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Was bedeutet der Einzug Bidens ins Weiße Haus für die Visafreiheit von ausländischen Unternehmern?

Joe Bidon versprach während seines Wahlkampfes das Immigrationssystem zu modernisieren und Immigranten in den USA willkommen heißen zu wollen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies bislang nicht geschehen, Unternehmer dürfen aber darauf hoffen, dass die versprochenen Änderungen stattfinden werden.

Schon in seinem Wahlkampf hat Joe Biden viele Veränderungen in der Immigrationspolitik der USA angekündigt, sollte er zum Präsidenten gewählt werden. So versprach er beispielsweise, das Immigrationssystem der USA fairer zu gestalten und Menschenrechte sowie die Würde von Einreisenden, egal ob legal oder illegal zu bewahren. Damit zielte er ganz klar auf die Vorgehensweise unter Donald Trump ab, bei der illegale Einwanderer unter schrecklichen Umständen gefangen gehalten wurden und sogar Kinder von ihren Eltern getrennt wurden.

Er versprach aber auch, dass Immigrationssystem der USA zu modernisieren und Immigranten in der Gemeinschaft der USA Willkommen zu heißen. Und eben dieser Aspekt klingt vor allem auch für Unternehmer sehr vielversprechend, wenn sie vorhaben ihr Unternehmen und eventuell sogar den Wohnsitz in die USA zu verlegen. Aber Wahlversprechen sind immer eine Sache, die Realität ist meist eine andere. Deshalb werden wir hier darüber sprechen, welche Veränderungen für Geschäfts- und Einreisevisa tatsächlich unternommen wurden, seit Joe Biden Präsident ist, welche Veränderungen noch zu erwarten sind und welche Folgen dies für deutschsprachige Unternehmer hat, die in die USA umziehen oder expandieren möchten.

Wie sieht die momentane Visasituation in den USA aus?

Natürlich haben diese Ankündigungen Hoffnungen bei vielen geweckt, da die Einreisebedingungen unter Trump stetig komplizierter und ungerechter wurden. Ganz nach dem Motto „America First“ schuf der ehemalige Präsident viele Hindernisse, vor allem für Facharbeiter, in die USA einzureisen. Das Ganze wurde auf Grund der Coronapandemie noch einmal verschärft, was sich bis jetzt gehalten hat.

Bereits im März 2020, also zu Beginn der Coronapandemie verhängte Trump harte Einreiseverbote für ganz Europa und auch andere Länder. Dies geschah zum einen natürlich, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, zum anderen wurde aber auch explizit genannt, dass diese Maßnahmen dazu dienen sollen, den amerikanischen Arbeitsmarkt zu schützen. Denn selbstverständlich stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Coronapandemie auch in den USA extrem.

 

Quelle: Statista.com

 

Wie der Grafik zu entnehmen ist, hielten sich die Arbeitslosenzahlen in den USA seit 2018 relativ konstant im Bereich zwischen fünf und sieben Prozent. Dies änderte sich schlagartig mit Beginn der Coronapandemie, sodass der Höchstwert im Mai 2020 bei ganzen 23 Prozent lag. Dies bedeutet, dass fast ein Viertel der Amerikaner mit der Arbeitslosigkeit in Kontakt kamen. Natürlich sank dieser Wert auch wieder und verschiedene Programme und Maßnahmen führten dazu, dass wir im Januar 2021 wieder zu einer Arbeitslosigkeit von etwa 10 Prozent zurückkehrten. Einem Wert zwar, der über dem Durchschnittswert der letzten Jahre liegt, aber in Bezug zur momentanen Situation durchaus vertretbar ist.

Verständlich ist nun auch, wie Trump mit den Einreiseverboten den amerikanischen Markt schützen wollte. Denn die im Mai freigewordenen Stellen mussten in der Folgezeit natürlich wieder mit Arbeitskräften besetzt werden. Und es ist naheliegend, dies mit einheimischen Kräften zu tun und keine ausländischen Arbeiter vorzuziehen. Unter anderem also auch deshalb die starken Einreisebeschränkungen für Europäer.

Tatsächlich hatte Trump dann kurz vor dem Ende seiner Amtszeit vor, diese Einreisebeschränkungen wieder zu lockern. Er kündigte an, die Einreisebeschränkungen am 26. Januar wieder lockern zu lassen und Europäern die Einreise in die USA zu ermöglichen. Interessanterweise war es aber gerade die Administration von Joe Biden, die dieser Idee widersprach und ankündigte, an den Beschränkungen festhalten zu wollen. Warum dies passiert, obwohl Joe Biden doch ein viel lockerer Umgang mit Europa zugestanden wird, ist recht einfach zu erklären. Im Gegensatz zu Donald Trump ist der neuen Regierung die Ernsthaftigkeit der momentanen Lage um einiges bewusster, weshalb Joe Biden schon früh ankündigte, im Kampf gegen das Coronavirus verstärkte Maßnahmen einzuführen. Dazu gehören unter anderem natürlich auch Dinge wie das regelmäßige Tragen von Masken, aber auch die Eindämmung des Virus durch Einreisende. Vor allem vor dem Hintergrund der britischen Mutation, die um einiges ansteckender ist, also eine weise Entscheidung.

Welche Folgen hat das Vorgehen Bidens für Unternehmer?

Generell bedeutet diese Vorgehensweise aber nicht, dass Biden Einwanderern genau so feindselig gegenübersteht, wie das bei Trump der Fall war. Unternehmer können hoffen, dass sich die Lage, zumindest nach der Corona-Pandemie, wieder deutlich bessern wird. Die momentanen Einreisebeschränkungen sind nicht der allgemeinen Einstellung gegenüber Immigranten, sondern den besonderen Umständen der Coronapandemie geschuldet.

Viele hoffen auf bessere Bedingungen für deutsche Unternehmer und Startup-Gründer unter Biden

Generell sind die Hoffnungen, dass es Unternehmern und Fachkräften bald wieder einfacher sein wird, in die USA einzureisen jedoch ein zweischneidiges Schwert. Die Meinungen über die Veränderungen in der Zukunft gehen in beide Richtungen.

Natürlich ist Joe Biden der Zusammenarbeit mit den europäischen Ländern gegenüber generell viel offener eingestellt, als es bei seinem Vorgänger der Fall war. Die Voraussetzungen unter Trump für deutsche Startups beispielsweise waren sehr schwierig. So hielt Christian Miele, Investor und Präsident des Startup-Verbandes beispielsweise fest: „Zuletzt hätten sich junge Startup-Gründer oder potenzielle -Mitarbeiter aus der ganzen Welt überlegen müssen, ob sie in einem erratisch regierten, gespaltenen Amerika leben wollen, in denen Rassismus immer weiter um sich greift oder aber im stabilen, friedlichen und liberalen Europa“. Generell war tatsächlich eine Verschiebung der Startups in den europäischen Raum festzustellen, was sich nun laut Christian Miele wieder ändern könnte: „Dieser ‚War for Talents‘ könnte sich unter Biden nun wieder etwas zugunsten des Silicon Valley verschieben, glaubt der Verbandspräsident. Damit kann ich und vermutlich die meisten anderen aber leben. Lieber ein fittes Amerika und tougherer Wettbewerb mit unseren amerikanischen Freunden als vier weitere Jahre Donald Trump.“

Die Initiative Campus Founders sieht die Zukunft für Unternehmer aus Deutschland in den USA auch in einem besseren Licht. Sie vermuten, dass die Einreise wieder gelockert werden wird und die nun freundlichere Politik auch Austausch und Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern wieder fördern wird. Außerdem führen sie an, dass Unternehmensgründungen von Ausländern und Migranten für die USA nicht nur ein Dorn im Auge, sondern ein wichtiger Bestandteil ist. Denn tatsächlich wurden 40 % aller Fortune500-Unternehmen von Migranten oder deren Kindern gegründet.

Aber es gibt auch Befürchtungen, dass sich nicht viel ändern wird unter Joe Biden

Natürlich ist jedoch auch die andere Seite der Medaille zu betrachten. Und auch wenn Joe Biden und die Demokraten generell offener sind für eine Zusammenarbeit mit Europa, steht natürlich auch bei ihnen Amerika an erster Stelle.

Dazu äußerte sich Omer Dotou, der Leiter einer Unternehmensberatung wie folgt:

"Ob die Restriktionen für ausländische Fachkräfte im US-Einwanderungsrecht unter Biden gelockert werden, wagen wir zu bezweifeln. Die Corona-Pandemie hat mehr als 20 Millionen US-Amerikaner arbeitslos gemacht. Auch die Demokraten werden alles in ihrer Macht stehende tun, um offene Stellen vor allem mit den Landsleuten zu besetzen und möglicherweise das Aufenthaltsrecht zu ihren Gunsten verschärfen".

Und es steht natürlich auch zu befürchten, dass zunächst einmal der amerikanische Arbeitsmarkt wiederaufgebaut und geschützt werden soll. Inwiefern wir also eine baldige Verbesserung der Einwanderungspolitik für deutsche Unternehmer erwarten können, ist noch offen.

Zudem stehen auch andere Probleme an, auch wenn es wieder leichter wird, ein Visum für die Einreise in die USA zu erhalten. Andreas Fibig beispielsweise, CEO von International Flavors & Fragrances warnt davor, dass unter Biden Steuern erhöht und Regulierungen verschärft werden können.

Was bedeutet das nun für die nähere und fernere Zukunft?

Auch wenn sich die Aussagen und Meinungen unterscheiden, so kann man doch eine generelle Tendenz und damit auch Hoffnungen für die Zukunft erkennen. Zunächst einmal, in näherer Zukunft werden vermutlich keine direkten VISA-Lockerungen auf uns zukommen. Ja, Joe Biden hat bereits angekündigt den „Muslim Travel Ban“ aufzuheben und auch Familienzusammenführungen für illegale Migranten zu ermöglichen, aber der generelle Konsens, was die Einwanderung vor allem aus Europa angeht, hat sich nicht geändert. Und damit ist auch nicht zu rechnen, bis die Coronapandemie zu ihrem Ende kommt und große Teile der Weltbevölkerung geimpft sind. Mit diesen Maßnahmen will der amerikanische Präsident sein Volk schützen, was durchaus nachvollziehbar ist.

Was die fernere Zukunft angeht, so haben wir uns unterschiedliche Meinungen angesehen. Generell ist aber davon auszugehen, dass unter dem jetzigen Präsidenten die Einstellung gegenüber Unternehmern aus Europa lockerer werden wird und Unternehmer und Startup-Gründer aus Deutschland es einfacher haben sollten, ein Visum zu bekommen und in den USA tätig zu werden. Joe Biden hat bereits angekündigt, wieder enger mit Europa zusammenzuarbeiten und das bedeutet natürlich auch einen stärkeren Austausch und Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich.

Dennoch muss man akzeptieren, dass auch die Demokraten unter Joe Biden natürlich die amerikanische Wirtschaft fördern wollen und nicht alle Türen und Tore weit aufreißen werden. Unternehmer können aber trotzdem wieder offener in Richtung Land der unbegrenzten Möglichkeiten schauen und sich überlegen, ob eine Expansion in die USA nicht sinnvoller ist, als eine innerhalb Europas.

Fazit: Welche Hoffnungen können Unternehmer haben, was die Visaverteilung unter Joe Biden angeht?

Insgesamt betrachtet, können deutschsprachige Unternehmer positiv in die Zukunft schauen, was die Verteilung und Genehmigung von Visa für Unternehmer und Facharbeiter aus Deutschland angeht. Es gilt sich noch eine Weile zu gedulden, bis die Coronapandemie keine Relevanz mehr hat, aber danach sollte die Einreise in die USA wieder um einiges leichter machbar sein als noch unter Donald Trump.

Sollten Sie selbst mit dem Gedanken spielen, ein Startup in den USA zu gründen, Ihr Unternehmen in die USA zu expandieren oder zu verlagern, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen. Wir betrachten Ihr Vorhaben und geben Ihnen gerne eine ehrliche Einschätzung zu dessen Machbarkeit.

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