Ausländische Direktinvestitionen in den USA: der Bestand
Die Vereinigten Staaten sind das größte Ziel ausländischer Direktinvestitionen der Welt, und der Abstand wächst weiter. Nach den Zahlen des U.S. Bureau of Economic Analysis lag der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in den USA zum Jahresende 2025 bei 5,864 Billionen Dollar (Anschaffungskostenbasis). Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 266 Milliarden Dollar.

Die Entwicklung des Bestands über sechs Jahre, in Milliarden Dollar:
| Bestand ausländischer Direktinvestitionen | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
| Anschaffungskostenbasis, Mrd. $ | 4.613 | 5.066 | 5.110 | 5.338 | 5.598 | 5.864 |
Quelle: U.S. Bureau of Economic Analysis, Foreign Direct Investment in the U.S.: Direct Investment Position Data, Stand 28. Juli 2026.
Zwei weitere Größen aus derselben Erhebung ordnen das ein: Die Finanztransaktionen ausländischer Direktinvestoren beliefen sich 2025 auf 247,8 Milliarden Dollar, ihre Erträge aus US-Beteiligungen auf 310,1 Milliarden Dollar. Ausländisches Kapital verdient in den USA also mehr, als jährlich neu hinzukommt.
Wer investiert, und wie viel davon ist Neubau
Die wichtigste Unterscheidung zuerst, weil sie in den meisten Darstellungen fehlt. Das BEA erhebt in einer zweiten, jährlichen Statistik, wofür ausländische Investoren ihr Geld in den USA konkret ausgeben. Für 2025 waren es insgesamt 232,2 Milliarden Dollar, verteilt auf:
- 218,4 Mrd. $ Übernahmen bestehender US-Unternehmen
- 4,6 Mrd. $ Neugründungen von Betrieben
- 9,2 Mrd. $ Erweiterungen bestehender Betriebe
Rund 94 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen in den USA sind also Firmenkäufe, nicht Neugründungen. Wenn du als europäischer Unternehmer eine US-Gesellschaft gründest und aufbaust, gehörst du zu den restlichen sechs Prozent. Welche Bundesstaaten davon wie viel abbekommen, steht in unserer Übersicht zu den 10 beliebtesten US-Bundesstaaten für ausländische Direktinvestitionen.
Auf der Herkunftsseite führte 2025 Japan mit 50,5 Milliarden Dollar an neuen Ausgaben, gefolgt von Deutschland mit 26,7 Milliarden und Kanada mit 23,5 Milliarden. Auf Europa entfielen 116,6 Milliarden Dollar oder 50,2 Prozent des Gesamtvolumens.
Bestände nach Ländern
Bestand ausländischer Direktinvestitionen in den USA zum Jahresende 2025, nach dem Land der unmittelbaren Muttergesellschaft, Anteil am Gesamtbestand von 5,864 Bio. Dollar:
| Hauptinvestitionsländer | Mrd. $ | Anteil |
| Japan | 776 | 13,2 % |
| Niederlande | 752 | 12,8 % |
| Kanada | 747 | 12,7 % |
| Großbritannien | 738 | 12,6 % |
| Deutschland | 537 | 9,2 % |
| Schweiz | 379 | 6,5 % |
| Luxemburg | 285 | 4,9 % |
| Frankreich | 279 | 4,8 % |
| Irland | 272 | 4,6 % |
| Österreich | 20 | 0,3 % |
Quelle: BEA, Direct Investment Position by Country, Datenjahr 2025.
Ein Hinweis zur Lesart, der praktisch wichtig ist: Diese Tabelle ordnet nach der unmittelbaren Muttergesellschaft. Rechnet das BEA stattdessen nach dem wirtschaftlich Berechtigten, also nach dem Konzern, dem das Geld am Ende wirklich gehört, verschiebt sich das Bild deutlich: Dann liegt Japan mit 827 Milliarden Dollar vorn, Kanada mit 820 Milliarden auf Platz 2 und Deutschland mit 706 Milliarden Dollar auf Platz 3. Die Niederlande und Luxemburg fallen zurück, weil viele Beteiligungen dort nur durchgeleitet werden. Deutsche Konzerne halten ihre US-Töchter also häufig über Zwischengesellschaften. Den größten Zuwachs 2025 verzeichneten übrigens genau die deutschen Investoren, mit einem Plus von 49 Milliarden Dollar.
Bestände nach Branchen
Bestand zum Jahresende 2025 nach Branche der US-Tochtergesellschaft:
| Hauptinvestitionssektoren | Mrd. $ | Anteil |
| Verarbeitendes Gewerbe | 2.512 | 42,8 % |
| darunter Chemie und Pharma | 828 | 14,1 % |
| Finanz- und Versicherungswesen (ohne Banken) | 630 | 10,7 % |
| Großhandel | 534 | 9,1 % |
| Professionelle, wissenschaftliche & technische Dienstleistungen | 281 | 4,8 % |
| Information | 256 | 4,4 % |
| Verkehr und Lagerei | 227 | 3,9 % |
| Einzelhandel | 224 | 3,8 % |
| Immobilien und Vermietung | 188 | 3,2 % |
| Versorgungswirtschaft | 171 | 2,9 % |
Quelle: BEA, Direct Investment Position by Industry, Datenjahr 2025.
Wie stark das Industrieland USA von ausländischem Kapital getragen wird, zeigt eine dritte BEA-Erhebung: Die mehrheitlich ausländisch kontrollierten US-Tochtergesellschaften beschäftigten 2024 rund 8,57 Millionen Menschen in den USA, also 6,1 Prozent aller Beschäftigten der Privatwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt im verarbeitenden Gewerbe und im Einzelhandel, und die größten Arbeitgeber kommen aus Großbritannien, Japan und Deutschland. Diese Zahlen wurden am 10. Juli 2026 veröffentlicht.
Nach BEA-Statistik ist die Limited Liability Company (LLC) die bei ausländischen Investoren beliebteste Rechtsform. Zu den bekanntesten ausländischen Unternehmen mit US-Präsenz zählen Volkswagen, BMW, Siemens, BASF, Airbus, Rolls-Royce, Bridgestone, Michelin, Unilever und Shell. Zur Wahl der richtigen Rechtsform für dein Vorhaben siehe unseren Rechtsformvergleich.
Das gilt es bei Investitionen in den USA zu beachten
Vorteile der USA für ausländische Direktinvestitionen
- Größter Verbrauchermarkt der Welt mit rund 342 Millionen Menschen (Census, Stand 1. Juli 2025)
- Vormachtstellung in Forschung und Entwicklung
- Flexibler und reaktionsfähiger Arbeitsmarkt, in dem Einstellungen und Trennungen schnell möglich sind
- Sehr gute Qualität und Zugänglichkeit der amtlichen Statistiken, was Standortentscheidungen belegbar macht
- Der Dollar als Leitwährung des Weltwirtschaftssystems
- Niedrige Energiepreise im internationalen Vergleich, getragen von heimischer Gas- und Ölförderung
- Für ausländische Investoren attraktive regionale Cluster, also Ballungen von Unternehmen derselben Branche in einer Region
- Rechtssicherheit durch ein berechenbares Vertrags- und Gesellschaftsrecht auf Ebene der Bundesstaaten

Schwachpunkte der USA für ausländische Direktinvestitionen
- Wettbewerbsintensiver Markt mit Verbrauchern, die große Auswahl gewohnt sind und wenig markentreu handeln
- Zölle und Handelspolitik sind seit 2025 in starker Bewegung; Kalkulationen für importierte Vorprodukte müssen laufend geprüft werden
- Hohe Staatsverschuldung und ein entsprechend anfälliges Zinsumfeld
- Polarisierte politische Landschaft mit sprunghafter Regulierung
- Große sozioökonomische Unterschiede zwischen Regionen und Bevölkerungsgruppen
- Teils sanierungsbedürftige Infrastruktur außerhalb der Wachstumsregionen
- Gesundheitskosten als erheblicher Arbeitgeberaufwand, siehe unsere Seite zur durchschnittlichen US-Krankenversicherungsprämie
Staatliche Prüfung ausländischer Investitionen: der aktuelle Stand
Ausländische Direktinvestitionen in US-Unternehmen werden vom Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) auf nationale Sicherheitsrisiken geprüft. Grundlage ist der Foreign Investment Risk Review Modernization Act (FIRRMA) von 2018, dessen Durchführungsvorschriften im Februar 2020 in Kraft traten. Seither besteht eine Anmeldepflicht für bestimmte Investitionen in kritische Technologien, kritische Infrastruktur und sensible personenbezogene Daten.
Neu und für europäische Investoren relevant ist die Richtungsänderung seit 2025. Das im Februar 2025 verkündete America First Investment Policy Memorandum trennt ausdrücklich zwischen Investoren aus verbündeten Staaten und solchen aus als gegnerisch eingestuften Ländern; genannt sind unter anderem China, Russland, Iran, Nordkorea, Kuba und Venezuela. Für die erste Gruppe soll die Prüfung schneller werden. Das US-Finanzministerium kündigte dazu am 8. Mai 2025 ein „Fast Track"-Pilotprogramm an und legte im Februar 2026 den Entwurf für ein Known Investor Program vor: Investoren hinterlegen ihre Angaben vorab in einem Portal, damit spätere Anmeldungen schlanker und schneller werden.
Wichtig ist die Grenze dieser Erleichterung. Sie ist keine pauschale Freigabe. Investitionen in kritische Technologien, kritische Infrastruktur und personenbezogene Daten bleiben auch für Investoren aus verbündeten Staaten in voller Prüftiefe. Für den typischen Markteintritt eines deutschen, österreichischen oder Schweizer Mittelständlers ist CFIUS ohnehin selten das Thema: Wer einen eigenen Betrieb neu gründet, statt ein bestehendes US-Unternehmen zu übernehmen, löst in der Regel keine Prüfung aus.
SelectUSA, ein Programm des US-Handelsministeriums, wirbt umgekehrt aktiv um Investitionen, die in den USA Arbeitsplätze schaffen, und vermittelt an die Wirtschaftsförderungen der Bundesstaaten.
Schutz von Auslandsinvestitionen
Die USA haben eine Reihe bilateraler Investitionsschutzabkommen geschlossen. Den jeweils gültigen Stand führt die UNCTAD im Investment Policy Hub; dort lässt sich für jedes Abkommen einsehen, ob es unterzeichnet, in Kraft oder gekündigt ist. Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht die Lage anders aus, als der Begriff vermuten lässt: Mit diesen drei Ländern bestehen keine Investitionsschutzabkommen neueren Zuschnitts, sondern deutlich ältere Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsverträge. Die sind praktisch wichtiger, als sie klingen, denn sie sind zugleich die Grundlage dafür, dass Staatsangehörige aller drei Länder das E-2-Investorenvisum beantragen können. Eine Übersicht aller Abkommensstaaten findest du in unserer Liste der E-2-Abkommensstaaten.

Bei Streitigkeiten helfen internationale Schiedsinstitutionen:
- ICC: der Internationale Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer
- ICSID: das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten der Weltbankgruppe
Die USA sind außerdem Gründungsmitglied der Multilateralen Investitions-Garantie-Agentur (MIGA), die politische Risiken absichert.
In der Praxis entscheidet für den Mittelstand aber nicht das Völkerrecht, sondern die Wahl des Bundesstaates, die Rechtsform und die Vertragsgestaltung. Dazu findest du mehr unter Produkthaftung in den USA, Rechtssicherheit für kleine und mittlere Unternehmen und Schutz für geistiges Eigentum.
Was diese Zahlen für deinen Markteintritt bedeuten
Drei Schlüsse lassen sich aus der aktuellen Datenlage für ein mittelständisches Vorhaben ziehen.
- Du bist die Ausnahme, und das ist gut so. Weil 94 Prozent des ausländischen Kapitals in Übernahmen fließt, ist der Markt für Zukäufe teuer und umkämpft, der Aufbau eines eigenen Betriebs dagegen vergleichsweise unbeachtet. Bundesstaaten, die neue Betriebe wollen, werben aktiv und bieten Anreize.
- Deutschland ist ein bekannter Absender. Mit 537 Milliarden Dollar unmittelbarem und 706 Milliarden Dollar wirtschaftlich zurechenbarem Bestand gehören deutsche Unternehmen zu den drei größten Investorengruppen der USA. Banken, Behörden und Berater vor Ort kennen deutsche Konzernstrukturen.
- Der Schwerpunkt liegt in der Industrie. 42,8 Prozent des Bestands stecken im verarbeitenden Gewerbe, dazu 9,1 Prozent im Großhandel. Wer aus Fertigung, Zulieferung oder technischem Handel kommt, trifft auf ein Umfeld, das seine Branche versteht.
Relevante Verfahren für ausländische Direktinvestitionen
Die Meldepflicht für ausländische Direktinvestitionen geht auf den International Investment and Trade in Services Survey Act zurück; erhoben werden die Daten vom Bureau of Economic Analysis, das dafür verpflichtende Meldebögen versendet. Wer eine US-Gesellschaft mit ausländischem Anteilseigner gründet, kann meldepflichtig werden, ohne davon zu erfahren, weil der Bogen an die US-Adresse geht. Wir prüfen das bei jeder Gründung mit.
Zusätzlich hat jeder Bundesstaat eigene Vorschriften, und branchenspezifische Genehmigungen hängen vom Geschäftszweck ab. Seit 2024 kommt bundesweit die Meldepflicht nach dem Corporate Transparency Act hinzu.
Wenn du deinen Markteintritt in die USA planst, findest du die einzelnen Schritte unter Erfolgreich in die USA expandieren und die steuerliche Seite unter Steuerliche Überlegungen beim Markteintritt.
Datenstand: U.S. Bureau of Economic Analysis, Direct Investment Position Data (Datenjahr 2025, Stand 28. Juli 2026); BEA, New Foreign Direct Investment in the United States 2025 (veröffentlicht 10. Juni 2026); BEA, Activities of U.S. Affiliates of Foreign Multinational Enterprises 2024 (veröffentlicht 10. Juli 2026); U.S. Census Bureau, Bevölkerungsschätzung zum 1. Juli 2025. Die früher an dieser Stelle wiedergegebenen Kennzahlen aus dem Doing-Business-Bericht der Weltbank sind entfallen: Die Weltbank hat die Reihe 2021 eingestellt, und ihr Nachfolger B-READY veröffentlicht keine vergleichbare Gesamtrangliste.