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Was es beim Recruiting-Prozess in den USA zu beachten gibt

Für ausländische Unternehmer, die sich in den USA ihr Business aufbauen wollen, stellt der Recruiting-Prozess im fremden Land oft eine Herausforderung dar. Worauf Sie achten sollten, und welche kulturellen Unterschiede dabei mitspielen erfahren Sie hier.

Wer sich als Unternehmer aus dem D-A-CH-Raum in den USA niederlässt, muss sich mit den kulturellen Unterschieden des amerikanischen Arbeitsmarktes auseinandersetzen. Dazu gehört natürlich auch der Recruiting-Prozess. Deutsche Unternehmen beschäftigen in den USA mehr als 750.000 Mitarbeiter. Allerdings unterscheidet sich der Recruiting-Prozess im Land der unbegrenzten Möglichkeiten durchaus von den Einstellverfahren im deutschsprachigen Raum. Angefangen vom Bildungssystem bis hin zu einem weitaus schnelllebigeren Arbeitsmarkt gibt es hier einiges zu beachten

Unterschiede zum deutschen Recruiting-Verfahren

Der mit Sicherheit größte Unterschied hängt mit dem amerikanischen Bildungssystem zusammen. Die in Deutschland standardgemäße Kategorisierung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium gibt es in den USA nicht. Auch weiterführende Berufsausbildungen, die dem deutschen dualen Bildungsweg entsprechen, sind in solcher Form nicht vorzufinden. Ein aus dem D-A-CH-Raum stammender Unternehmer, der in den USA sein Geschäft aufbauen möchte, muss sich also zuallererst darauf einstellen, dass die Mitarbeitersuche sich auf den ersten Blick durchaus kompliziert gestalten kann. Denn die Berufserfahrung sammelt man in den USA weitaus öfter bei der Ausübung der Tätigkeit selbst, also on the job, als auf dem formalen Weg. Dieser Umstand erschwert das Auswählen von geeigneten Kandidaten. Deshalb sollten Sie für den Recruiting-Prozess in den USA auf jeden Fall genügend Zeit einplanen, denn insbesondere der Markt für Fachkräfte ist durch starke Konkurrenz geprägt. Unerfahrenen, ausländischen Unternehmern fällt es in den USA am Anfang meist schwer, die Eignung von Kandidaten für bestimmte Positionen einzuschätzen. In den USA ist es üblich, dass Lebensläufe spezifische Beschreibungen von vorherigen Arbeitsstellen enthalten, aber weniger über die Berufsausbildung aussagen. Um die Auswahl aus einem Pool von Bewerbern zu vereinfachen, werden deshalb in den USA üblicherweise das Wissen und die psychologische Eignung geprüft. Je nach Unternehmensbereich werden erstmal eine Reihe von standardisierten Tests durchgeführt, um die generelle Qualifikation der Kandidaten zu prüfen, und erst nach Bestehen werden erfolgreiche Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Der Faktor Zeit beim Personaleinstellungsverfahren in den USA

Wie sich aus den bereits aufgezählten Unterschieden erahnen lässt, ist Zeit ein oftmals unterschätzter Faktor, der neuen Unternehmen in den USA Probleme bereitet. Der schnelllebige Markt und unbekannte Strukturen lassen sich am besten durch einen geeigneten Recruiter vor Ort erfassen. Diese Vorgehensweise macht sich weit mehr bezahlt, als die Personalsuche von Deutschland aus zu starten. Natürlich ist es möglich, Kandidaten auf den gängigen Internetportalen anzuwerben, allerdings wird man mit der hohen Anzahl an Antworten höchstwahrscheinlich überfordert sein. Dieser Faktor, in Kombination mit den anders strukturierten Lebensläufen, macht es für Unternehmer aus dem deutschsprachigen Raum oftmals äußerst schwierig, geeignete Kandidaten zu erkennen. Sorgfältig ausgewählte Recruiter sind in diesem Chaos eine große Hilfe. Diese können geeignete Fachkräfte direkt für Sie ansprechen und sie auf die notwendigen Fähigkeiten prüfen. Des Weiteren umgehen Sie so in der Kommunikation mit Kandidaten mögliche Probleme durch die Zeitverschiebung zwischen Europa und den USA. An dieser Stelle heißt es allerdings aufgepasst, denn die Konkurrenz unter Recruitern für Fachkräfte ist in diesem Bereich extrem groß. Seien Sie also vorsichtig, wenn ein Recruiter Ihnen zu schnell zu große Versprechungen macht und meint, er könne die passenden Fachkräfte aus dem Ärmel schütteln. Alle sind hier an den gleichen Arbeitsmarkt gebunden und die Besetzung von Stellen mit besonderen Anforderungen dauert üblicherweise mindestens ein paar Wochen. Besser ist es, sich mit einem vertrauenswürdigen Recruiter genau auf die gewünschten Eigenschaften des zukünftigen Arbeitnehmers abzustimmen. Übrigens sind Zusatzpakete wie Krankenversicherungen ein großes Plus beim Anwerben von geeigneten Kandidaten. 

Antidiskriminierungsgesetze und Quoten 

Es gelten in den USA verschiedene Regelwerke, um die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen auf dem Arbeitsmarkt zu vermeiden. Diese müssen beim Einstellungsverfahren unbedingt eingehalten werden. Die spezifischen Regeln sind von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich. Generell kann allerdings gesagt werden, dass die Gesetze vor allem dem Schutz von Minderheiten sowie solcher Gruppen dienen, welche in der Geschichte der USA oft Diskriminierung erfahren haben. Auch für Frauen, insbesondere Schwangere, gelten solche Regeln. Allgemein darf keine Ausgrenzung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Alter stattfinden. Übrigens gibt es in den USA kein Recht auf bezahlte Elternzeit. Angestellten in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern ist es lediglich gestattet, zwölf Wochen unbezahlten Urlaub zu nehmen. Ausnahmen sind Bundesstaaten wie Kalifornien oder New York, dort gibt es bundesstaatliche Regelungen zur Elternzeit, die teilweise auch finanziell unterstützt wird. In den USA ergeben sich also standortspezifische Unterschiede, die in die Personalauswahl miteinbezogen werden müssen. Das Office of Federal Contract Compliance Programs (OFCCP) kontrolliert die Einhaltung dieser Regeln äußerst genau. Dies alles kann natürlich das Besetzen von bestimmten Stellen in die Länge ziehen, wenn alle Bedingungen erfüllt werden müssen. 

Der Haken bei psychologischen Auswahlverfahren und territoriale Quoten 

Psychologische Auswahlverfahren sind oftmals standardisierte Tests, die zu einem versehentlich unausgewogenen Auswahlverfahren führen können. Hier gilt die sogenannte 80-%-Quote als Indikator. Diese Quote wurde eingeführt, um den sogenannten Adverse Impact auszugleichen, also mögliche Benachteiligungen, die solche Testverfahren oft unbeabsichtigt beinhalten. Die Quote legt fest, dass ein Arbeitgeber bei 100 Mitarbeitern aus Personengruppen, die üblicherweise nicht diskriminiert werden, zum Ausgleich 80 Stellen an solche Personen vergeben muss, die oft von Diskriminierung betroffen sind. Deshalb ist beim Recruiting-Prozess auch hier Sorgfalt gefragt, denn ein Verstoß gegen diese Regel hat meist hohe Bußgelder zur Folge. Sollte das Verhalten des Recruiters oder das Auswahlverfahren diesen Adverse Impact begünstigen, so haftet immer der Unternehmer. 

Der Background Check

Ungeeignete Bewerber werden in den USA durch einen sogenannten Background Check, also eine Einsicht in die Vergangenheit, von vornherein ausgeschlossen. Dies mag sich für unser gängiges Verständnis von Datenschutz zunächst außergewöhnlich anhören, ist in den USA allerdings gang und gäbe und gilt in bestimmten Berufsfeldern als Grundvoraussetzung. Dabei geht es vor allem darum, als Firma über Vorstrafen, aber auch mögliche finanzielle Probleme des Bewerbers informiert zu sein. Diese Daten können von Arbeitgebern bei Behörden oder darauf spezialisierten Agenturen angefordert werden.

Zusammengefasst kann man sagen, dass das Prozedere in den USA für ausländische, neu-niedergelassene Unternehmer durchaus eine Herausforderung darstellt. Wer sicher gehen möchte, die vorgegeben Quoten und Regelungen nicht zu verletzten, dem ist geraten sich vor der Niederlassung ausreichend zu informieren. Für weitere Informationen und Unterstützung beim Recruiting-Prozess buchen Sie am besten ein Beratungsgespräch mit uns.

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