen.
7Texas: Lizenzen zum Tragen
Eine Verwaltungszahl, die viel über den Alltag in Texas sagt, ist die Zahl der aktiven Lizenzen zum Tragen. Nach dem Jahresbericht des Texas Department of Public Safety hatten am 31. Dezember 2025 genau 1.416.121 Menschen eine aktive License to Carry, und 3.787 Ausbilder waren zugelassen. Ende 2020 waren es 1.626.242 Lizenzinhaber, Ende 2022 1.657.917 und Ende 2024 1.539.876.
Seit dem 1. September 2021 dürfen in Texas Erwachsene ab 21, die nicht vom Besitz ausgeschlossen sind, eine Handfeuerwaffe auch ohne Lizenz tragen. Wie viele das tun, zählt keine Behörde; die Lizenzzahl erfasst nur, wer den freiwilligen Weg gegangen ist. Wie dieser Weg aussieht, steht in Waffenschein Texas, und wo die Lizenz außerhalb von Texas gilt, in Concealed Carry und Reciprocity.
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8Wie du die Zahlen liest
Jede Zahl auf dieser Seite hat ein Jahr, eine Quelle und eine Methode, und die drei gehören zusammen. Die Schätzung des Bestands stammt von Ende 2017, die Prüfungen und Todesfälle von 2024, die lange Linie der Gewalt endet 2018, die Lizenzen in Texas reichen bis Ende 2025. Wer sie vergleicht, vergleicht verschiedene Dinge. Wer wissen will, wie sich das Leben in Amerika im Alltag anfühlt, findet im Leitfaden Sicherheit in den USA eine andere Perspektive, und im Leitfaden Freiheit in den USA den Rahmen, in dem Waffen für viele Amerikaner stehen.
Für deine eigene Lage zählen diese Zahlen nicht. Dort zählen dein Aufenthaltsstatus und dein Bundesstaat, und beide prüfst du vor jedem Kauf.
- Ein amtliches Register der Waffen gibt es in den USA nicht; das Bundesgesetz verbietet es. Den Bestand kennt man nur aus Schätzungen.
- Der Small Arms Survey schätzte für Ende 2017 rund 393 Millionen Waffen in privater Hand, 120,5 je 100 Einwohner; für Deutschland 19,6, für Österreich 30,0 und für die Schweiz 27,6.
- 2024 liefen 28.097.205 Prüfungen über das NICS; von den Prüfungen der NICS-Stelle des FBI wurden 1,1 Prozent abgelehnt, am häufigsten wegen einer Vorstrafe.
- Die CDC zählte für 2024 44.447 Todesfälle durch Schusswaffen, darunter 27.593 Suizide und 15.364 Tötungen.
- In Texas hatten Ende 2025 genau 1.416.121 Menschen eine aktive License to Carry.
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