Ist Austin die beste Stadt in den USA?

Hier dreht sich alles rund um die texanische Hauptstadt und warum diese bei Unternehmern, Start-ups, Investoren & Talenten so beliebt ist.

Wir haben uns auf die Suche nach der Antwort gemacht, ob Austin tatsächlich die beste Stadt in den USA ist. Dafür sehen wir uns nicht nur Statistiken und Zahlen, sondern auch die Sichtweisen verschiedener Persönlichkeiten an und erfahren, was die texanische Metropole so besonderes an sich hat.

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Jobs, Lebensqualität & Top-Platzierungen

Was ist es, das die texanische Stadt Austin so besonders macht? Die Südstaaten-Metropole schafft es immer wieder in die Schlagzeilen. Austin wurde wiederholt zum lebenswertesten Ort in den Staaten gekürt und findet sich in sämtlichen Top-Listen wieder. Besonders positiv fallen dabei nicht nur Lebenskosten, sondern auch Faktoren wie Jobaussichten und Lebensqualität auf. Darüber hinaus wurde sie zur am schnellsten wachsenden Großstadt in den USA ernannt. Bei den führenden US-Metropolen für die Unternehmensgründung rangiert Austin auf Platz 4. Und damit nicht genug – die Stadt wurde unter die 15 besten Städte der Vereinigten Staaten gewählt, die man unbedingt besuchen sollte. Kein Wunder, dass Austin auf sämtliche Bestenlisten zu finden ist: Texas bietet als Staat die besten Voraussetzungen – der US-Bundesstaat belegte den ersten Platz der Top-Staaten für Unternehmerinnen.

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Austin, das Tech-Zentrum von Texas

Es ist kein Geheimnis, dass Austin eine Brutstätte für Technologie, Start-ups und Innovation ist. Die vielen Technologieunternehmen verhalfen der texanischen Stadt auch zu ihrem Spitznamen „Silicon Hills”. Auch Apple errichtet in Austin seinen neuen, 1-Milliarde-Dollar-Campus mit Platz für 15.000 Mitarbeiter, der bereits 2022 eröffnen soll und wird damit der größte private Arbeitgeber vor Ort. Neue Jobs von Facebook machen die Niederlassung in der Metropole zum drittgrößten US-Zentrum außerhalb des Facebook-Headquarters im Silicon Valley. Auch Google und Oracle zog es in den letzten Jahren nach Austin.

Doch warum entscheiden sie sich alle für Austin? Geht es nach dem texanischen Gouverneur Greg Abbott, liegt es vor allem an einer Sache: „In Texas ist alles größer”. Die Stadt ist seit langem das Tech-Zentrum von Texas. Zu den 6.500 ansässigen Start-ups und Tech-Unternehmen gehört auch Dell – das 1984 von Michael Dell gegründet wurde, als er an der University of Texas studierte. Er trug maßgeblich zum Technologie-Boom der Stadt bei. In Austin findet zudem jährlich das South by Southwest (SXSW) statt, das sich von einer Indie-Musikveranstaltung zu einem der weltweit trendigsten Technologiefestivals entwickelt hat und Investoren und Unternehmer gleichermaßen anzieht.

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Austin, eine große Unternehmer-Community

Ein weiterer Faktor, der zur Attraktivität der Metropole beiträgt: Austin ist eine der bedeutendsten Städte des Landes für Unternehmertum und ein anerkanntes Zentrum für Start-ups. „Austin zieht jährlich etwa eine Milliarde Dollar an Risikokapitalinvestitionen und eine weitere Milliarde Dollar an Investitionen von Unternehmen an", sagt Angelos G. Angelou, der frühere Vizepräsident für Wirtschaftsentwicklung und Chefökonom der Handelskammer von Austin. Heute ist er CEO von AngelouEconomics, einer Technologieberatungsfirma. Sie unterstützt Städte, die Investitionen anziehen wollen, sowie Firmen, die nach neuen Standorten suchen.

Laura Lorek ist die Herausgeberin und Mitbegründerin von Silicon Hills News, das über Technologie in der Region berichtet. Als sie die Website 2011 ins Leben rief, berichtete sie noch über so ziemlich jedes Startup in Austin. „Das Wachstum von Start-ups und der Start-up-Kultur allgemein ist unglaublich”, meint Lorek. „Jetzt gibt es so viele, dass ich sie gar nicht mehr alle kenne.”

William Hurley, auch bekannt als „Whurley", ist ein anerkannter Unternehmer aus Austin, der gerade sein drittes Startup gründet. Es heißt Strangeworks und nutzt Quantenphysik, um das Computing neu zu erfinden. Sein vorheriges Unternehmen Honest Dollar – eine Plattform für Altersvorsorge – verkaufte er 2016 an Goldman Sachs; davor veräußerte er mit Chaotic Moon ein Kreativstudio an Accenture. Hurley selbst lebt seit fast 25 Jahren in Austin. „Austin ist eine tolle Stadt für Unternehmer”, findet Hurley. „Es gibt jede Menge Gründer und eine Startup-Community, die einen unterstützt, wenn man gerade erst anfängt.”

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Von Kultur & Kosten bis zu Talenten

Ein weiterer Anreiz ist laut Lorek folgender: „Austin ist ein besonderer Ort mit einer ansprechenden Kultur. Es gibt viele großartige Parks, Zugang zu Flüssen, Wander- und Radwegen, gutes Essen, großartige Musik und eine gemeinschaftliche Tech-Kultur, die warmherzig ist und Menschen, die nicht von hier stammen, nicht nur akzeptiert, sondern mit offenen Armen empfängt.”

Austin verfügt auch über gut ausgebildete Arbeitskräfte, was zum Teil der University of Texas und anderen lokalen Universitäten zu verdanken ist. „Wir haben dank einer Reihe großartiger Universitäten einen unglaublichen Pool an Talenten. Viele von ihnen tendieren auch dazu, sich nach Abschluss ihres Studiums hier Arbeit zu suchen”, so Angelou.

Die niedrigen Lebenshaltungskosten in Austin machen die Stadt noch attraktiver. Es gibt keine Einkommenssteuer und die Stadt bietet weitaus erschwinglichere Wohnungen als die Küstengegenden. Von dort zieht sie auch viele Zuwanderer an. Laut dem Familienbudget-Rechner des Economic Policy Institute – der Ausgaben für Wohnung, Lebensmittel, Transport und Gesundheitsversorgung berücksichtigt – kostet das Leben eines alleinstehenden Erwachsenen in Austin etwa 3.197 Dollar pro Monat. In San Francisco – der teuersten Stadt der USA – werden dafür im Vergleich 5.756 Dollar pro Monat fällig.

Wohnmöglichkeiten können in Kalifornien laut Hurley Tausende Dollar pro Monat mehr kosten als eine vergleichbare Option in Austin. Ein Umzug verschafft Mitarbeitern also eine effektive Gehaltserhöhung, ohne dass sich an ihrem Einkommen etwas geändert hat.

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Die perfekte Stadt für die Unternehmensgründung

Ein weiterer erfolgreicher Gründer aus Austin ist Ben Rubenstein. Er hat während seines Studiums das Online-Marketing-Unternehmen Yodle mitbegründet und es 2016 für 342 Mio. Dollar an Web.com verkauft. Bis Yodle etwa 2011 ein in Austin ansässiges SEO-Unternehmen namens Profit Fuel übernahm, wohnte er in New York City. Nachdem er einige Zeit hin und her gependelt war, beschloss er nach Austin zu ziehen. „Ich habe mich nicht nur in die Stadt verliebt, sondern sah ihr großartiges Potenzial, um ein Unternehmen aufzubauen", sagt Rubenstein. „Als ich Opcity 2015 gründete, wusste ich, dass es keinen besseren Ort gibt, um ein Technologieunternehmen zu gründen.”

Nach dem Verkauf der Immobilientechnologieplattform Opcity an News Corp. für 210 Mio. Dollar blieb Rubenstein als CEO im Amt und plant, weiterhin in Austin zu bleiben. „Es ist ein cooles, urbanes Umfeld. Außerdem gefällt mir die aktive Gemeinschaft und das bessere Wetter”, so Rubenstein. „Viele smarte Leute ziehen hierher.”

Eine weitere in Austin ansässige Tech-Marke, die es zu Großem gebracht hat, ist Bumble. Die Dating-App wuchs in nur vier Jahren auf über 55 Mio. Nutzer an. „Austin ist der Ort, an dem für uns alles begann. Von einer so unterstützenden Community umgeben zu sein, während unsere Marke wuchs, bedeutet uns sehr viel”, sagt Alexandra Williamson, Chief Brand Officer von Bumble. „Es war aufregend zu beobachten, wie die Tech-Industrie in Austin wächst und gedeiht. Ich denke, dass wir in Zukunft noch mehr Möglichkeiten für Tech-Mitarbeiter in Austin und Umgebung sehen werden – von mehr Einstiegsoptionen für junge Absolventen bis hin zu mehr hochkarätigen Führungspositionen in der Region.”

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Beliebte Metropole bei Bewohnern & Touristen

Experten gehen davon aus, dass all diese Erweiterungen und Entwicklungen massive Auswirkungen auf die wachsende Metropolregion haben werden, die bereits jetzt über 2,2 Mio. Einwohner zählt. „Als ich 1984 nach Austin zog, hatte die Stadt nur etwa 560.000 Einwohner", erinnert sich Angelou. „Im Jahr 2040 werden wir dagegen voraussichtlich mehr als 4 Mio. Einwohner haben.”

„Jobwachstum geht immer mit Hausverkäufen einher”, sagte die Re/Max Austin Skyline Immobilienmaklerin Hope Teel einem lokalen Fernsehsender. „Wir sollten damit rechnen, dass die Preise steigen werden. Gleichzeitig werden wir hoffentlich aber auch viel mehr neue Entwicklungen sehen. Und das in Form von neuen Gebäuden und Sanierungen in einigen bestehenden Vierteln, um die Wohndichte zu erhöhen.”

Führungskräfte aus der Hotelbranche sind der Meinung, dass sich das Wachstum auch positiv auf den Tourismus auswirken wird. „Jedes Mal, wenn ein großes Unternehmen eine neue Niederlassung in Austin gründet oder seinen bestehenden Standort ausbaut, bemerken wir einen Aufschwung bei den Geschäftsreisen”, sagt Rich McGonnigal, der Sales und Marketing Direktor im Four Seasons Hotel Austin. Das am Ufer des Lady Bird Lake gelegene Hotel ist ein Sinnbild für das neue Austin und bietet clevere Erlebnisse, die es nur in Austin gibt. Zu den Highlights gehören z. B. ein sommerlicher „Champong”-Service (Champagner und Ping-Pong), Ceviche-Kurse und ein Margarita-Wagen, der auf Wunsch auf das Zimmer geliefert wird, um dort zu mixen.

Joe Pagone, der General Manager des drei Jahre alten Hotel Van Zandt findet, das Belegwachstum seines musikorientierten Boutique-Hotels stimmt mit dem Boom in Austin überein. „Die Menschen interessieren sich mehr denn je für Austin. Neue Unternehmen tragen wiederum dazu bei, die Stadt bekannt zu machen”, sagt Pagone. „Die Leute merken, dass es ein großartiger Ort zum Leben ist, aber auch zum Reisen ist. Das steigert die Belegung, die Einnahmen und den Reiseverkehr auf dem Markt.”

Und es gibt weitere Hotels, die auf die hohe Nachfrage reagieren. Darunter beispielsweise das neue East Austin Hotel, ein modernistisches Haus, das mit lokalen Handwerkern und Herstellern zusammenarbeitet. Auch die Lufthansa kündigte kürzlich eine neue Nonstop-Verbindung zwischen Austin und dem Frankfurter Drehkreuz der Fluggesellschaft an.

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Herausforderungen des Wachstums

Natürlich sind nicht alle über diese Entwicklung glücklich. „Die Community in Austin hat eine Hassliebe zu Wachstum und Veränderung”, so Lorek von Silicon Hills News. „Jeder liebt das Austin, in das er gezogen oder in dem er aufgewachsen ist. Die Stadt hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert und die steigenden Immobilienpreise in der Innenstadt haben viele alteingesessene Unternehmen aus dem Geschäft getrieben.”

Rubenstein von Opcity sieht auch im Verkehr ein Problem: Austin rangiert auf Platz 14 der am meisten überlasteten und verstopften Städte des Landes. „In Austin gibt es keine guten öffentlichen Verkehrsmittel. Auch die Straßen sind schlicht und einfach nicht auf so viele Menschen ausgelegt”, meint er.

Lorek sagt, dass die Stadtverwaltung von Austin unter dem Zustrom von immer mehr Menschen mit der Erschwinglichkeit und dem Verkehr zu kämpfen haben. „Die kreative Gemeinschaft von Schriftstellern, Musikern, Künstlern und all den verrückten Dingen, die Austin so großartig gemacht haben, muss erhalten bleiben. Sie gehören zur Stadt und sind wichtig, damit Austin auch weiterhin ein begehrter Ort zum Leben bleibt”, sagt sie.

Dennoch sieht die Zukunft rosig aus. „Es ist ein virales Marketing, das in Austin stattfindet. Die Menschen sind begeistert von der Lebensqualität und dem, was die Stadt zu bieten hat”, sagt Angelou. „Ich rechne nicht mit Nachteilen.”

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Austin, der „Place to be”

Austin steckt voller Potenzial. Vom Geheimtipp hat es sich zum neuen „Place to be” in der Business- und allen voran der Technologie-Branche entwickelt. Sieht man sich die Lebensqualität und Kosten an, erkennt man schnell, dass es sich keineswegs um einen kurzweiligen Trend handelt, sondern der Hype um die texanische Metropole begründet ist.

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