Dieser Artikel ist Teil Nummer 4 unserer Serie über die zehn wichtigsten Fakten zum US-Markteintritt. Staatliche Regulierungen schrecken viele nicht-amerikanische Unternehmen vor einer Expansion in die USA ab. Tatsächlich sind diese aber weniger kompliziert als weithin angenommen. Wir zeigen dir, warum es sich auf jeden Fall lohnt, den US-Markt mit deinem Geschäft zu erschließen.
Bezüglich der staatlichen Vorschriften in den USA gibt es viele, teils widersprüchliche Informationen. Wir erläutern dir hier die wichtigsten Regelungen.
Staatliche Vorschriften in den USA: Das sagen die Fakten
Noch immer glauben zu viele europäische Unternehmer, dass bei einer Expansion in die Staaten zu viele staatliche Vorschriften zu beachten sind. Wenn das stimmte, würde die Zahl der ausländischen Unternehmen in den USA sinken. Sie tut das Gegenteil. Nach der Erhebung des U.S. Bureau of Economic Analysis vom 10. Juli 2026 beschäftigten die mehrheitlich ausländisch kontrollierten US-Tochtergesellschaften im Jahr 2024 8,57 Millionen Menschen in den USA, also 6,1 Prozent aller Beschäftigten der amerikanischen Privatwirtschaft. Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen lag Ende 2025 bei 5,864 Billionen Dollar und damit 266 Milliarden Dollar über dem Vorjahr. Mehr dazu in unserer Übersicht zu ausländischen Direktinvestitionen in den USA.

Hinzu kommt die Richtung der Regulierung selbst. Mit der Executive Order 14192 „Unleashing Prosperity Through Deregulation", unterzeichnet am 31. Januar 2025, gilt für die Bundesbehörden erneut eine Abbauregel: Für jede neue Vorschrift sollen mindestens zehn bestehende gestrichen werden, und die Nettokosten neuer Regulierung sollen im Haushaltsjahr unter null liegen. Eine vergleichbare, damals als Zwei-für-eins ausgestaltete Regel galt bereits ab 2017. Ergänzend verlangt die Executive Order 14270 vom 9. April 2025 für Energievorschriften ein Ablaufdatum und eine ausdrückliche Neubegründung.
Für dich als Mittelständler ist die praktische Lehre daraus weniger die Zahl der gestrichenen Vorschriften als die Zuständigkeit: Der weit überwiegende Teil der Regeln, die dein Betrieb tatsächlich einhalten muss, kommt gar nicht vom Bund, sondern vom Bundesstaat, in dem du tätig bist. Gewerbeanmeldung, Sales Tax, Arbeitsrecht, Berufszulassungen und Umweltauflagen sind Landesrecht. Wer den Standort wählt, wählt seinen Regulierungsrahmen mit; siehe dazu Welcher US-Bundesstaat ist der beste Standort.
Fazit zu den Vorschriften in den USA
Die staatlichen Vorschriften sollten dich aus mindestens drei Gründen nicht von einer Expansion in die USA abhalten. Erstens nimmt die Zahl der ausländischen Unternehmen in den Staaten ständig zu. Zweitens gibt es heute weniger Bundesvorschriften für Unternehmen aller Größenordnungen als je zuvor. Und drittens ist die US-Wirtschaft extrem stark. Das Vertrauen der US-Verbraucher ist hoch und auch das der Unternehmen in die US-Wirtschaft nimmt weiter zu. Aus diesen und vielen anderen Gründen sind die USA ein sehr lukrativer Markt für europäische und internationale Unternehmen.
Alle zehn Fakten der Serie findest du im Hub US-Markteintritt; als Nächstes lohnen sich die Beiträge Die Gründung eines US-Unternehmens ist einfach und schnell und Die USA bieten ein hohes Maß an Rechtssicherheit.
Datenstand: U.S. Bureau of Economic Analysis, Activities of U.S. Affiliates of Foreign Multinational Enterprises 2024 (veröffentlicht 10. Juli 2026) und Direct Investment Position Data (Datenjahr 2025); Federal Register, Executive Orders 14192 und 14270.