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Sie sprechen ein Deutsch aus der Pfalz, fahren Kutsche und zahlen jede Steuer. Nur in die Rentenkasse meist nicht.

Pennsylvania Dutch: wie das Deutsch aus der Pfalz bei den Amischen fast 300 Jahre Amerika überlebte, und warum es nie Holländisch war

Teil des Leitfadens Die Deutschen & Amerika

Fahr an einem Sonntagnachmittag durch Lancaster County in Pennsylvania, und du hörst etwas, das du nicht erwartest: Deutsch. Nicht das Deutsch aus dem Fernsehen, sondern eines, das klingt, als hätte jemand einen Pfälzer Dorfplatz über den Atlantik getragen und dreihundert Jahre lang darauf aufgepasst. Wer Pennsylvania Dutch spricht, nennt seine Sprache Deitsch. Die meisten, die es heute fließend sprechen, fahren Kutsche, haben keinen Fernseher und schicken ihre Kinder in eine Schule mit einem oder zwei Klassenzimmern.

Dieser Leitfaden erzählt, wie aus Pfälzer Mundarten eine amerikanische Sprache wurde, warum das Dutch im Namen kein Übersetzungsfehler ist, wer die Amischen sind und warum ausgerechnet sie die Sprache bewahrt haben. Er zeigt, wie viele Amische es gibt, wo sie leben, wie sie es mit Schule und Steuern halten und was die Pennsylvania-Deutschen von den Deutschen in Texas unterscheidet. Den Überblick über vierhundert Jahre deutschsprachige Geschichte in Amerika findest du im Leitfaden Die Deutschen und Amerika.

1Wie aus Pfälzern Pennsylvanier wurden

Die Geschichte beginnt mit einem Schiff. 1683 landete die Concord in Philadelphia, an Bord eine Gruppe religiöser Abweichler aus Krefeld, Frankfurt und der Pfalz. Angeführt wurden sie von einem jungen Juristen, Franz Daniel Pastorius. Die Siedlung, die sie vor den Toren Philadelphias gründeten, hieß Germantown, und sie wurde zum Eingangstor für die Deutschen, die nach ihnen kamen. Pastorius war Jurist, Historiker, Sprachkundiger, Dichter und Lehrer in einer Person, und 1688 schrieb er mit drei Mitbürgern einen Text, der als erster Protest gegen die Sklaverei gilt.

Nach Germantown kam die große Welle. Rund 81.000 Deutschsprachige aus Mitteleuropa, darunter auch aus der Schweiz, wanderten im 18. Jahrhundert nach Südost-Pennsylvania ein. Wer jetzt an fromme Kutschenfahrer denkt, liegt falsch: Nach den Zahlen des Young Center for Anabaptist and Pietist Studies gehörten 96 Prozent von ihnen zur lutherischen oder zur reformierten Kirche. Von den übrigen 4 Prozent war etwa die Hälfte Mennoniten, Amische waren nur einige Hundert. Der Sprachforscher Mark L. Louden kommt auf ähnliche Größenordnungen: rund 5 Prozent „Sektenleute“, der Rest „Kirchenleute“.

1.1Druckerpressen, Klöster und Kirchenbauer

Die Pennsylvania-Deutschen schrieben früh Kulturgeschichte. 1738 gründete Johann Christoph Saur in Germantown eine Druckerei, 1743 druckte er dort die erste Bibel Nordamerikas in einer europäischen Sprache, Luthers Übersetzung. Sein Sohn Christoph Saur II. legte nach: Die Ausgabe von 1763 war die erste Bibel auf amerikanischem Papier, die von 1776 die erste mit amerikanischen Lettern. Ein Exemplar dieser Ausgabe von 1776 liegt übrigens in Texas, in der Bridwell Library der Southern Methodist University in Dallas.

1732 gründete Conrad Beissel das Kloster Ephrata, eine Gemeinschaft, in der in den frühen 1750er Jahren fast 80 ehelose Brüder und Schwestern lebten. Ephrata gilt als Ursprung der Frakturschriften in Amerika, der kunstvoll gemalten Urkunden, und seine Druckerei übersetzte und druckte den „Märtyrerspiegel“ der Mennoniten, mit rund 1.500 Seiten das größte Buch, das im kolonialen Amerika gedruckt wurde. 1742 kam der Pfarrer Heinrich Melchior Mühlenberg nach Pennsylvania und baute die lutherische Kirche in den Kolonien auf. Einer seiner Söhne, Friedrich August Muhlenberg, wurde der erste Sprecher des US-Repräsentantenhauses. Wer in alten Passagierlisten nach eigenen Vorfahren aus dieser Zeit sucht, findet den Weg im Leitfaden zur Ahnenforschung in Amerika.

2Dutch heißt hier deutsch, und zwar nicht aus Versehen

Die bekannteste Erklärung für das Dutch im Namen lautet: Die Amerikaner hätten Deitsch gehört und Dutch verstanden. Klingt einleuchtend, ist aber falsch. Mark L. Louden, Professor für germanische Sprachwissenschaft in Madison, Wisconsin, und selbst fließender Sprecher, stellt klar: Im älteren britischen und amerikanischen Englisch konnten sowohl Dutch als auch German die Menschen bezeichnen, die wir heute Deutsche nennen. Dutch klang dabei volkstümlicher als das aus dem Lateinischen entlehnte German. Weil die meisten Sprecher bescheidene Leute vom Land waren, nannten sie sich auf Englisch Dutch.

Schnell verstanden sich die Pennsylvania-Deutschen auch als etwas Eigenes. Die Deutschen aus Europa und die späteren Deutschamerikaner nannten sie Deitschlenner, wörtlich Deutschländer. Auf Deitsch kann das Wort Deitsch beides heißen, Pennsylvania Dutch und Deutsch. Und ob das Ganze eine Sprache oder ein Dialekt ist, regelt die Sprache auf ihre Weise: Das Wort Schprooch bedeutet beides.

2.1Pfalz im Klang, Amerika im Wortschatz

In Lautsystem und Grammatik ähnelt Pennsylvania Dutch am stärksten den Mundarten der südöstlichen Pfalz, der Vorderpfalz westlich und südwestlich von Mannheim. Der Einfluss des Englischen wird gern überschätzt: Nur etwa 10 bis 15 Prozent des Wortschatzes stammen aus dem Englischen, der grammatische Kern ist pfälzisch geblieben. Die Verbindung hält in beide Richtungen: Die Website „Hiwwe wie Driwwe“, hüben wie drüben, pflegt das Schreiben auf Pennsylvania Dutch von Deutschland aus.

3Die Amischen: eine Schweizer Geschichte mit Pfälzer Akzent

Wer verstehen will, warum Pennsylvania Dutch überlebt hat, muss zu den Amischen. Und die Spur führt nicht in die Pfalz, sondern in die Schweiz. 1525 entstand dort die Täuferbewegung, mitten in der Reformation. Die Täufer tauften nur Erwachsene, die sich bewusst für den Glauben entschieden, und verlangten eine Kirche ohne staatliche Aufsicht. Das machte sie bei katholischen wie bei protestantischen Obrigkeiten gleichermaßen verhasst. Im ersten Jahrhundert der Bewegung wurden bis zu 2.500 Täufer hingerichtet, verbrannt, ertränkt oder enthauptet.

Gut 160 Jahre nach den Anfängen trat Jakob Ammann zu den Täufern über, wurde in der Schweizer Täufergemeinde zum Anführer und zog wie viele Glaubensbrüder ins Elsass, um der Verfolgung zu entgehen. 1693 wollte er die Bewegung erneuern: Abendmahl zweimal im Jahr statt einmal, Fußwaschung, keine gestutzten Bärte, keine modische Kleidung, strenge Kirchenzucht und das Meiden ausgeschlossener Mitglieder. Über diese Fragen kam es zum Bruch. Ammanns Anhänger hießen bald Amische. Ihre religiösen Vettern sind die Mennoniten, benannt nach dem niederländischen Täuferführer Menno Simons. Seit 1693 gehen beide Gruppen getrennte Wege, in Amerika siedelten sie aber oft in denselben Gegenden.

Ihre Herkunftsdialekte haben die Amischen in Pennsylvania abgelegt und das Deitsch der Mehrheit übernommen. Nur eine kleine Gruppe, die sogenannten Swiss Amish, vor allem in Indiana, spricht bis heute eine Form des Berndeutschen. Wie die Schweizer ihre eigene Auswanderungsgeschichte in Amerika geschrieben haben, von New Glarus bis Texas, erzählt der Leitfaden Schweizer Auswanderer in Amerika.

4Wie viele Amische es gibt und wo sie leben

Die Amischen gehören zu den am schnellsten wachsenden Gemeinschaften Amerikas. Das Young Center schätzt ihre Zahl in Nordamerika für Juni 2026 auf rund 421.200 Menschen, Kinder eingerechnet, ein Plus von etwa 10.245 gegenüber dem Vorjahr. 2017 waren es noch rund 318.390. Die Bevölkerung verdoppelt sich etwa alle 20 Jahre. Der Grund ist schlicht: Familien mit im Schnitt fünf oder mehr Kindern, und rund 85 Prozent der Kinder treten als junge Erwachsene der Kirche bei. Zugezogene von außen gibt es kaum.

Die Amischen leben in 33 Bundesstaaten und drei kanadischen Provinzen, fast 60 Prozent davon in Ohio, Pennsylvania und Indiana. Die größte Siedlung ist das Gebiet um Lancaster County in Pennsylvania mit geschätzt 45.575 Menschen in 301 Kirchenbezirken, dicht gefolgt von Holmes County in Ohio mit 38.775. Ein Kirchenbezirk ist eine Gemeinde von meist 20 bis 40 Haushalten. Allein im vergangenen Jahr kamen 43 neue Siedlungen hinzu, oft auf der Suche nach bezahlbarem Ackerland. Und Texas? Eine einzige Siedlung, rund 60 Menschen. Der Lone Star State ist vieles, aber kein Kutschenland.

Mehr über den Bundesstaat, in dem alles begann, findest du im Porträt Pennsylvania.

Amische in Nordamerika, Schätzung Juni 2026 (Erwachsene und Kinder)
BundesstaatSiedlungenKirchenbezirkeGeschätzte Bevölkerung
Pennsylvania6768696.535
Ohio7871987.760
Indiana2851168.025
Wisconsin7221928.940
New York6419826.320
Michigan5516621.110
Texas1160
USA gesamt7043.229414.545
Nordamerika gesamt3.285421.200

Quelle: Young Center for Anabaptist and Pietist Studies, Elizabethtown College, Amish Population 2026 und Amish Population Profile 2026. Erfasst sind alle Gruppen mit Pferd und Kutsche.

5Kirchenleute und Sektenleute: warum die Sprache bei den Amischen überlebte

Hier liegt die eigentliche Pointe. Die Amischen waren lange nur eine kleine Minderheit der Pennsylvania-Deutschen. Bis ins 20. Jahrhundert sprachen vor allem lutherische und reformierte Bauern und Handwerker Deitsch. Doch seit etwa 1930 haben kaum noch Kinder aus diesen Kirchen die Sprache vollständig gelernt und als Erwachsene weiter benutzt. Fließende Sprecher außerhalb der Old Order Gemeinden sind heute fast alle alt. Die Amischen und die Old Order Mennoniten mit Pferd und Kutsche dagegen geben die Sprache an ihre Kinder weiter. Nach Angaben des Max Kade Institute der University of Wisconsin sprechen rund 400.000 Menschen Pennsylvania Dutch, darunter etwa 25.000 in Wisconsin. Anders als fast jede andere Herkunftssprache in den USA hat sie fast drei Jahrhunderte überlebt, ohne Unterstützung durch Institutionen und ohne Nachschub aus Europa.

5.1Drei Sprachen in einem Leben

Ein amisches Kind wächst mit drei Sprachen auf. Zu Hause und im Gottesdienst wird Deitsch gesprochen. In der Schule lernt es Englisch, das auch die Sprache des Lesens und Schreibens im Alltag ist. Und für die Bibel und die religiösen Bücher lernen viele, das Hochdeutsch Luthers zu lesen, teils sogar in alter deutscher Schrift. Sprechen können es nur wenige. Wer nicht amisch ist, heißt bei den Amischen übrigens einfach English.

5.2Schule bis zur achten Klasse

Vor 1950 gingen die meisten amischen Kinder auf öffentliche Schulen. Als die kleinen Landschulen in den späten 1940er und den 1950er Jahren zu großen Schulbezirken zusammengelegt wurden, wehrten sich amische Eltern. Am 15. Mai 1972 entschied der Supreme Court im Fall Wisconsin v. Yoder: Wisconsins Schulpflicht bis 16 durfte amische Eltern nicht zwingen, ihre Kinder nach der achten Klasse weiter zur Schule zu schicken, weil das ihre Religionsfreiheit nach dem ersten Verfassungszusatz verletzte. Heute besuchen rund 90 Prozent der amischen Kinder ein- oder zweiklassige Privatschulen, die von den Eltern selbst organisiert werden. Unterrichtet wird auf Englisch. Wer sich für das Thema Schule in eigener Verantwortung interessiert, findet mehr im Beitrag Homeschooling in den USA.

5.3Rumspringa

Kaum ein Deitsch-Wort ist so bekannt wie Rumspringa, das Herumspringen. Gemeint ist die Zeit ab etwa 16 Jahren, in der Jugendliche am Wochenende mit Freunden unterwegs sind, noch nicht getauft und damit noch nicht der Kirchenzucht unterworfen. Die meisten verbringen sie mit Volleyball, Picknicks und stundenlangem Singen, manche kaufen sich ein Auto oder gehen in eine Bar. Getauft wird meist zwischen 18 und 21. Nach Einschätzung des Young Center stärkt gerade diese echte Wahl die Bindung an die Kirche.

Wer in den USA pennsylvaniadeutsche Vorfahren angibt (ACS 2024, Schätzung)
GebietPersonen mit Abstammungsangabe „Pennsylvania German“
USA gesamt208.665
Pennsylvania86.019
Ohio21.542
Indiana15.388
Wisconsin5.520
Kalifornien3.316
Texas3.138

Quelle: U.S. Census Bureau, American Community Survey 2024, 1-Jahres-Schätzung, Tabelle B04006 (People Reporting Ancestry). Zum Vergleich: 40.218.028 Menschen in den USA geben deutsche Vorfahren an.

6Jede Steuer bezahlt, nur die Rente selbst organisiert

Für eine Kanzlei, die täglich mit dem IRS zu tun hat, ist das vielleicht die schönste Fußnote dieser Geschichte. Die Amischen zahlen alle Steuern, die andere Amerikaner auch zahlen: Einkommensteuer, Grundsteuer, Umsatzsteuer, Erbschaftsteuer, Unternehmensteuer und Schulsteuer. Viele zahlen die Schulsteuer faktisch doppelt, einmal für die öffentliche Schule und einmal für die eigene. Eine Ausnahme gibt es: 1965 befreite der Kongress die Amischen von der Social Security, weil sie sie als eine Form kommerzieller Versicherung ablehnen. Füreinander sorgt die Gemeinde selbst.

Die Regel steht im Steuergesetz, 26 U.S.C. § 1402(g). Mitglieder einer anerkannten Religionsgemeinschaft, die Versicherungsleistungen für Alter, Tod, Invalidität und Krankheit aus Glaubensgründen ablehnen, können die Befreiung beantragen. Dafür verzichten sie auf alle Leistungen der Social Security und von Medicare. Der Antrag läuft beim IRS über das Formular 4029. Bewilligt wird er nur, wenn die Gemeinschaft seit langem für ihre bedürftigen Mitglieder selbst sorgt. Wer jetzt auf Ideen kommt: Kutsche und Bart allein reichen nicht.

Wenn dich interessiert, wie das US-Steuersystem für dich selbst aussieht, wenn du nach Amerika gehst, findest du die Grundlagen im Bereich Umzug in die USA.

7Pennsylvania Dutch und Texasdeutsch: zwei Dialekte, zwei Schicksale

Texas hat seine eigene deutsche Sprache, und ihr Schicksal ist das Gegenbild zum Deitsch der Amischen. Die Einwanderung aus Deutschland an die texanische Golfküste begann in den 1840er Jahren, angelockt von Landversprechen und organisierter Überfahrt, wie der Leitfaden Deutsche in Texas erzählt. Die Siedler kamen vor allem aus Nord- und Mitteldeutschland. Texasdeutsch ist darum kein einzelner Dialekt, sondern eine Mischung der Mundarten, die die ersten Einwanderer mitbrachten, verbunden mit Texas-Englisch.

Lange war Texasdeutsch quicklebendig, mit deutschen Gottesdiensten, Zeitungen, Schulen, Chören und Schützenvereinen. Dann kamen 1909 ein Gesetz, das an öffentlichen Schulen in Texas nur Englisch erlaubte, der Erste Weltkrieg mit seiner Stimmung gegen alles Deutsche und 1918 ein weiteres solches Schulgesetz. Was Texasdeutsch fehlte, hatten die Amischen: eine Gemeinschaft, für die die Sprache ein Zeichen ihrer Identität und ihres geistlichen Erbes ist und die sie an ihre Kinder weitergibt. Das Texas German Dialect Project an der University of Texas at Austin zeichnet die Sprecher auf, die es noch gibt. Der Sprachforscher Hans C. Boas hat dem Thema ein Buch mit dem Titel „The Life and Death of Texas German“ gewidmet. Mehr dazu im Leitfaden Texasdeutsch.

Pennsylvania Dutch und Texasdeutsch im Vergleich
Pennsylvania DutchTexasdeutsch
Einwanderung18. Jahrhundert, nach Pennsylvaniaab den 1840er Jahren, nach Texas
Herkunft der Dialektevor allem südöstliche Pfalzvor allem Nord- und Mitteldeutschland, eine Mischung mehrerer Dialekte
Englischer Wortschatzetwa 10 bis 15 ProzentMischung mit Texas-Englisch
Wer es sprichtfast nur Old Order Amish und Old Order Mennoniten, die es an ihre Kinder weitergebenMenschen, die in Texas mit Deutsch aufgewachsen sind
Zukunftwächst mit den Gemeinden, die sich etwa alle 20 Jahre verdoppelngilt als sterbender Dialekt und wird vom Texas German Dialect Project der University of Texas at Austin aufgezeichnet

Quellen: Mark L. Louden, padutch.net; Young Center for Anabaptist and Pietist Studies, Language; Texas German Dialect Project, About Texas German.

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8Was das mit dir zu tun hat

Die Leute auf der Concord hatten keinen Visa-Antrag, keine Steuernummer und keinen Plan B. Sie hatten einen Glauben, ein Handwerk und den Willen, irgendwo neu anzufangen, wo man sie in Ruhe ließ. Das Amerika, das sie und die Täufer nach ihnen fanden, ließ ihre Nachfahren ihre Schulen selbst führen, ihre Sprache behalten und die Altersvorsorge in der eigenen Gemeinde regeln. Dreihundert Jahre später gilt das im Kern noch immer: Wer etwas aufbauen will, bekommt in Amerika Raum dafür.

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Zusammengefasst
  • Pennsylvania Dutch ist eine amerikanische Sprache, die aus den Dialekten der südöstlichen Pfalz entstand. Das Dutch geht auf den alten englischen Gebrauch zurück, in dem Dutch auch Deutsche meinte, nicht auf einen Übersetzungsfehler.
  • Rund 81.000 Deutschsprachige kamen im 18. Jahrhundert nach Pennsylvania, die allermeisten Lutheraner und Reformierte. Amische waren nur einige Hundert.
  • Heute sprechen rund 400.000 Menschen Pennsylvania Dutch, fast alle Old Order Amish und Old Order Mennoniten. Die Amischen zählen in Nordamerika rund 421.200 Menschen und verdoppeln sich etwa alle 20 Jahre.
  • Die Amischen gehen auf den Schweizer Täufer Jakob Ammann und das Jahr 1693 zurück. Sie zahlen alle Steuern, können sich aber von der Sozialversicherung befreien lassen.
  • Texasdeutsch hat keine solche Gemeinschaft, die es weitergibt, und wird an der University of Texas at Austin dokumentiert.

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Sebastian Sauerborn
Sebastian Sauerborn
Gründer der Kanzlei Mount Bonnell, Austin, Texas
11 Minuten Lesezeit · Stand: Oktober 2026

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