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Small Town USA

Das Amerika der Country-Songs

Spätviktorianische Einfamilienhäuser in Holzbauweise mit dem berühmten Schaukelstuhl auf der front porch, umgeben von Weizenfeldern und endloser grüner Prärie und natürlich die Flagge im Vorgarten – unser Bild der Vereinigten Staaten speist sich aus Filmen, der Romantisierung durch Country-Songs und Landschaftsaufnahmen. In den mitunter abgelegenen ländlichen Gebieten der USA lebt heutzutage nur mehr ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Die riesigen Gebiete zwischen den Großen Seen und Kalifornien, vom Norden Texas bis zu den einsamen Mountain States, dazwischen die Great Plains und der Mittlere Westen als die „Kornkammer“ der Staaten, machen nicht nur flächenmäßig, sondern auch kulturell den überwiegenden Teil der Vereinigten Staaten aus. Hier ist der frontier spirit noch lebendig, nachdem der Homestead Act 1862 jedem volljährigen Amerikaner erlaubte, gen Westen zu ziehen und sich dort ein Stück Land von 64 Hektar Größe abzustecken und zu bewirtschaften. Viele dieser Farmen bestehen noch heute, Tradition wird im Herz Amerikas immer noch großgeschrieben.

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Amerika: Mehr als New York und LA

Wenn wir an Amerika denken, haben wir aber auch die Skyline von New York im Kopf, die Golden Gate Bridge oder die architektonischen Wunderwerke von Neutra und Schindler. Tatsächlich leben über 80 Prozent der Amerikaner in Städten. Damit sind allerdings auch Metropolregionen wie Chicago, Houston oder Philadelphia gemeint, die kleinere politisch selbstständige Städte und Gemeinden mit einschließen können. Die weitläufigen Suburbs haben gelegentlich mehr Einwohner als die Stadt selbst.

Dennoch lässt sich eine verstärkte Bewegung der regelrechten Sub-Suburbanisierung beobachten. Spätestens, seitdem remote work in vielen white collar jobs an der Tagesordnung ist, zieht es viele Amerikaner wieder hinaus aufs Land. Dort braucht es nichts mehr als einen funktionierenden Internetanschluss und das Büro ist komplett. Zudem locken günstige Mieten, eine überwiegend konservative und homogene Gesellschaft sowie familienfreundliche Kleinstädte die dauergestressten Städter aus ihrem urbanen Sumpf.

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Remote Work sorgt für ländliches Wachstum

Viele ländliche Gemeinden ziehen aus dieser Entwicklung inzwischen einen großen Nutzen. Sie locken gezielt gut ausgebildete Arbeitnehmer und Freelancer an. Viele Kommunen belohnen den Zuzug sogar mit geschenkten Grundstücken, zeitweiser Steuerfreiheit oder sogar Geldzahlungen.

Jasper / Indiana etwa zahlt 5.000 Dollar für jeden, der in die familienfreundliche Kleinstadt zieht, deren Altersdurchschnitt bei gerade einmal vierzig Jahren liegt und dessen Meridianeinkommen von 40.000 Dollar ein erschwingliches Leben verspricht.

Eine Handvoll Kleinstädte im Südwesten Michigans zahlen eine Prämie von 15.000 Dollar, wenn man sich im Postleitzahlengebiet zwischen 49106 und 49084 niederlässt. Obendrauf gibt es kostenlosen Zugang zu Co-Working-Spaces, kostenfreie Flughafentransfers und eine Jahreskarte für die South Shore Rail.

Curtis / Nebraska etwa bleibt dem Homestead Act noch heute treu und schenkt jedem, der dorthin ziehen mag, ein Grundstück und 5.000 Dollar. Ein kostenloses Stück Land bietet auch das 800 Seelen zählende Mankato in Kansas. Allerdings gilt Mankato einer Umfrage zufolge als das langweiligste Dorf Amerikas. Da mag Stillwater / Oklahoma nicht viel spannender sein, es bietet jedoch einen Kaffeegutschein im Wert von 2.000 Dollar an! Der Sinnhaftigkeit des Einfallsreichtums ist oftmals eher eine Grenze gesetzt als der Kreativität selber.

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Hohe Geldprämien für den Umzug nach Nowhere

Wer die ländliche Einöde nicht scheut, wird in Bloomfield / Iowa glücklich, denn wer in die Kleinstadt zieht, bekommt 10.000 Dollar in bar. Wer sich sogar entscheidet, ins noch ländlichere Umland zu ziehen, bekommt nochmal die Hälfte mehr. Auch Britts County im gleichen Bundesstaat bietet ähnliche Summen. Das Leben im Heartland mag entschleunigt, vielleicht sogar ein bisschen langweilig sein, aber das Bildungssystem gilt als hochwertig und ist kostenlos, was besonders Familien mit Kindern anzieht. Da ist der allmorgendliche Weg mit dem Schulbus zu verkraften.

Die Universitätsstadt Morgantown / West Virginia bietet sogar Anreize in Höhe von 20.000 Dollar: Im ersten Jahr erhalten Neubürger monatlich tausend Dollar, im zweiten Jahr sogar das doppelte. Memphis / Tennessee soll sogar bis zu 50.000 Dollar Belohnung an denjenigen auszahlen, der in die Hauptstadt des südlichen Bundesstaates zieht – die allerdings nicht ganz zu Unrecht einen zweifelhaften Ruf genießt. Nicht anders verhält es sich mit Baltimore, dessen Niedergang unübersehbar ist.

Da lohnt sich doch eher Ontario in Oregon, das in wundervoller Landschaft einen Zuschuss von 10.000 Dollar für den Hauskauf offeriert – angesichts der recht günstigen Immobilienpreise ein gutes Geschäft.

Es gibt inzwischen unzählige Gemeinden, die ihr Wachstum durch teilweise sehr hohe Zahlungen ein wenig beschleunigen wollen. Die Landflucht der letzten Jahrzehnte kehrt sich langsam um, die Kriminalitätsrate der Städte, die explodierenden Mieten und die Umstellung auf remote work machen die Metropolen zunehmend unattraktiv. Auch die Politisierung des gesamten Alltagslebens findet auf dem Land viel weniger statt und ist in machen Bundesstaaten sogar gesetzlich verboten – während viele Konservative in den Städten keine Heimat mehr haben, bieten ihnen ländliche Gemeinden immer mehr ein „normales“ Leben weitab von Klima-Kindern, Steuererhöhungen, feministischer Theorie in der Grundschule und woker Verbotskultur. Das Landleben in small town USA mag nicht aufregender sein als in Brandenburg, es ist nur „normaler“.

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