Amerika ist weder Paradies noch Warnung. Es ist ein anderes Rechenblatt.
Auswandern in die USA: Vor- und Nachteile ehrlich gerechnet, von Steuer und Urlaub bis Rente, Pass und Heimweg
Teil des Leitfadens Als Unternehmer in die USA umziehen
Ob sich das Auswandern in die USA lohnt, hängt weniger vom Land ab als davon, wer du bist: Angestellter oder Unternehmer, Familie oder Paar, dreißig oder sechzig. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Punkte nebeneinander, jeweils mit dem, was Amerika gibt, und dem, was es verlangt, und mit den Zahlen der Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks.
Ob sich das Auswandern in die USA lohnt, hängt weniger vom Land ab als davon, wer du bist: Angestellter oder Unternehmer, Familie oder Paar, dreißig oder sechzig. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Punkte nebeneinander, jeweils mit dem, was Amerika gibt, und dem, was es verlangt, und mit den Zahlen der Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks. Er urteilt nicht über eines der beiden Länder. Was für den einen ein Vorteil ist, etwa ein Arbeitsrecht mit viel Vertragsfreiheit, ist für den anderen ein Nachteil. Entscheidend ist, dass du die Punkte kennst, bevor du dich festlegst.
1Was du gegeneinander rechnest
Die meisten Listen zu Vor- und Nachteilen mischen Fakten und Gefühle. Wir trennen sie. Zuerst kommen die Punkte, die sich mit Gesetzen und amtlichen Zahlen beschreiben lassen: Steuern, Urlaub, Lebenshaltung, Krankenversicherung, Aufenthalt, Staatsangehörigkeit, Rente. Danach die Punkte, die jeder für sich gewichtet: Familie, Entfernung, Mentalität, Raum. Am Ende steht der Rückweg, denn eine ehrliche Rechnung fragt auch, was passiert, wenn es nicht passt.
Wer genauer wissen will, für wen der Schritt nach Amerika gedacht ist, findet unsere Sicht im Beitrag Warum überhaupt als Unternehmer nach Amerika umziehen?. Und wer die Eigenheiten des amerikanischen Alltags mit Humor nehmen will, liest Die spinnen, die Amis.
2Steuern: niedrigere Sätze, mehr Formulare
Was Amerika gibt. Der Bundestarif der Einkommensteuer reicht 2026 von 10 % bis 37 %, und die oberste Stufe greift für Ledige erst ab $640.600 zu versteuerndem Einkommen, für gemeinsam Veranlagte ab $768.700. In Deutschland gilt 2026 ein Satz von 42 % ab 69.879 Euro und von 45 % ab 277.826 Euro. Dazu kommt in den USA die Steuer des Bundesstaates, die zwischen null in Texas oder Florida und 13,3 % in Kalifornien liegt (Spitzensatz 12,3 % plus 1 % auf Einkommen über 1 Million Dollar). Den Vergleich von 13 Staaten findest du unter Welcher Bundesstaat passt zu dir. Was ein Unternehmer mit gleichem Einkommen in Deutschland, New York und Texas netto behält, rechnet der Beitrag zur US-Steuerplanung für Unternehmer vor.
Was Amerika verlangt. Ein Resident wird nach dem IRS grundsätzlich wie ein US-Bürger besteuert und muss alle Einkünfte angeben, egal ob sie in den USA oder im Ausland entstehen. Konten, Depots und Beteiligungen in Europa lösen eigene Meldungen aus, vom FBAR bis zur Form 8938. Und wer sich später einbürgern lässt, bleibt in den USA steuerpflichtig, wo immer er lebt: Für US-Bürger gelten nach dem IRS dieselben Regeln, ob sie in den USA oder im Ausland wohnen. Was das für dein Vermögen bedeutet, steht unter Vermögen in die USA mitnehmen. Zu Hause kann der Wegzug selbst Steuern auslösen; das behandelt der Beitrag Wegzug aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Form 1040 oder 1040-NR, auf Deutsch betreut.
3Arbeit, Urlaub und Freistellung
Was Amerika gibt. Das amerikanische Arbeitsrecht lässt Arbeitgebern und Arbeitnehmern viel Raum, die Bedingungen selbst auszuhandeln. Für Unternehmer heißt das: weniger gesetzliche Vorgaben, mehr Gestaltung im Vertrag. Wer einstellt, sollte die Regeln seines Bundesstaates kennen; der Beitrag zur Lohnbuchhaltung in den USA zeigt, was dazugehört.
Was Amerika verlangt. Das Bundesgesetz über faire Arbeitsbedingungen, der Fair Labor Standards Act, verlangt nach dem Arbeitsministerium keine Bezahlung für Zeit, in der nicht gearbeitet wird, etwa Urlaub, Krankheit oder Feiertage. Urlaub ist damit Verhandlungssache. In Deutschland beträgt der gesetzliche Mindesturlaub 24 Werktage (§ 3 BUrlG), in Österreich fünf Wochen, in der Schweiz vier Wochen und für Beschäftigte bis zum vollendeten 20. Altersjahr fünf Wochen (Art. 329a OR). Für familiäre und gesundheitliche Gründe kennt das Bundesrecht den Family and Medical Leave Act: bis zu 12 Wochen Freistellung im Jahr, unbezahlt, mit geschütztem Arbeitsplatz. Er gilt bei privaten Arbeitgebern mit mindestens 50 Beschäftigten und für Arbeitnehmer, die dort seit mindestens zwölf Monaten und mit mindestens 1.250 Stunden arbeiten. Wie Feiertage und Urlaub im Alltag aussehen, beschreibt der Beitrag Urlaub und Freizeit in den USA.
| Punkt | USA | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|---|
| Spitzensatz der Einkommensteuer des Bundes | 37 % ab $640.600 (Ledige) oder $768.700 (gemeinsam), Steuerjahr 2026; dazu je nach Bundesstaat 0 bis 13,3 % | 42 % ab 69.879 Euro, 45 % ab 277.826 Euro, ab 2026 | eigener Tarif | eigener Tarif von Bund und Kanton |
| Gesetzlicher Mindesturlaub | kein Anspruch nach Bundesrecht | 24 Werktage bei sechs Werktagen pro Woche | fünf Wochen (25 Arbeitstage bei fünf Arbeitstagen) | vier Wochen, bis zum vollendeten 20. Altersjahr fünf |
| Freistellung aus familiären oder gesundheitlichen Gründen | bis zu 12 Wochen unbezahlt, geschützter Arbeitsplatz, bei Arbeitgebern ab 50 Beschäftigten | eigene Regeln zu Elternzeit und Lohnfortzahlung | ||
| Zweite Staatsangehörigkeit bei Einbürgerung in den USA | Einbürgerung in der Regel nach fünf Jahren Greencard | deutsche bleibt erhalten (seit 27. Juni 2024) | österreichische geht verloren, außer die Beibehaltung wurde vorher bewilligt | schweizerische bleibt erhalten (seit 1. Januar 1992 uneingeschränkt zulässig) |
| Sozialversicherungsabkommen mit den USA | seit 1. Dezember 1979 | seit 1. November 1991 | seit 1. November 1980 | |
Quellen: IRS, Revenue Procedure 2025-32 (Steuertarife 2026); § 32a EStG (gesetze-im-internet.de); U.S. Department of Labor, Vacation Leave und Family and Medical Leave Act; § 3 BUrlG; oesterreich.gv.at, Urlaubsanspruch; Art. 329a OR (fedlex.admin.ch); USCIS, Citizenship and Naturalization; Bundesministerium des Innern, Neues Staatsangehörigkeitsrecht tritt in Kraft; oesterreich.gv.at, Verlust, Entziehung, Verzicht auf die Staatsbürgerschaft; Staatssekretariat für Migration SEM, Dual nationality; Social Security Administration, U.S. International Social Security Agreements. Gelesen am 24. Oktober 2026.
4Lebenshaltung: ein Land mit vielen Preisen
Was Amerika gibt. Es gibt Staaten, in denen das Leben deutlich günstiger ist als im Durchschnitt. Nach den Regional Price Parities des Bureau of Economic Analysis lag das Preisniveau 2024 in Arkansas bei 86,9 und in Mississippi bei 87,0, gemessen an 100 für die USA. Wer in einem solchen Staat ein Einkommen auf Niveau der großen Städte erzielt, lebt komfortabel. Eine Liste von Alltagspreisen in Freiburg, London und Austin bietet unser Preisvergleich der Lebenshaltungskosten.
Was Amerika verlangt. In den teuren Staaten wie Kalifornien mit 110,7 und Hawaii mit 110,0 ist der Unterschied vor allem das Wohnen. Ein amerikanischer Haushalt gab 2024 nach dem Bureau of Labor Statistics im Durchschnitt $78.535 aus, davon $26.266 für Wohnen und $13.318 für Verkehr. Ohne Auto geht in vielen Regionen wenig, und Grundsteuer, Versicherung und Nebenkosten kommen zur Miete oder zum Kaufpreis dazu. Wie du die Kosten für deinen Haushalt aufstellst, steht unter Was kostet das Auswandern in die USA.
5Gesundheit: gute Medizin, eigene Rechnung
Was Amerika gibt. Unser Umzugsleitfaden fasst das amerikanische Gesundheitswesen in drei Worten zusammen: teuer, aber gut. Wer gut versichert ist, hat die Wahl zwischen vielen Ärzten und Kliniken; was die Tarife unterscheidet, erklärt unser Bereich Gesundheit und Krankenversicherung.
Was Amerika verlangt. Die Versicherung ist an Arbeitgeber, Alter, Wohnort und Tarif gebunden, nicht an ein Solidarsystem nach Einkommen. Ein Durchschnittshaushalt gab 2024 nach dem Bureau of Labor Statistics $6.197 für Gesundheit aus. Selbstbehalt, Zuzahlung und Netzwerk des Versicherers bestimmen, was ein Arztbesuch kostet. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklären die Beiträge zur Krankenversicherung nach Alter und zu Arzt und Zahnarzt in den USA.
6Aufenthalt und Staatsangehörigkeit
Was Amerika gibt. Wer eine Greencard hat, darf dauerhaft in den USA leben und arbeiten und kann sich in der Regel nach fünf Jahren als Inhaber einbürgern lassen. Deutsche verlieren dabei ihre Staatsangehörigkeit nicht mehr: Seit dem 27. Juni 2024 ist die Mehrstaatigkeit nach deutschem Recht hingenommen, eine Beibehaltungsgenehmigung entfällt. Schweizer behalten ihr Bürgerrecht ohnehin; nach dem Staatssekretariat für Migration ist die doppelte Staatsangehörigkeit seit dem 1. Januar 1992 uneingeschränkt zulässig. Was die Einbürgerung verlangt, steht unter US-Staatsbürger werden.
Was Amerika verlangt. Bis zur Greencard hängt dein Aufenthalt an einem Visum, und jedes Visum ist an einen Zweck gebunden: an deine Investition, an deinen Arbeitgeber oder an deine Gesellschaft. Endet der Zweck, endet das Visum. Über ein Visum und über die Greencard entscheiden allein die Behörden. Österreicher verlieren ihre Staatsbürgerschaft, wenn sie freiwillig eine fremde annehmen, es sei denn, die Beibehaltung wurde vorher beantragt und bewilligt. Welche Wege es gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigt der Überblick über die US-Visa-Arten.
Schriftlich, welches Visum zu dir und deiner Familie passt, erstellt mit unserem Immigration Attorney.
7Rente und Vorsorge
Was Amerika gibt. Die USA haben mit Deutschland, Österreich und der Schweiz Abkommen über soziale Sicherheit geschlossen; das mit Deutschland gilt seit dem 1. Dezember 1979, das mit der Schweiz seit dem 1. November 1980, das mit Österreich seit dem 1. November 1991. Nach der Deutschen Rentenversicherung werden deutsche und amerikanische Versicherungszeiten für die Frage, ob ein Anspruch besteht, zusammengerechnet; jede Seite zahlt dann ihre eigene Rente aus ihren eigenen Zeiten. Dazu kommen in den USA eigene Formen der Altersvorsorge wie der 401(k), den der Beitrag Was ist ein 401k erklärt.
Was Amerika verlangt. Wer erst spät auswandert, sammelt in den USA nur wenige Versicherungsjahre. Welcher Staat eine Rente aus Europa besteuert, wenn du in den USA lebst, regelt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen; wie das bei einer deutschen Rente aussieht, beschreibt der Beitrag US-Rente und deutsche Steuern, und was für Rentner beim Visum gilt, der Beitrag zum Ruhestand in den USA.
8Familie, Schule und Entfernung
Was Amerika gibt. Die öffentliche Schule kostet kein Schulgeld und nimmt jedes Kind auf, das im Schulbezirk wohnt. Amerikanische Universitäten stehen in internationalen Ranglisten regelmäßig weit oben, wie unser Beitrag zum Schulwesen zeigt. Und für Kinder ist das Aufwachsen mit zwei Sprachen ein Gewinn, den sie ein Leben lang behalten.
Was Amerika verlangt. Die Qualität der öffentlichen Schule hängt an der Adresse, Studiengebühren sind hoch, und Familienleistungen wie das deutsche Kindergeld enden in der Regel mit dem Umzug. Die Großeltern sind einen Langstreckenflug entfernt, und die Zeitverschiebung macht das Telefonat am Abend zum Telefonat in der Nacht. Wie Familien den Umzug planen, steht unter Auswandern in die USA mit Kindern.
9Raum, Mentalität und Freiheit
Was Amerika gibt. Viele unserer Leser zieht etwas, das sich in keiner Tabelle findet: Raum, Optimismus und die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen ein Unternehmen gründen. Wer aus einer engen Stadt kommt, erlebt in Texas oder Montana zum ersten Mal, wie weit ein Horizont sein kann. Die deutsche Spur in Amerika ist dabei älter als die meisten Städte; davon erzählt unsere Reihe Die Deutschen in Amerika.
Was Amerika verlangt. Freundlichkeit ist nicht gleich Freundschaft, die Höflichkeit ist anders verpackt, und vieles, was in Europa der Staat regelt, regelst du selbst. Wer die Umstellung unterschätzt, hadert. Wie unterschiedlich die Sicht auf Staat, Gemeinde und Selbstverantwortung ist, beschreibt der Beitrag Konservativ in Amerika.
Visum, Konto, Steuern und Wohnort: dein Umzug mit einer Kanzlei.
10Der Rückweg
Eine ehrliche Rechnung fragt auch, was es kostet, wieder zurückzugehen. Wer nach Deutschland zurückkehrt, meldet sich beim IRS ab, schreibt den Führerschein um und bringt den Hausrat zurück; der Leitfaden Umzug aus den USA zurück nach Deutschland beschreibt die Schritte. Für Unternehmer mit Firmenanteilen ist ein Punkt besonders wichtig: Kehrt ein Deutscher innerhalb von sieben Jahren zurück, kann die deutsche Wegzugsteuer unter Bedingungen entfallen (§ 6 Abs. 3 AStG). Wer den Rückweg offenhalten will, sollte das vor dem Wegzug wissen.
Am Ende steht keine allgemeine Antwort, sondern deine eigene. Wer seine Zahlen kennt, einige Wochen vor Ort war und weiß, welches Visum ihm offensteht, entscheidet nicht aus Sehnsucht und nicht aus Angst, sondern aus Überzeugung.
- Der Spitzensatz der Bundeseinkommensteuer liegt in den USA bei 37 % und greift für Ledige 2026 ab $640.600; in Deutschland gelten 42 % ab 69.879 Euro und 45 % ab 277.826 Euro. Dafür besteuern die USA Residents mit dem Welteinkommen und verlangen Meldungen für Vermögen im Ausland.
- Einen gesetzlichen Mindesturlaub kennt das Bundesrecht der USA nicht; die Freistellung nach dem FMLA ist unbezahlt.
- Das Preisniveau unterscheidet sich zwischen den Bundesstaaten stark, vor allem beim Wohnen, und die Krankenversicherung richtet sich nach Alter und Tarif.
- Ein Visum ist an seinen Zweck gebunden; den dauerhaften Aufenthalt gibt erst die Greencard, die Einbürgerung in der Regel nach fünf Jahren. Deutsche und Schweizer behalten dabei ihren Pass, Österreicher nur mit vorheriger Bewilligung.
- Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz verbinden die Rentenzeiten beider Seiten.
So helfen wir dir
- Visa-FahrplanSchriftlich, welches Visum zu dir und deiner Familie passt, erstellt mit unserem Immigration Attorney.
- Umzug in die USAVisum, Konto, Steuern und Wohnort: dein Umzug mit einer Kanzlei.
- Beratung zu Visum und GreencardWelcher Weg in die USA zu dir passt, geklärt in einem Gespräch.
- Deine US-SteuererklärungForm 1040 oder 1040-NR, auf Deutsch betreut.
Investoren-Erlebnisreise Texas
Fünf Tage in Austin mit Sebastian Sauerborn, bevor du dich festlegst: Firmen, Visa, Immobilien, Banking und die Menschen vor Ort. Die US-Firmengründung im Wert von $3.500 und ein Jahr New Horizons Club sind im Ticket enthalten.
- Schlüsselfertige US-Firmengründung im Wert von $3.500
- 1 Jahr New Horizons Club im Wert von $1.299
- Fünf Tage Programm auf Deutsch, Begleitperson kostenlos
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