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Kanzlei Mount Bonnell

Erst gründeten sie einen Verein, dann eine Kolonie. Typisch Schweiz: Sogar die Auswanderung hatte ihre Regeln.

Schweizer Auswanderer in Amerika: wie ein Glarner Verein eine Kolonie in Wisconsin gründete, ein Glarner Kaufmann Texas seine erste freie Bibliothek schenkte und New Glarus jedes Jahr Wilhelm Tell spielt

Teil des Leitfadens Die Deutschen & Amerika

Jedes Jahr schießt in einem Dorf in Wisconsin ein Mann einen Apfel vom Kopf seines Sohnes. Seit 1938 führt die Gemeinde New Glarus unter freiem Himmel Schillers „Wilhelm Tell“ auf, Jahr für Jahr. Die Straßen tragen die Namen von Dörfern aus dem Kanton Glarus, und viele Geschäftshäuser haben Fassaden im Schweizer Stil. Wer das für Kitsch hält, unterschätzt die Geschichte dahinter. Sie beginnt mit Not, einem Verein mit Regeln und zwei Kundschaftern, die lange durch den Mittleren Westen reisten.

Die Schweizer werden in der Geschichte der Deutschamerikaner oft mitgezählt und selten erzählt. Dabei haben sie ihre eigene Auswanderungsgeschichte, mit eigenen Ursachen, eigenen Siedlungen und eigenen Helden. Dieser Leitfaden erzählt sie: warum die Schweiz über Jahrhunderte Menschen verlor, welche Kolonien Schweizer in Amerika gründeten, wie New Glarus entstand, welche Spuren Schweizer in Texas hinterlassen haben und wie viele heute in den USA leben. Den Überblick über die Deutschen, Österreicher und Schweizer in Amerika gibt der Leitfaden Die Deutschen und Amerika.

1Warum die Schweiz ein Auswanderungsland war

Heute ist die Schweiz ein Einwanderungsland. Das war lange anders. Nach dem Historischen Lexikon der Schweiz war die Wanderungsbilanz auf dem Gebiet der heutigen Schweiz von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stets negativ. Erst zwischen 1888 und 1900, mit dem Aufschwung der Wirtschaft, kehrte sich der Trend um. Bis ins erste Drittel des 19. Jahrhunderts war der Solddienst in fremden Heeren die häufigste Form, die Heimat zu verlassen. Im 17. Jahrhundert stand jeder vierte bis fünfte Schweizer Mann über 16 einmal in fremden Diensten.

Die Gründe für die zivile Auswanderung fasst das Lexikon in drei Worten: Bevölkerungsdruck, Armut, Unterbeschäftigung. In den Bergregionen brachte die Spezialisierung auf Viehzucht seit dem 15. Jahrhundert eine chronische Unterbeschäftigung, der viele durch Wegzug begegneten. Jede Krise erzeugte eine neue Welle. Nach den Hungerjahren 1816 und 1817 zog es Schweizer vor allem nach Lateinamerika. Die Landwirtschaftskrise der 1840er Jahre löste dann, zusammen mit Umbrüchen in der Industrie, die ersten Massenauswanderungen nach Amerika aus. Die Agrarkrise der 1870er und 1880er Jahre schickte Bauern nach Amerika und Molkereifachleute in die Nachbarländer.

1.1Wenn die Gemeinde die Überfahrt bezahlt

Ein Kapitel dieser Geschichte ist wenig romantisch. Die Haltung der Kantone reichte von stiller Duldung über staatliche Förderung bis zur Abschiebung von Armen, die in einigen Kantonen im großen Stil betrieben wurde. Manche Heimatgemeinde bezahlte die Atlantiküberfahrt, verlangte dafür aber den meist endgültigen Verzicht auf das Bürgerrecht. Die Missstände bei den Auswanderungsagenturen wurden so groß, dass die Bundesverfassung 1874 dem Bund ein Eingriffsrecht gab und 1880 ein Bundesgesetz die Aufsicht über die Agenturen regelte. Zurück kamen in den untersuchten Kantonen wie Glarus, Zürich und Aargau lange weniger als 10 Prozent. Wer ging, ging für immer.

Schweizer Auswanderung nach Übersee im 19. und frühen 20. Jahrhundert
ZeitraumAuswanderer nach Übersee
1851 bis 1860rund 50.000
1861 bis 1870rund 35.000
1871 bis 1880rund 35.000
1881 bis 1890über 90.000
1891 bis 1930je Jahrzehnt 40.000 bis 50.000
1930er Jahrewenige Tausend

Quelle: Anne-Lise Head-König, „Auswanderung“, Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Am Ende des 19. Jahrhunderts war Nordamerika das Ziel von fast 90 Prozent der Schweizer Emigranten.

2Die ersten Schweizer Kolonien in Amerika

Die frühesten Schweizer, die nach Amerika gingen, flohen oft vor ihrer eigenen Obrigkeit. Die Täufer wurden vom 16. bis ins 18. Jahrhundert in einigen reformierten Orten der Deutschschweiz verfolgt und fanden zunächst in den Nachbarländern Zuflucht, in der Pfalz und im Elsass. Von dort führte ihr Weg nach Pennsylvania. Aus dieser Bewegung stammen die Amischen, deren Gründer Jakob Ammann ein Schweizer Täuferführer war. Wie aus ihnen die Sprecher des Pennsylvania Dutch wurden, erzählt der Leitfaden Die Pennsylvania-Deutschen und das Pennsylvania Dutch.

Daneben gab es geplante Kolonien. Jean Pierre Pury, der zuvor im Dienst der Niederländischen Ostindien-Kompanie Siedlungspläne für Südafrika und Australien entworfen hatte, gründete 1731 Purrysburg in South Carolina. Das heutige New Bern in North Carolina trägt einen Namen, der auf Siedler aus Bern verweist. Berner und Zürcher ließen sich im Südosten der späteren USA nieder.

2.1Wein am Ohio, Gold in Kalifornien

1796 brach Jean-Jacques Dufour, Sohn eines Winzers aus der Gegend von Vevey am Genfersee, nach Amerika auf. Sein Plan: in der Neuen Welt Wein anbauen. Nach einem gescheiterten Weinberg in Kentucky entstand 1803 Vevay in Indiana, eine Kolonie Schweizer Weinbauern am Ohio. Reben wachsen dort heute keine mehr, das Schweizer Weinfest im August feiert der Ort trotzdem. 1831 folgte New Switzerland in Illinois, das spätere Highland, 1845 New Glarus in Wisconsin.

Die berühmteste Schweizer Kolonie lag im Westen. Von 1839 bis 1849 war Sutter’s Fort das wirtschaftliche Zentrum der ersten dauerhaften europäischen Siedlung im kalifornischen Central Valley. Ihr Gründer, der Schweizer Einwanderer John Sutter, nannte seine riesige mexikanische Landbewilligung New Helvetia. Die Ironie: Der Goldfund an Sutters Sägemühle in Coloma 1848 löste den Goldrausch aus, der Sutters Geschäfte am Fort zugrunde richtete. Und der Fort wurde mit der Arbeit vieler Angehöriger der indigenen Völker gebaut, die nach Angaben der kalifornischen Parkverwaltung ausgebeutet wurden.

Schweizer Siedlungen in Nordamerika, eine Auswahl
JahrSiedlungHerkunft und Hintergrund
1731Purrysburg, South Carolinagegründet von Jean Pierre Pury
1803Vevay, IndianaSchweizer Weinbauern um Jean-Jacques Dufour aus der Waadt
1831New Switzerland, Illinois (Highland)Schweizer Siedler, später Sitz der Helvetia Milk Co.
1839New Helvetia, KalifornienLandbewilligung von John Sutter, Sutter’s Fort
1845New Glarus, WisconsinAuswanderungsverein des Kantons Glarus
1880er JahreNew Bern, TexasEinwanderer aus Bern in Williamson County
1893Vernon, Texasvon Schweizern besiedelt

Quellen: Marc Perrenoud, „Schweizer Kolonien“, HLS; California State Parks, Sutter’s Fort State Historic Park; New Glarus Historical Society; Handbook of Texas Online (TSHA), Einträge „Swiss“ und „New Bern, TX“.

3New Glarus: wie ein ganzer Kanton eine Kolonie plante

Glarus ging die Sache an, wie man in der Schweiz Dinge angeht: mit einem Verein. 1844 wurde der Auswanderungsverein des Kantons Glarus gegründet. Er schickte zwei Männer voraus, den Appellationsrichter Niklaus Dürst und den Schmied Fridolin Streiff, die in Illinois, Missouri, Iowa und Wisconsin nach Land suchten. Am 15. April 1845 verabschiedete der Glarner Caspar Jenny die Auswanderer mit einer Rede: Am folgenden Tag, dem 16. April, verließen 196 Bürger die Heimat, um unter der Leitung des Vereins jenseits des Atlantiks ein neues Vaterland zu suchen. Der Verein schrieb vor, dass Familien gemeinsam reisten.

Am 17. Juli 1845 kauften Dürst und Streiff im Landamt von Mineral Point für den Verein 1.200 Acres Land in Green County, zum Regierungspreis von 1,25 Dollar je Acre, und ließen es in 60 Parzellen vermessen. Am Sonntag, dem 20. Juli, zogen sie mit ihrem Fuhrmann in die Kolonie ein. Dürst hielt in seinem Tagebuch fest, was an diesem Tag alles zum ersten Mal geschah: das erste Feuer, das erste Essen, der erste Fisch aus dem Bach, das erste selbst gebackene Brot, die erste Nacht.

3.1Wie viele kamen an? Darüber streiten die Glarner bis heute

Im August 1845 erreichten die Kolonisten das neue Glarus. Wie viele es waren, ist eine eigene kleine Geschichte. Die New Glarus Historical Society nennt 131 von 193 Auswanderern, die im April aufgebrochen waren. Die Swiss American Historical Society Review hält fest, dass die veröffentlichten Ortsgeschichten bei der Zahl der ersten Siedler nicht übereinstimmen und meist 108, 118 oder sogar 122 nennen. Das Siedlerdenkmal von 1915 führt übrigens nur die Männer auf. Präzision ist eben auch in der Schweiz eine Frage der Quelle.

Der Anfang war hart. Eine Zählung von 1846 fand nur 13 Häuser und etwa 85 Menschen in der Kolonie. 1847 kam eine zweite Gruppe aus dem Glarner Dorf Bilten und siedelte südlich davon, im späteren Biltental. 1850 organisierte sich die Gemeinde New Glarus selbst, 1851 wurde dort, wo die Kolonie begonnen hatte, ein Dorf mit zwölf Blöcken vermessen, dessen Straßen Namen von Glarner Dörfern tragen. Nach zehn Jahren, 1855, endete der Vertrag mit dem Verein, das letzte Grundstück ging im Januar 1856 an seinen Käufer. Die Verbindung zur Heimat riss nie ab: Als 1861 ein großer Teil der Stadt Glarus abbrannte, schickten die Auswanderer 1.250 Dollar für den Wiederaufbau. Im selben Jahr meldeten sich rund 40 Schweizer aus New Glarus freiwillig zum deutschsprachigen 9. Infanterieregiment Wisconsins für den Bürgerkrieg.

4Käse, Tell und Kilby: was aus der Kolonie wurde

Was New Glarus berühmt machte, kam auf vier Beinen. 1868 eröffnete Niklaus Gerber südwestlich des Dorfes die erste Käserei der Gegend und machte Limburger, im Jahr darauf Käse nach Emmentaler Art. 1910 eröffnete die Helvetia Milk Co. aus der Schweizer Siedlung Highland in Illinois eine Kondensmilchfabrik im Dorf, die für viele Jahre der größte Arbeitgeber wurde. Eine Studie der University of Wisconsin zeigte 1915, dass die Bauern in Green County tausend Dollar im Jahr mehr verdienten als der Durchschnittsbauer im übrigen Staat.

Der Erste Weltkrieg traf die Sprache. Schweizerdeutsch wurde in Häusern, Läden und Kirchen gesprochen, doch mit dem Krieg begann ein rascher Niedergang, viele deutschsprachige Bücher wurden vernichtet, die Lokalzeitung erschien fast nur noch auf Englisch. Wie es den deutschsprachigen Zeitungen, Kirchen und Vereinen insgesamt erging, zeigt der Leitfaden Deutsche Zeitungen, Kirchen, Schulen und Vereine in Amerika.

Das Schweizerische überlebte trotzdem, nur in anderer Form. Seit 1938 spielt die Gemeinde jedes Jahr Schillers „Wilhelm Tell“ unter freiem Himmel. Am letzten Septemberwochenende feiert sie Kilby, ein Fest aus Heimkehr, Erntedank und Kirchweih. Als 1962 die Kondensmilchfabrik schloss, setzte New Glarus auf den Tourismus und auf seine Geschichte. Und 1964 zogen amische Bauern in die Gegend, eine Gemeinschaft, deren Wurzeln im 17. Jahrhundert ebenfalls in der Schweiz liegen. Mehr über den Bundesstaat findest du im Porträt Wisconsin.

5Schweizer in Texas: ein Glarner Kaufmann, ein Bäcker im Archivkrieg und ein neues Bern

In Texas waren die Schweizer nie viele, aber ihr Einfluss war nach dem Handbook of Texas „far out of proportion“ zu ihrer Zahl. Schon 1819 schlugen Schweizer Kaufleute in Philadelphia vor, 10.000 Landsleute in Texas anzusiedeln. Daraus wurde nichts, aber 1821 zogen die Brüder Louis und Henry Rueg nach Texas und eröffneten später ein Handelsgeschäft in Nacogdoches. Stephen F. Austin schrieb am 14. Juni 1830, er erwäge die Vorzüge Schweizer und deutscher Einwanderer, weil sie gegen die Sklaverei seien und nicht die angloamerikanische Spekulationswut hätten.

5.1Der Glarner, der Galveston eine Bibliothek schenkte

Henry Rosenberg wurde 1824 in Bilten im Kanton Glarus geboren, genau dem Dorf, aus dem 1847 die zweite Gruppe nach New Glarus aufbrach. Mit siebzehn arbeitete er in einer Textilfabrik, dann folgte er dem Sohn seines Arbeitgebers nach Galveston, wo er im Februar 1843 als Angestellter in einem Stoffgeschäft anfing. Er kaufte erst die Hälfte des Ladens, dann den Rest und machte daraus bis 1859 das führende Stoffgeschäft des Staates. Später wurde er Bankier, Präsident einer Eisenbahngesellschaft, Stadtrat und ab 1869 Schweizer Konsul für Texas. Sein Testament finanzierte ein Waisenhaus, eine Kirche, siebzehn Trinkbrunnen „für Mensch und Tier“ und mit über 600.000 Dollar die erste kostenlose öffentliche Bibliothek in Texas, die Rosenberg Library. Die Stadt Rosenberg im Fort Bend County trägt seinen Namen.

5.2Dutch John und der Archivkrieg von Austin

Für Austin, wo unsere Kanzlei sitzt, hat ein Schweizer Geschichte geschrieben, im wörtlichen Sinn. John Wahrenberger, 1812 in der Schweiz geboren, kam 1839 nach Austin. Im Dezember 1842 erfuhr er, dass Reiter unterwegs waren, um die Archive der Republik Texas in die vorläufige Hauptstadt Washington-on-the-Brazos zu bringen. Er eilte zurück, schlug Alarm und gehörte zu den Männern, die die Rückgabe der Akten erzwangen. Die Akten blieben in Austin, und 1844 wurde Austin wieder Hauptstadt. Wahrenberger betrieb danach eine Bäckerei, ein Hotel und ein Café. Seine Mitbürger nannten ihn „Dutch John“, und warum ein Schweizer in Texas Dutch heißen konnte, erklärt der Leitfaden zum Pennsylvania Dutch.

5.3Ein neues Bern nördlich von Austin

Siebenunddreißig Meilen nördlich von Austin, im Osten von Williamson County, entstand in den 1880er Jahren New Bern, benannt von Einwanderern nach ihrer Heimatstadt. Um die lutherische St.-Pauls-Kirche von 1893 wuchs ein kleines Dorf, 1908 kam die New Bern Helvetia Lodge Hall als Treffpunkt dazu. Im Austin County sangen deutschsprachige Schweizer in Schoenau im Helvetia Schönau Männerchor. Auch an der deutschen Besiedlung von Texas waren Schweizer beteiligt: Der Texas Ranger Johann Jacob Rahm half 1845 der Gruppe des Prinzen Carl zu Solms-Braunfels, als die Quellen und der Ort von New Braunfels gefunden wurden, und der Schweizer Oberst und Maler C. Rohrdorf, der mit dem Adelsverein kam, zeichnete und malte die frühen Siedlungen New Braunfels und Fredericksburg. Diese Geschichte erzählt der Leitfaden Deutsche in Texas.

Ihren Höhepunkt erreichte die Schweizer Bevölkerung in den meisten Gegenden von Texas zwischen 1890 und 1910. Meist waren sie Handwerker und Kaufleute, und es zog sie vor allem in die Städte Galveston, Houston und Dallas.

Schweizer in Texas in Zahlen
JahrZählungPersonen
1930Personen schweizerischer Abstammung (Volkszählung)1.410
1990Personen schweizerischer Abstammung (Volkszählung)32.304
2024Personen, die schweizerische Vorfahren angeben (ACS, Schätzung)38.914

Quellen: William T. Field, „Swiss“, Handbook of Texas Online (TSHA), für 1930 und 1990; U.S. Census Bureau, American Community Survey 2024, 1-Jahres-Schätzung, Tabelle B04006, für 2024. Die Zählweisen der Jahre sind nicht identisch.

6Ein Schweizer als Finanzminister der jungen Republik

Der vielleicht einflussreichste Schweizer Amerikaner steht nicht in Wisconsin oder Texas, sondern in der Geschichte des Finanzministeriums. Albert Gallatin, aus einer aristokratischen Schweizer Familie, wanderte 1780 nach Amerika aus. Er saß ab 1795 im Repräsentantenhaus, sorgte 1801 für das Gesetz, das den Finanzminister zu einem jährlichen Bericht verpflichtet, und half, das mächtige Ways and Means Committee des Repräsentantenhauses zu schaffen, damit das Ministerium dem Kongress über Einnahmen, Schulden und Ausgaben Rechenschaft ablegt. Präsident Jefferson machte ihn 1801 zum Finanzminister, und Gallatin blieb bis 1814 im Amt, fast dreizehn Jahre und damit länger als jeder andere Finanzminister in der Geschichte des Ministeriums. Wer heute mit dem IRS zu tun hat, bewegt sich also in einem Haus, das ein Schweizer mitgebaut hat.

7Schweizer in den USA heute und was das mit dir zu tun hat

Nach der American Community Survey 2024 geben in den USA rund 861.000 Menschen an, schweizerische Vorfahren zu haben. In der Schweiz geboren sind rund 38.000. Unter den Staaten, die wir ausgewertet haben, liegen Kalifornien und Pennsylvania in absoluten Zahlen vorn. Gemessen an der Bevölkerung fällt Wisconsin auf: Dort geben rund 45.000 von knapp 6 Millionen Einwohnern schweizerische Wurzeln an, ein Anteil etwa dreimal so hoch wie im Landesdurchschnitt. Auf diese Weise lebt New Glarus in den Zahlen weiter.

Wer heute aus der Schweiz nach Amerika geht, braucht keinen Auswanderungsverein mehr, aber immer noch einen Plan. Eine schöne Pointe der Geschichte: Der Vertrag, auf den sich Schweizer Unternehmer und Investoren für das E-1 und das E-2 Visum stützen, ist seit dem 8. November 1855 in Kraft, zehn Jahre nach der Gründung von New Glarus. Wie diese Visa funktionieren, erklären die Leitfäden zum E-2 Investorenvisum und zum E-1 Handelsvisum. Wie der Antrag an der Botschaft läuft, steht im Leitfaden zur US-Botschaft Bern, und wie sich Steuern in der Schweiz und in den USA unterscheiden, im Steuervergleich USA, Schweiz und Deutschland.

Und wer sehen will, wie sich Texas anfühlt, in dem Rosenberg, Wahrenberger und die Berner von Williamson County ihr Glück gemacht haben: Bei unserer Erlebnisreise nach Austin lernst du fünf Tage lang Firmen, Visa, Immobilien, Banking und die Menschen vor Ort kennen.

Schweizer in den USA, ACS 2024 (Schätzung)
GebietPersonen, die schweizerische Vorfahren angeben
USA gesamt861.324
Kalifornien80.953
Pennsylvania70.262
Ohio59.097
Wisconsin45.326
Texas38.914
Indiana37.135
In der Schweiz geboren und in den USA lebend: 38.004

Quelle: U.S. Census Bureau, American Community Survey 2024, 1-Jahres-Schätzung, Tabellen B04006 (People Reporting Ancestry) und B05006 (Place of Birth for the Foreign-Born Population). Ausgewählte Bundesstaaten, keine vollständige Rangliste.

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Zusammengefasst
  • Die Schweiz war vom 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Auswanderungsland. Bevölkerungsdruck, Armut und Agrarkrisen trieben die Menschen fort, am Ende des 19. Jahrhunderts fast 90 Prozent von ihnen nach Nordamerika.
  • Schweizer gründeten in Amerika eigene Siedlungen, von Purrysburg 1731 über Vevay und Highland bis New Glarus 1845.
  • New Glarus wurde von einem Auswanderungsverein des Kantons Glarus geplant. Aus der Kolonie wurde ein Zentrum der Käserei und eine Bühne für Wilhelm Tell.
  • In Texas prägten Schweizer wie Henry Rosenberg aus Bilten in Galveston und John Wahrenberger in Austin die Geschichte weit über ihre kleine Zahl hinaus.
  • Rund 861.000 Menschen in den USA geben schweizerische Vorfahren an, rund 38.000 sind in der Schweiz geboren.

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Sebastian Sauerborn
Sebastian Sauerborn
Gründer der Kanzlei Mount Bonnell, Austin, Texas
11 Minuten Lesezeit · Stand: Oktober 2026

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