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US-Steuerrecht

Am Donnerstag, dem 15. Oktober, endet die letzte Verlängerung für deine US-Steuererklärung 2025

Am 15. Oktober 2026 enden die verlängerte Frist für die Einkommensteuererklärung 2025 und die automatische Fristverlängerung für den FBAR. Was eine verpasste Frist kostet und welcher Weg offensteht, wenn du noch nie abgegeben hast.

13. Oktober 2026 | 8 Min. Lesezeit | Kanzlei Mount Bonnell, Austin TX

Lena ist in Boston geboren, an einem verschneiten Januartag, während ihr Vater dort zwei Jahre an einem Krankenhaus forschte. Mit drei zog die Familie zurück nach Hamburg. Lena ist dort zur Schule gegangen, hat dort studiert, arbeitet heute als Architektin in Altona. Englisch spricht sie mit hanseatischem Akzent. Amerika ist für sie ein Geburtsort in ihrem Reisepass, mehr nicht.

Bis zu dem Tag, an dem ihre Bank ihr einen Fragebogen schickt, in dem sie ankreuzen soll, ob sie eine US-Person im Sinne des amerikanischen Steuerrechts ist.

Lena ist zweiunddreißig. Sie hat nie eine amerikanische Steuererklärung abgegeben. Und in dieser Woche läuft eine Frist ab, von der sie bis vor kurzem nicht wusste, dass es sie gibt.

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Zwei Fristen an einem Tag

Am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, endet die verlängerte Frist für die amerikanische Einkommensteuererklärung des Jahres 2025. Wer im April mit dem Formular 4868 oder durch eine Zahlung mit entsprechendem Vermerk eine Verlängerung beantragt hat, muss jetzt abgeben. Eine weitere Verlängerung gibt es nicht.

Am selben Tag endet die automatisch verlängerte Frist für den FBAR, die Meldung ausländischer Bankkonten an das Finanzministerium. Der IRS schreibt dazu, die reguläre Frist sei der 15. April, wer sie verpasse, erhalte automatisch Aufschub bis zum 15. Oktober, ohne dafür etwas beantragen zu müssen.

Für Amerikaner, die im Ausland leben, gab es zusätzlich eine automatische Verlängerung um zwei Monate bis Mitte Juni. Aber auch für sie ist der 15. Oktober das Ende, wenn sie die weitere Verlängerung beantragt haben.

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Wen das betrifft

Mehr Menschen im deutschsprachigen Raum, als man denkt.

Amerikanische Staatsbürger, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz leben. Die Vereinigten Staaten besteuern ihre Bürger weltweit, unabhängig vom Wohnsitz. Das gilt für Menschen wie Lena, die zufällig in den USA geboren wurden, ebenso wie für Kinder deutscher Eltern, die während eines Auslandsaufenthalts zur Welt kamen. Wie weit diese Pflicht reicht, haben wir im Juni in Sechs Richter haben heute bestätigt, dass dein in Texas geborenes Kind Amerikaner ist beschrieben.

Inhaber einer Green Card, auch wenn sie längst wieder in Europa leben, solange die Green Card nicht ordnungsgemäß aufgegeben wurde.

Menschen ohne amerikanischen Pass mit amerikanischen Einkünften. Wer eine Ferienwohnung in Florida vermietet, Gesellschafter einer amerikanischen Personengesellschaft ist oder eine Zeit lang in den USA gearbeitet hat, gibt eine Erklärung als Nichtansässiger ab, das Formular 1040-NR. Was im April galt, haben wir in Morgen ist Tax Day, und der IRS unterscheidet nicht, ob du in Austin oder in Augsburg sitzt erklärt.

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Fünf Prozent je angefangenem Monat

Die Verlängerung im April war eine Verlängerung für die Abgabe, nicht für die Zahlung. Wer Steuern schuldet, hätte sie bis zum 15. April zahlen müssen. Auf alles, was seitdem offen ist, laufen Zinsen, für das vierte Quartal 2026 nach Angaben des IRS sieben Prozent im Jahr, täglich verzinst.

Wer nach dem 15. Oktober abgibt, zahlt zusätzlich die Strafe für verspätete Abgabe. Sie beträgt nach Angaben des IRS fünf Prozent der offenen Steuer für jeden angefangenen Monat, höchstens 25 Prozent. Ist die Erklärung mehr als 60 Tage zu spät, gilt eine Mindeststrafe. Für Erklärungen, die nach dem 31. Dezember 2025 fällig sind, beträgt sie 525 Dollar oder 100 Prozent der offenen Steuer, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist.

Und für den FBAR gelten eigene Strafen, die bei vorsätzlichem Verhalten existenzbedrohend werden können. Auch bei fahrlässigen Versäumnissen sieht das Gesetz Strafen je Meldung vor. Wie das zusammenhängt, steht in unserem Beitrag aus dem April, Zwei Formulare, die keiner kennt, und Strafen, die jeder spürt.

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Ein Beispiel, durchgerechnet

Thomas aus Innsbruck besitzt eine Wohnung in Naples, Florida, die er an Urlauber vermietet. Im April hat er eine Verlängerung beantragt, weil die Abrechnung der Verwaltungsgesellschaft fehlte. Nach seiner Erklärung schuldet er für 2025 noch 4.000 Dollar.

Wenn er bis Donnerstag abgibt und zahlt, zahlt er die 4.000 Dollar, dazu Zinsen seit dem 15. April und die Strafe für verspätete Zahlung, die mit einem halben Prozent je Monat deutlich niedriger ist als die für verspätete Abgabe.

Wenn er erst im Januar abgibt, also drei angefangene Monate nach der Frist, kommt die Strafe für verspätete Abgabe hinzu. Fünf Prozent für jeden der drei Monate ergeben bis zu 15 Prozent, auf 4.000 Dollar sind das bis zu 600 Dollar. Die Mindeststrafe von 525 Dollar, die bei mehr als 60 Tagen Verspätung gilt, spielt bei ihm keine Rolle, weil der errechnete Betrag darüber liegt. Bei einer kleineren Nachzahlung wäre sie die Untergrenze. Dazu weiter Zinsen, Monat für Monat.

Ein paar hundert Dollar für ein paar Wochen Aufschub. Das ist kein Weltuntergang. Aber es ist Geld, das Thomas mit einem Termin in dieser Woche gespart hätte.

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Und Lena?

Für Lena ist der 15. Oktober nicht die richtige Frist, und das ist die eigentlich gute Nachricht dieses Beitrags. Sie hat nicht eine Erklärung verpasst, sondern alle. Für Menschen in ihrer Lage gibt es ein eigenes Verfahren des IRS, und es ist für genau diese Fälle gemacht.

Die Streamlined Foreign Offshore Procedures richten sich an Steuerpflichtige, die im Ausland leben und ihre Pflichten nicht vorsätzlich versäumt haben. Nach den Vorgaben des IRS reichen sie die Erklärungen der drei letzten Jahre nach, deren Frist abgelaufen ist, und die FBAR-Meldungen der letzten sechs Jahre, zahlen gegebenenfalls Steuer und Zinsen und bestätigen schriftlich, dass ihr Versäumnis nicht vorsätzlich war.

Wer berechtigt ist und alle Vorgaben erfüllt, unterliegt nach den Angaben des IRS keinen Strafen für verspätete Abgabe und Zahlung, keinen Genauigkeitsstrafen, keinen Strafen für Informationsmeldungen und keinen FBAR-Strafen. Für jemanden wie Lena, die in Hamburg Steuern zahlt, die in aller Regel über die amerikanische Steuer hinausgehen, endet das Verfahren häufig ohne jede Zahlung an den IRS. Eine Garantie dafür gibt es nicht, aber es ist der Normalfall.

Was man nicht tun sollte: warten, bis der IRS sich meldet. Das Verfahren steht nur offen, solange der IRS noch keine Prüfung eingeleitet hat. Wer erst reagiert, wenn ein Brief kommt, hat diese Tür unter Umständen schon verloren. Mehr dazu auf unserer Seite zum Streamlined Filing.

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Warum der Fragebogen der Bank kein Zufall ist

Lenas Bank hat nicht aus Neugier gefragt. Seit Jahren verpflichten internationale Abkommen europäische Banken, Konten von US-Personen zu erkennen und den Steuerbehörden zu melden. Für die Bank ist Lena wegen ihres Geburtsorts eine US-Person, und zwar unabhängig davon, ob sie sich selbst so fühlt.

Viele Menschen in Lenas Lage erfahren auf diese Weise zum ersten Mal von ihrer Pflicht. Manche bekommen Schwierigkeiten bei der Kontoeröffnung, beim Depot, bei der Baufinanzierung. Eine geordnete Steuerakte in Amerika löst diese Probleme nicht immer sofort, aber sie ist die Voraussetzung dafür, dass man sie überhaupt lösen kann.

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Und die Bundesstaaten?

Die Frist vom 15. Oktober betrifft die Bundessteuer. Viele Bundesstaaten haben eigene Einkommensteuern mit eigenen Erklärungen und eigenen Regeln für Verlängerungen. Wer Einkünfte aus einer Immobilie in Florida bezieht, hat Glück: Florida erhebt keine Einkommensteuer für natürliche Personen, Texas ebenso wenig. Wer dagegen eine Wohnung in New York oder Kalifornien vermietet, muss auch dort eine Erklärung abgeben, und deren Fristen laufen nicht immer parallel zur Bundesfrist.

Wer also nur an den IRS denkt, hat unter Umständen die Hälfte vergessen.

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Vier Fälle, vier nächste Schritte

Wenn du im April verlängert hast: Gib bis Donnerstag ab, auch wenn noch ein Beleg fehlt. Eine Erklärung lässt sich später berichtigen. Eine verpasste Frist lässt sich nicht zurückholen.

Wenn du einen FBAR abgeben musst: Prüfe, ob die Summe deiner Konten außerhalb der USA im Jahr 2025 zu irgendeinem Zeitpunkt 10.000 Dollar überschritten hat. Wenn ja, ist die Meldung fällig, elektronisch, bis Donnerstag.

Wenn du noch nie eine Erklärung abgegeben hast: Gerate nicht in Panik, und versuche nicht, bis Donnerstag sechs Jahre nachzuholen. Lass prüfen, ob das Streamlined-Verfahren für dich in Frage kommt, und bereite es sorgfältig vor.

Und wenn du eine LLC ohne Geschäft in den USA hast und dir jemand von einer Strafe von 25.000 Dollar erzählt hat: Das betrifft ein anderes Formular und eine andere Konstruktion. Die Antworten dazu findest du bei unserer Schwesterseite Nullsteuer.

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Eine Frage, die uns diese Woche erreicht hat

Am Wochenende schrieb uns jemand: Was passiert, wenn ich nicht bis zum 15. Oktober einreiche? Die Antwort ist nicht beruhigend und nicht dramatisch, sondern genau so, wie das amerikanische Steuerrecht meistens ist: Es kommt darauf an, was du schuldest, welches Formular gemeint ist und ob du vorsätzlich gehandelt hast.

Für eine gewöhnliche Einkommensteuererklärung mit kleiner Nachzahlung sind die Folgen überschaubar. Für jemanden, der Steuern schuldet und nichts tut, wachsen sie jeden Monat. Und für jemanden, der jahrelang nichts wusste, gibt es einen Weg zurück, der freundlicher ist als sein Ruf.

Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft für Menschen wie Lena. Der IRS ist keine Behörde, die Unwissenheit belohnt. Aber er ist eine Behörde, die einen Unterschied macht zwischen jemandem, der sich versteckt, und jemandem, der von sich aus kommt.

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Wie wir helfen

Unser Team in Austin erstellt seit 2008 amerikanische Steuererklärungen für Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, als Ansässige und als Nichtansässige. Wenn deine Erklärung für 2025 noch fehlt, übernehmen wir die US-Steuererklärung einschließlich der Abgabe beim IRS. Wenn mehrere Jahre fehlen, begleiten wir das Streamlined-Verfahren von der Prüfung bis zur Einreichung. Was wir für Privatpersonen sonst übernehmen, steht unter Steuerdienstleistungen für Privatpersonen, den Überblick über das amerikanische Steuerrecht gibt die Säule US-Steuern, und alle Leistungen mit Preisen stehen unter Leistungen.

Lena hat am Montagabend ihre Unterlagen zusammengesucht, Lohnsteuerbescheinigungen der letzten drei Jahre, die Kontoauszüge, eine Kopie ihres amerikanischen Passes, den sie seit der Kindheit nicht mehr benutzt hat. Sie hat das Gefühl, eine Tür zu öffnen, hinter der sie Schlimmes vermutet. Was sie dahinter finden wird, ist ein Formular, ein Verfahren und, wenn alles gut geht, ein Bescheid über null Dollar.

Manchmal ist das Beängstigendste an Amerika nur, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll.

Beratung & Umsetzung

Wenn du prüfen möchtest, was das für deine persönliche Situation bedeutet, vereinbare am besten ein Beratungsgespräch.

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